Sonntag, 10. Mai 2026

Vollgas

Der Mai ist da, die Bienen geben Vollgas.

Na ja, meine eher nicht so, zumindest nicht beim Honig. Irgendwie haben meine Damen keine Lust, die Honigräume zu belegen, die ich aufgestellt habe. Normalerweise passiert das automatisch, wenn im April und Mai immer mehr Nektar reinkommt. Aber dieses Jahr wollen sie irgendwie nicht. Schade um die ganzen Obstblüten und den Raps. Das wäre guter Frühlingshonig geworden. Ich hab nicht so ganz verstanden, warum gerade dieses Jahr die Honigräume so lange ignoriert wurden. Aber was solls. Mittlerweile haben sie angefangen, auch oben einzulagern und der Vorrat wächst langsam. Dann gibts halt nur eine Mischernte im Sommer.

Sehr erfreulich ist hingegen die Entwicklung des Volks, das es nur ganz knapp aus dem Winter geschafft hatte. Nachdem das andere Volk eine Brutwabe gespendet hatte und sich die Stärke langsam erholt hat, legt die Königin hier jetzt so richtig los.

Prima, so muss das aussehen. Alles voller Nachwuchs, unten eine Ecke für die Jungs. Da wird der Honig dann auch automatisch oben eingelagert, denn auf dieser Wabe ist schlicht kein Platz mehr dafür. Der Rest des Volks sieht ähnlich aus. Prima!

So kann es weiter gehen. Ich muss nur in den nächsten Wochen verstärkt darauf achten, dass mir keine Schwärme abfliegen. Das ist jetzt die Jahreszeit dafür.


Mittwoch, 8. April 2026

Untermieter

 Heute mal keine Bienen, sondern Mitbewohner, die leider nicht bleiben können.

Diese Vespa Velutina ist eine invasive Spezies und hat in Mitteleuropa nix zu suchen. Erst recht nicht in meinem Strandkorb. 


Die asiatische Hornisse hat sich leider etabliert und plagt mittlerweile Bienenvölker in ganz Deutschland, die sie für eine Art Buffet halten. Jetzt Anfang April werden die Königinnen aktiv und bilden neue Nester. Diese hier hab ich zum Glück dabei erwischt und konnte sie einfangen.

Und direkt am Tag danach hat sich diese Königin der gemeinen Wespe ins Haus verirrt. Auch die werden jetzt aktiv und starten neue Völker. Die Wespe ist als Art zwar durchaus erwünscht hier im Ökosystem, aber im Kinderzimmer kann ich halt auch kein Wespennest gebrauchen. Ich hab sie in Widdig wieder frei gelassen, das sollte außerhalb des Flugradius sein. Da kann sie sich jetzt ein neues Nest bauen.


Ansonsten gehts den Bienen gut, die kommen langsam so richtig in Schwung. Die Völker starten jetzt durch und wachsen jeden Tag etwas. Die vielen blühenden Kirschen und andere Frühblüher sind dabei natürlich sehr hilfreich. Wer aufmerksam durch Buschdorf geht, kann gerade ganze Bäume summen hören. Auch die Bautätigkeit steigt, es werden Waben ausgezogen und der erste Honigraum wird langsam besetzt. Die Saison geht jetzt so richtig los...

Samstag, 4. April 2026

knappe Sache

Ich habe vor ein paar Tagen eine Durchsicht der beiden verbliebenen Völker gemacht. Das war auch dringend nötig, wie sich gezeigt hat. Eins der Völker war fast verschwunden. Angefangenes aber verwaistes kleines Brutnest, 10-20 verbliebene Bienen...das sah nicht gut aus.

 


Aber während ich schon überlegt habe, dass ich die handvoll verbliebene Bienen auch einfach abräumen kann, habe ich in der Ecke der Kiste tatsächlich noch die Chefin entdeckt. Die saß da mit knapp 10 letzten Arbeiterinnen. Hier hat offenbar die Durchlenzung nicht funktioniert und die Altbienen sind gestorben, bevor sie eine relevante Zahl an Neubienen erbrüten konnten. Aber solange die Königin noch da ist, kann man immer noch was tun. 

