Donnerstag, 25. März 2021

Die erste neue Generation

Seit dem letzten Eintrag war es tatsächlich wieder drei Wochen recht kalt. Aber jetzt ist der Frühling da und man kann an den Eingängen starken Flugverkehr beobachten. Das passt genau auf den Entwicklungsplan einer Biene: Vom Ei zur fertigen Arbeiterin in 21 Tagen. Anfang März haben die Völker ihre Winterruhe beendet und die Königin hat wieder angefangen, Eier zu legen. Und jetzt wird sich bei dem erneut warmen Wetter vor dem Stock eingeflogen.

Da ich es Anfang März verpasst habe, im Detail in die Stöcke zu sehen, kann ich jetzt am Wochenende direkt einen Rundumschlag machen: ich gehe davon aus, dass es jetzt warm bleibt und die Bienen ihren Bedarf aus dem laufenden Ertrag decken können. Das bedeutet, dass ich die Reste der Wintervorräte entfernen kann (falls noch welche da sind), ich die Waben auf den Umfang des aktuellen Brutnests reduziere und dafür ggf. schon den ersten Honigraum aufsetze. 

Das war eigentlich als zwei Schritte gedacht, aber Anfang März hab ich es verpasst und während der kalten Phase in den letzten Wochen wollte ich nicht so stark eingreifen. Dann mach ich das eben jetzt in einem Rutsch. Die Zierkirschen stehen auch schon in voller Blüte, da sollte zusammen mit den anderen Frühblühern insgesamt genug zu holen sein. 

Da hab ich ja was zu tun am Wochenende... 

Dienstag, 2. März 2021

Hurra, sie leben noch

Das warme Wetter lockt nicht nur die Buschdorfer, sondern auch die Bienen nach draußen.


In den letzten warmen Tagen war ordentlich was los vor den Fluglöchern. Und zwar vor allen.

Das bedeutet, dass es alle drei Völker durch den Winter geschafft haben. Das hat also schon mal besser funktioniert, als letztes Jahr.

Je nachdem, wie das Wetter jetzt wird, starten die Bienen entweder direkt durch und fangen an, die Völker wieder zu vergrößern, oder sie ziehen sich bei weiteren Kälteeinbrüchen wieder zurück.

Interessant wird es, wenn es ein paar Tage warm bleibt und dann wieder dauerhaft kalt wird. Denn dann ist die erst Brut des Jahre bereits angelegt und muss warm gehalten werden. Das führt zu höherem Vorratsverbrauch und draußen blüht noch nicht genug, um den Bedarf zu decken. Das kann ganz schnell kritisch werden. 

Da werde ich dann also mal ein Auge drauf haben in den nächsten zwei-drei Wochen.

Das neue Bienenjahr kann kommen. Ich freu mich...

Sonntag, 17. Januar 2021

Winterarbeit

Ich habe die Winterzeit genutzt und Bestände durchgesehen. Dabei habe ich festgestellt, dass leider einige der Honigwaben von Wachsmotten angeknabbert wurden. Erstaunlich, ich dachte immer, die gehen nur an bebrütete Waben. So viel dazu....

Außerdem klebten in einigen Waben noch ein paar Honigreste, die mittlerweile nach Alkohol riechen. Das ist ärgerlich, da muss ich bei der nächsten Ernte mal darauf achten, dass ich wirklich alle Zellen aufbekomme und ausschleudere. Außerdem brauch ich wohl besseres Timing für das Ausschlecken der Reste durch die Bienen. In einigen abgeernteten Waben hatten sie direkt wieder etwas eingelagert, das ich dann natürlich nicht mehr raus bekommen hatte.

Da ich den Bienen kein angegammeltes Material im Frühling zurückgeben will, blieb mir nur das Entfernen der betroffenen Waben. Das lässt sich bei den kalten Temperaturen sehr gut machen, besser als im Sommer. Das Wachs klebt nicht (wie im Sommer), sondern ist sehr spröde und bröselt bei Berührung. Das lässt sich also ganz prima mit einem breiten Spachtel oder dem Stockmeißel abschaben und auskratzen. Und beim Einschmelzen bekommt man nicht ständig Besuch von Bienen und Wespen, die auf den Geruch abfahren.

Am Ende war es dann doch ein ganzer Eimer voll, den ich in einen dicken Wachsblock verwandeln konnte.

Vorher...

...nachher.

Sieht aus wie ein riesiger Vanillepudding und riecht fantastisch. Etwas eingerissen. Das kommt, wenn das Wachs im Eimer zu schnell abkühlt, dann reißt die Oberfläche.

