Freitag, 19. Juni 2026

Schlägerei

Ich habe zum Glück keine asiatische Hornissen mehr gesehen, nachdem die Königin versucht hatte, im Strandkorb ein Primärnest anzulegen. Leider ist es nur eine Frage der Zeit, bis die unerwünschten invasiven Tiere hier auftauchen.

Wer aber dieses Jahr regelmäßig hier zu sehen ist, ist die heimische europäische Hornisse. Hier muss irgendwo in der Nähe ein Nest sein, man hört das tiefe Brummen öfter und kann auch die Tiere recht einfach erkennen. Was ich aber auch zum ersten Mal sehe, ist eine Keilerei zwischen zwei Hornissen. 


Die beiden hier haben sich in der Luft gefunden und dann auf dem Boden weiter geprügelt. Nach ein paar Minuten sind sie dann wieder ihrer Wege geflogen. War wohl unentschieden...

Diese heimischen Hornissen schnappen sich zwar auch ab und zu mal ein paar Bienen, im Gegensatz zur asiatischen Variante stehen Honigbienen aber nicht ganz oben auf ihrer Beuteliste.
 

Sonntag, 14. Juni 2026

Weiter gehts

Huch, schon Mitte Juni. Es war einiges los in der Zwischenzeit. 

Ich habe einen Ableger gebaut aus Spenderwaben der beiden Völker. Ich war erst skeptisch, habe aber mittlerweile die neue Chefin im Volk gesehen. Das Brutnest wird auch langsam, der Ableger hat also funktioniert. Ich hab es auch geschafft, die Königin zu zeichnen. Da sie jetzt einen weißen Punkt (für 2026) auf dem Rücken hat, finde ich sie später deutlich einfacher wieder. Ohne Markierung ist das wie ein 1000 Teile Puzzle, in dem man ein Stück sucht. Nur dass sich alle Teile dabei bewegen.

 

Ich habe zwischen durch auch versucht, meine Nachbarn von einem Schwarm zu befreien, der sich unter dem Dachfirst hingesetzt hatte. Das ging leider schief. Die saßen so doof, dass ich mit dem Verlängerungsstab und dem Fangsack leider nicht ganz dran gekommen bin. Statt sie mit einem Ruck in den Sack zu verfrachten, hab ich sie nur aufgescheucht. Die Gelegenheit haben die Bienen genutzt, um weiter zu ziehen. Mist. Ich hätte noch einen Platz frei gehabt, aber die sind weg. 

Zumal ich denke, das war mein eigenes Volk das da geschwärmt ist. In dem ist nämlich gerade kein Nachwuchs mehr zu finden. Da hab ich bei der Kontrolle wohl eine Schwarmzelle übersehen.Aber ich habe vorhin rein geschaut, da wird auf jeden Fall gerade eine neue Chefin nachgezogen. Die Zelle lass ich dann mal lieber drin. Wenn ich die Schwarmzelle jetzt entferne muss ich anderweitig neues Führungspersonal besorgen oder das Volk geht mir nach und nach ein. Dann eben mit der Nachwuchschefin aus dem eigenen Volk, auch wenn ich ja jetzt schon weiß, dass dieses Volk eher schwarmlustig ist. Diese Eigenschaft will ich eigentlich gar nicht haben, ist aber erst mal die einfachste Lösung um das Volk zu behalten.

 

Sonntag, 10. Mai 2026

Vollgas

Der Mai ist da, die Bienen geben Vollgas.

Na ja, meine eher nicht so, zumindest nicht beim Honig. Irgendwie haben meine Damen keine Lust, die Honigräume zu belegen, die ich aufgestellt habe. Normalerweise passiert das automatisch, wenn im April und Mai immer mehr Nektar reinkommt. Aber dieses Jahr wollen sie irgendwie nicht. Schade um die ganzen Obstblüten und den Raps. Das wäre guter Frühlingshonig geworden. Ich hab nicht so ganz verstanden, warum gerade dieses Jahr die Honigräume so lange ignoriert wurden. Aber was solls. Mittlerweile haben sie angefangen, auch oben einzulagern und der Vorrat wächst langsam. Dann gibts halt nur eine Mischernte im Sommer.

Sehr erfreulich ist hingegen die Entwicklung des Volks, das es nur ganz knapp aus dem Winter geschafft hatte. Nachdem das andere Volk eine Brutwabe gespendet hatte und sich die Stärke langsam erholt hat, legt die Königin hier jetzt so richtig los.

Prima, so muss das aussehen. Alles voller Nachwuchs, unten eine Ecke für die Jungs. Da wird der Honig dann auch automatisch oben eingelagert, denn auf dieser Wabe ist schlicht kein Platz mehr dafür. Der Rest des Volks sieht ähnlich aus. Prima!