Da es dem zweiten Volk deutlich besser geht und es neben einem großen Brutnest dort auch schon jede Menge Bienen gibt, habe ich einfach zwei Brutwaben samt Besatzung von dort als Spende eingehängt in der Hoffnung, dass die sich mit der Königin arrangieren und dann zusammen ein stabiles Volk erbrüten. Das war jetzt schon ein paar Tage her,  daher weiß ich auch schon, dass das funktioniert hat. Das Volk ist klein, aber es wächst und die Königin legt jetzt Eier in die Spenderwaben, wo sie von den eingemeindeten Gastarbeiterinnen aufgezogen werden. Den Pflegebienen ist es egal, in welchem Stock sie sitzen, solange eine Königin da ist.

Ist also nochmal gut gegangen. Aber 2 (fast 3) von 4 Völkern als Verluste ist eine ziemlich miese Bilanz für den Winter. Da muss ich mir mal überlegen, was ich diesen Herbst anders machen will. 

Samstag, 21. Februar 2026

Abgeräumt

Da waren es nur noch zwei.

Ich habe ein paar Stunden Sonnenschein genutzt, um mal nachzusehen, ob die zwei fragwürdigen Völker wirklich leer sind. Das hat sich leider bestätigt. Das eine war ja ohnehin ein Wackelkandidat wegen Vorerkrankung, da überrascht es nicht, dass es nicht bis zum Frühling durchgehalten hat.

Aber das andere ist ziemlich stark in die Winterpause gegangen. Hat leider nix genützt.

Da liegen die Überreste der Winterbesatzung auf dem Boden. Der traurige Rest hängt hier noch auf der Wabe zusammen mit der Chefin.

Auch das gehört zum Imkern dazu. Mist ist es trotzdem. Zumal ich keine Ahnung habe, was hier das Problem war und damit auch wenig daraus lernen kann. Starkes Volk, junge Chefin aus 2025, jede Menge Futter, dank Brutentnahme mit relativ geringer Varroabelastung in die Pause gegangen...seltsam. Was ist hier schief gegangen?

Da bleibt als letzter Akt auch hier wie so oft nur noch der Eimer mit den Wachsresten. Zumindest daraus kann man noch was machen. 


Und ich habe am Stand jetzt zwei freie Plätze, so dass ich im Lauf des kommenden Jahres etwas flexibler bin was Ableger, Schwärme etc. angeht. 

Dann hoffe ich mal, dass die verbleibenden beiden Völker gut in den Frühling starten, wenn es jetzt langsam wärmer wird. Die kritische Phase geht jetzt eigentlich erst los: die Winterbienen laufen auf der letzten Rille, die Vorräte gehen langsam zur Neige, aber die neue Generation muss noch aufgepäppelt werden, um mit neuer Besatzung durchzustarten. Daumen drücken...

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Lebenszeichen

 Viel zu tun gibts ja gerade nicht in der Winterpause...

Jede Störung der Völker sollte vermeiden werden in der kalten Jahreszeit. Ich hab aber zumindest die Zeit genutzt, ein bisschen aufzuräumen und alte Waben sauber zu machen. Bei kühlen Temperaturen wird das Wachs etwas spröde und lässt sich prima aus den Rahmen entfernen. Da kommt doch einiges an Material zum Einschmelzen zusammen.

Aus einem großen Topf Wachsresten... 

...ist jetzt eine kleine Platte geworden.
Die kann ich erst mal sammeln und wenn es genug Wachs ist, kann ich es wieder in Mittelwände umarbeiten lassen.

Heute war es zum ersten Mal recht warm zwischendurch, das haben die Bienen auch direkt genutzt, um einen sehr kurzen Probeflug zu machen. 

Hier kann man dann auch schon erkennen, dass ein Volk bisher ganz gut durch den Winter gekommen ist. Das andere hat es leider nicht geschafft. Auf der Rückseite siehts genau so aus: ein Volk stark und scheinbar fit, die andere Kiste ist wohl leider leer.

50% Verlust über Winter...nicht großartig, aber auch nicht ganz überraschend. Mindestenst ein Volk war ja eh angeschlagen durch die Paralyse. Dann drück ich jetzt nur die Daumen, dass die beiden verbleibenden es gut in den Frühling schaffen.