Ist aber auch egal, ich will ja keinen Schönheitspreis sondern nur eine platzsparende Lagerung.





Dienstag, 8. Dezember 2020

Winterbehandlung

Na also, jetzt ist es ja doch noch knackig kalt geworden.

Nachdem es jetzt ein paar Tage eisig war, sitzen die Bienen schön dicht zusammen in der Wintertraube und warten auf den Frühling. Eine gute Gelegenheit für mich, mit Oxalsäure die letzte Milbenbehandlung durchzuführen. Dazu wird einfach etwas Lösung in die besetzten Wabengassen geträufelt. Die Bienen nehmen das dann auf und verteilen es weiter im Volk. Das mögen die Milben nicht und das ist gut so.

Bei der Gelegenheit konnte ich auch mal nachsehen, wie stark die Wintertrauben denn sind. Erwartungsgemäß gab es zwei recht starke Völker und ein schwaches, so wie das auch schon abzusehen war. Dann bin ich mal gespannt, ob ich im Frühling mit ein, zwei oder drei Völkern da stehe.

Samstag, 21. November 2020

Ein warmer November

Tja, so richtig nach November fühlt sich das ja nicht gerade an bei bis zu 19 Grad. Das denken sich auch die Bienen. Ich habe die Tage jede Menge Flugverkehr gesehen vor den Stöcken. Es ist warm, also sind die Damen weiterhin aktiv, besonders wenn die Sonne auf die Eingänge scheint.

Das ist jetzt nix Halbes und nix Ganzes. Zum konsequenten Brüten ist es zu kalt, zum richtigen Abschalten ist es zu warm. Also sind die Bienen in diesem Halbzustand und bleiben irgendwie aktiv. Es wurde sogar ordentlich Pollen eingetragen. Ich vermute mal, da wird noch weiter gebrütet. 

Ich hab mich gefragt, was jetzt noch blüht und angeflogen werden kann. Aber wenn man mal etwas drauf achtet, dann sieht man hier und da tatsächlich noch ein Blütenangebot.

Das hier zum Beispiel direkt vor der eigenen Haustür:


Der Nachtschatten und die wilde Möhre sind jetzt nicht gerade üppige Trachtpflanzen, aber sie stehen in voller Blüte und ein bisschen was finden die Bienen da vielleicht auch. Und wenn das Ende November schon im eigenen Garten wächst, dann wird es wohl auch noch mehr zu holen geben in der Umgebung.

Neben Pollensammlern habe ich tatsächlich Wespen am Bienenstand gesehen, die in das schwache Volk geflogen sind um sich dort selbst zu bedienen. Wespen - Ende November! Die sollten eigentlich alle tot oder in der Winterstarre sein. Stattdessen denken die wahrscheinlich, es ist schon wieder Frühling.

Ich hoffe dann mal weiter auf konsequente 5 Grad, damit die Bienen in den Ruhemodus kommen und das Brutgeschäft einstellen. Dann kann ich nämlich noch in Ruhe eine Winterbehandlung machen und den Milben noch einen mitgeben. Aber hier im Rheinland ist das wohl Glückssache.

Montag, 19. Oktober 2020

Die Winterpause beginnt

Mit den deutlich kühleren Temperaturen sind die Bienen jetzt tatsächlich in ihrer Ruhezeit angekommen.

Zurzeit passiert an den Völkern nicht mehr viel. Wenn die Sonne auf die Beute scheint, dann sieht man zwar noch Flugverkehr, aber insgesamt merkt man, dass die Bienen im Sparmodus sind. Es wird kaum noch Pollen eingetragen, was dafür spricht, dass die Bruttätigkeit stark zurück gefahren wurde. Honigvorräte haben alle Völker reichlich, das Winterfutter wurde gut umgestzt.

Für mich bedeutet das jetzt eine entspannte Winterpause bis ungefähr März, wenn es wieder warm wird. In der Zwischenzeit gibt es für Kleinstimker wie mich nicht allzu viel zu tun. Eins der Völker sah etwas schwach aus, so dass ich überlegt hatte, hier eine alternative Königin einzusetzen, aber ich habe mich jetzt dagegen entscheiden. Ich warte einfach ab und lasse mich überraschen, wie das Volk aus dem Winter kommt. 