So kann es weiter gehen. Ich muss nur in den nächsten Wochen verstärkt darauf achten, dass mir keine Schwärme abfliegen. Das ist jetzt die Jahreszeit dafür.


Mittwoch, 8. April 2026

Untermieter

 Heute mal keine Bienen, sondern Mitbewohner, die leider nicht bleiben können.

Diese Vespa Velutina ist eine invasive Spezies und hat in Mitteleuropa nix zu suchen. Erst recht nicht in meinem Strandkorb. 


Die asiatische Hornisse hat sich leider etabliert und plagt mittlerweile Bienenvölker in ganz Deutschland, die sie für eine Art Buffet halten. Jetzt Anfang April werden die Königinnen aktiv und bilden neue Nester. Diese hier hab ich zum Glück dabei erwischt und konnte sie einfangen.

Und direkt am Tag danach hat sich diese Königin der gemeinen Wespe ins Haus verirrt. Auch die werden jetzt aktiv und starten neue Völker. Die Wespe ist als Art zwar durchaus erwünscht hier im Ökosystem, aber im Kinderzimmer kann ich halt auch kein Wespennest gebrauchen. Ich hab sie in Widdig wieder frei gelassen, das sollte außerhalb des Flugradius sein. Da kann sie sich jetzt ein neues Nest bauen.


Ansonsten gehts den Bienen gut, die kommen langsam so richtig in Schwung. Die Völker starten jetzt durch und wachsen jeden Tag etwas. Die vielen blühenden Kirschen und andere Frühblüher sind dabei natürlich sehr hilfreich. Wer aufmerksam durch Buschdorf geht, kann gerade ganze Bäume summen hören. Auch die Bautätigkeit steigt, es werden Waben ausgezogen und der erste Honigraum wird langsam besetzt. Die Saison geht jetzt so richtig los...

Samstag, 4. April 2026

knappe Sache

Ich habe vor ein paar Tagen eine Durchsicht der beiden verbliebenen Völker gemacht. Das war auch dringend nötig, wie sich gezeigt hat. Eins der Völker war fast verschwunden. Angefangenes aber verwaistes kleines Brutnest, 10-20 verbliebene Bienen...das sah nicht gut aus.

 


Aber während ich schon überlegt habe, dass ich die handvoll verbliebene Bienen auch einfach abräumen kann, habe ich in der Ecke der Kiste tatsächlich noch die Chefin entdeckt. Die saß da mit knapp 10 letzten Arbeiterinnen. Hier hat offenbar die Durchlenzung nicht funktioniert und die Altbienen sind gestorben, bevor sie eine relevante Zahl an Neubienen erbrüten konnten. Aber solange die Königin noch da ist, kann man immer noch was tun. 

Da es dem zweiten Volk deutlich besser geht und es neben einem großen Brutnest dort auch schon jede Menge Bienen gibt, habe ich einfach zwei Brutwaben samt Besatzung von dort als Spende eingehängt in der Hoffnung, dass die sich mit der Königin arrangieren und dann zusammen ein stabiles Volk erbrüten. Das war jetzt schon ein paar Tage her,  daher weiß ich auch schon, dass das funktioniert hat. Das Volk ist klein, aber es wächst und die Königin legt jetzt Eier in die Spenderwaben, wo sie von den eingemeindeten Gastarbeiterinnen aufgezogen werden. Den Pflegebienen ist es egal, in welchem Stock sie sitzen, solange eine Königin da ist.

Ist also nochmal gut gegangen. Aber 2 (fast 3) von 4 Völkern als Verluste ist eine ziemlich miese Bilanz für den Winter. Da muss ich mir mal überlegen, was ich diesen Herbst anders machen will. 

Samstag, 21. Februar 2026

Abgeräumt

Da waren es nur noch zwei.

Ich habe ein paar Stunden Sonnenschein genutzt, um mal nachzusehen, ob die zwei fragwürdigen Völker wirklich leer sind. Das hat sich leider bestätigt. Das eine war ja ohnehin ein Wackelkandidat wegen Vorerkrankung, da überrascht es nicht, dass es nicht bis zum Frühling durchgehalten hat.

Aber das andere ist ziemlich stark in die Winterpause gegangen. Hat leider nix genützt.

Da liegen die Überreste der Winterbesatzung auf dem Boden. Der traurige Rest hängt hier noch auf der Wabe zusammen mit der Chefin.

Auch das gehört zum Imkern dazu. Mist ist es trotzdem. Zumal ich keine Ahnung habe, was hier das Problem war und damit auch wenig daraus lernen kann. Starkes Volk, junge Chefin aus 2025, jede Menge Futter, dank Brutentnahme mit relativ geringer Varroabelastung in die Pause gegangen...seltsam. Was ist hier schief gegangen?

Da bleibt als letzter Akt auch hier wie so oft nur noch der Eimer mit den Wachsresten. Zumindest daraus kann man noch was machen. 