Dann kann ich jetzt in Ruhe Kassensturz beim Material machen und ggf. Krimskrams auffüllen, den ich nächstes Jahr brauchen werde. Die großen Anfangsinvestitionen sind ja zum Glück mittlerweile erledigt. Ansonsten kann ich mir überlegen, was ich nächstes Jahr mal ausprobieren will. Vielleicht mal aktiv umweiseln oder ein weiterer Versuch mit totaler Brutentnahme? Darüber denke ich im Winter bei Tee mit Honig nach. 

Apropos: der viele Honig kam gut an in der Nachbarschaft. Der Haustürverkauf hat funktioniert, es ist so ziemlich alles weg. Guten Appetit an alle, die ein Glas mitgenommen haben. Den Rest schafft meine Familie bis zur hoffentlich nächsten Ernte im nächsten Jahr selbst.


Abgesehen davon bleibt für mich nur noch die letzte Oxalsäurebehandlung gegen die Varroa um die Weihnachtszeit herum, und dann ist das Bienenjahr tatsächlich auch für mich abgeschlossen. Weiter geht es dann mit dem Neustart im nächsten Frühjahr. Das wird hoffentlich erfolgreicher als dieses Jahr, als ich mir erst mal neue Völker besorgen musste.

Sonntag, 13. September 2020

Rollentausch

Ich habe tatsächlich den Ableger mit Brutwaben aus den beiden anderen Völkern verstärkt und im Tausch jeweils eine Futterwabe dort eingebaut. Außerdem gabs nochmal einen kräftigen Schluck Zuckerwasser für alle. 

Und jetzt, knapp eine Woche später, hat sich das Bild gedreht und die Rollen sind genau vertauscht: Jetzt sind im Ableger jede Menge Brutwaben und kaum noch Futter, dafür haben die beiden großen Völker von Brut fast komplett auf Futterhaltung umgestellt.

Im Ableger ist jetzt auch deutlich mehr Betrieb als vorher. Es wuselt ordentlich auf den Rähmchen und vor dem Flugloch.


Ja und jetzt? Spiel ich das Spiel jetzt andersrum? Ich könnte aus dem Ableger zwei Brutwaben auf die anderen beiden Verteilen und dafür Futter rein hängen. Hm...ich habe mich dazu entschieden, die beiden Altvölker jetzt erst mal so zu lassen. Die haben in den letzten Tagen jede Menge Flüssigfutter erhalten, vielleicht dauert es einfach noch ein paar Tage, bis das verarbeitet wurde. Je dicker das wird, desto weniger Platz braucht es in den Kisten. Dann nimmt bei dem schönen Herbstwetter die Brut von alleine wieder zu, wenn die Lücken mit Eiern gefüllt werden. Soweit zumindest mal meine Vermutung.

Im Gegensatz dazu hat der Ableger jetzt noch einen ordentlich Schlag Zuckerwasser bekommen. Da bin ich dann mal gespannt, ob das zum gleichen Effekt führt: Verdrängung der Brut zugunsten von gelagertem Futter. 

Das werde ich mir dann nächste Woche mal ansehen.

Abgesehen davon gibts nicht mehr viel zu tun für mich in diesem Jahr. Eine erneute Kontrolle der Milben hat gezeigt, dass die Behandlung gut angeschlagen hat. Es waren kaum tote Milben bei den Kontrollen zu finden. So soll das sein. Dann können die Bienen, die jetzt schlüpfen, sich gesund entwickeln.

Sonntag, 23. August 2020

weiter geht's...

So, nach etwas längerer Zeit gibt es wieder einen neuen Post.

Die Pause lag einfach daran, dass es wenig zu berichten gab. Die Milbenbehanldung dauert eine ganze Weile. Und wenn ich nicht gerade behandelt habe, dann habe ich aufgefüttert. Es gab also insgesamt wenig zu tun für mich, denn beides braucht einfach nur Zeit. Sowohl die Säurebehandlung als auch der Futterteig dauern ein paar Tage. Da lass ich die Bienen am Besten in Ruhe und kümmere mich um andere Sachen.

Aber heute habe ich mal wieder in die Völker gesehen. Die großen Futterblöcke waren leer und es war höchste Zeit, die übrig gebliebenen Folien wieder wegzuräumen, bevor sie ins Nest integriert werden. Hier das vorher-nachher-Bild: 

7,5kg Futterteig restlos weggeschleckt. Die Folie braucht man übrigens, damit der Teig nicht austrocknet. Das Zeug ist wie ein gigantisches Kaubonbon, das wird hart wie Beton, wenn es zu trocken ist.

 

Ich habe auch kurz alle Nester durchgesehen. Dabei hat sich gezeigt, dass die große Bautätigkeit der Völker langsam erlischt. Die Baurahmen, die ich eingesetzt habe, wurden meistens nicht mehr ganz ausgebaut. Die Damen haben wohl keine Lust mehr auf Konstruktionsarbeit und kümmern sich lieber um Einlagern und Brutpflege. Da die Behandlung angeschlagen hat, hoffe ich jetzt mal, dass die gerade in Brut befindlichen Bienen jetzt möglichst ohne Parasiten aufgezogen werden. Das sind jetzt schon langsam die Winterbienen, die müssen bis im Frühling duchhalten. In ein paar Tagen prüfe ich vielleicht nochmal den Befall und behandle ggf. nochmal nach. Mal sehen...

Bis dahin überlege ich mir, was ich mit dem Ableger mache. Der hat zwar jetzt jede Menge Futtervorräte, aber leider nur ein sehr kleines Brutnest. Das macht mir etwas Sorgen, denn die sind insgesamt zu schwach. Vielleicht spenden die anderen beiden Völker noch je eine Brutwabe gegen eine Futterwabe, um den Ableger aufzupäppeln. Aber wenn das an der Königin liegt und die einfach keine Lust hat, mehr zu legen, dann wird das nur ein Strohfeuer.

Die ruhige Phase habe ich genutzt, um den Haustürverkauf zu starten. Wir essen ja gerne und viel Honig, aber die Ernte diesen Jahres können wir niemals alleine futtern. Also stell ich jetzt zwischendurch mal ein paar Gläser vor die Tür. Gegen einen Fünfer im Briefkasten kann man sich ein Glas mitnehmen, was auch schon diverse Nachbarn gemacht haben. Da bekomme ich dieses Jahr zumindest mal das Winterfutter und die Behandlung refinanziert. Ist ja auch mal schön.

Sonntag, 19. Juli 2020

Milbenbehandlung

Nach der sehr erfolgreichen Honigernte kommen jetzt auch die Aufgaben, die wenig Spaß machen. Zuallererst gehört dazu die Milbenbekämpfung.

Nachdem ich ja letztes Jahr gedacht hatte, dass alles glatt geht nach dem Schwarm und mir die Milben dann die Bienen aufgefressen haben, gehe ich dieses Jahr auf Nummer sicher und behandle alle gegen die Plagegeister.
Ich habe die Tage mal die Milben gezählt und kam auf rund 5 pro Tag. Das sind um Welten weniger als letztes Jahr, aber Gegenmaßnahmen sind trotzdem angezeigt. Also habe ich heute in zwei Völker Ameisensäure eingebracht, die jetzt in den nächsten 1-2 Wochen langsam verdunstet.

Die Ameisensäure diffundiert auch durch die Zelldeckel hindurch und tötet die Milben in der verdeckelten Brut, wo sie sich gerade vermehren möchten.
Die Bienen finden das aber tatsächlich auch nicht geil, wie man hier erkennen kann.

Das Vorgehen stresst die Bienen gewaltig und ich finde die Lösung auch alles andere als großartig, aber es bringt eben recht zuverlässig die Milben um, bevor sie mir alle Winterbienen anpicken und so weit schädigen, dass die Völker wieder nicht durch den Winter kommen. Hoffentlich halten sich die Kollateralschäden in Grenzen.
Vielleicht versuche ich nächstes Jahr noch mal eine total Brutentnahme. Aber das ist eine Materialschlacht...na, mal sehen.

Volk drei kann sich jetzt noch etwas Speck anfressen und dann wird auch da getauscht: statt Sirup aus der Futterzarge Ameisensäure aus dem Verdunster.

Bis dahin kümmere ich mich mal um den Honig und fülle den in Gläser ab. Ich hab tatsächlich so viel durch die zwei Ernten, dass wir den niemals selbst verbrauchen können. Wir essen ja gerne Honig und schaffen einiges als Familie, aber ich habe den jetzt eimerweise im Keller stehen. Ich muss mir also Gedanken machen, ob ich nicht doch was verkaufe und damit zumindest einen Teil der laufenden Kosten refinanziere. 

Dienstag, 14. Juli 2020

Wespenangriffe

Die Drohnen werden nach und nach rausgeworfen. Doof für die Drohnen. Dafür freuen sich andere...


Es sind jetzt ständig Wespen um die Beuten herum unterwegs, die sich schnappen, was sie kriegen können. Die Wespen finden die unbewaffneten Eiweishäppchen prima und füttern damit ihre eigene Brut.


Fressen und gefressen werden...