Und ich habe am Stand jetzt zwei freie Plätze, so dass ich im Lauf des kommenden Jahres etwas flexibler bin was Ableger, Schwärme etc. angeht. 

Dann hoffe ich mal, dass die verbleibenden beiden Völker gut in den Frühling starten, wenn es jetzt langsam wärmer wird. Die kritische Phase geht jetzt eigentlich erst los: die Winterbienen laufen auf der letzten Rille, die Vorräte gehen langsam zur Neige, aber die neue Generation muss noch aufgepäppelt werden, um mit neuer Besatzung durchzustarten. Daumen drücken...

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Lebenszeichen

 Viel zu tun gibts ja gerade nicht in der Winterpause...

Jede Störung der Völker sollte vermeiden werden in der kalten Jahreszeit. Ich hab aber zumindest die Zeit genutzt, ein bisschen aufzuräumen und alte Waben sauber zu machen. Bei kühlen Temperaturen wird das Wachs etwas spröde und lässt sich prima aus den Rahmen entfernen. Da kommt doch einiges an Material zum Einschmelzen zusammen.

Aus einem großen Topf Wachsresten... 

...ist jetzt eine kleine Platte geworden.
Die kann ich erst mal sammeln und wenn es genug Wachs ist, kann ich es wieder in Mittelwände umarbeiten lassen.

Heute war es zum ersten Mal recht warm zwischendurch, das haben die Bienen auch direkt genutzt, um einen sehr kurzen Probeflug zu machen. 

Hier kann man dann auch schon erkennen, dass ein Volk bisher ganz gut durch den Winter gekommen ist. Das andere hat es leider nicht geschafft. Auf der Rückseite siehts genau so aus: ein Volk stark und scheinbar fit, die andere Kiste ist wohl leider leer.

50% Verlust über Winter...nicht großartig, aber auch nicht ganz überraschend. Mindestenst ein Volk war ja eh angeschlagen durch die Paralyse. Dann drück ich jetzt nur die Daumen, dass die beiden verbleibenden es gut in den Frühling schaffen. 

Montag, 6. Oktober 2025

Der Herbst ist da

Und damit bricht für mich die eher ruhige Zeit an. Am Stand kann ich jetzt nicht mehr viel tun. Futter ist drin, überflüssiges Material ist abgebaut, Völker scheinen alle stabil zu sein.

Jetzt bleibt nur noch eine kleine Milbenbehandlung so ungefähr um Weihnachten herum. Ansonsten sind die Bienen in der kalten Jahreszeit auf sich gestellt. Die müssen nur noch ein paar Tage die letzten Angriffe von Wespen und früher oder später auch von der invasiven asiatischen Hornisse abwehren. Und wenn es dann dauerhaft kalt wird, ziehen sich die Völker zur Wintertraube zusammen und warten buchstäblich auf besseres Wetter im Frühling. Jede Störung gefährdet das Wohl des Volks, denn Unruhe führt zu mehr Energiebedarf und damit zu höheren Verbräuchen der Vorräte.

Für mich bleibt erst mal viel Zeit zur Materialpflege, zum Ausbessern und zum Aufräumen. Ich drücke die Daumen, dass es alle vier Völker bis zum Frühjahr schaffen, dann kann es mit dem nächsten Zyklus weiter gehen.

Sonntag, 31. August 2025

Sommerabschluss

Hurra, de neue Chefin ist sehr gut angekommen. Das große Volk ist zwar erwartungsgemäß geschrumpft, aber es gibt jetzt ein großes Brutnest. 

Entsprechend sind die Vorratsbereiche etwas kleiner geworden. Macht aber nix, ist ja noch Zeit, das wieder aufzufüllen. Freut mich, denn das sieht jetzt sehr gut aus für den kommenden Winter.

Die anderen Völker haben auch ordentliche Vorräte eingelagert. Eines davon hat dabei allerdings einiges an Wildbau produziert.  

Innen sieht es auch etwas durcheinander aus. Ich hab jetzt noch eine neue Wabe zum Ausbauen dazu getan. Der Naturbau ist wirklich fordernd dieses Jahr. Das hat schon mal besser geklappt mit weniger verbauten Waben und kreuz und quer angelegten Reihen. Aber insgesamt bin ich zufrieden. Das Futter wird angenommen, die Völker haben stabile Größen und das ganze neue Material wurde unterm Strich ganz ordentlich angenommen und ausgebaut.

Ich mach jetzt noch die Fütterung fertig und verbrauche die letzten Zuckerwasservorräte. Und ich halte ein Auge auf ein Volk, das wohl erneut mit der Bienenparalyse kämpft. Aber abgesehen davon neigt sich das Jahr für mich tatsächlich so langsam dem Ende entgegen. 

Sonntag, 17. August 2025

Spätsommer am Bienenstand

Die Neuankömmlinge haben leider nichts aus der Spende gemacht.  Da das Volk ohne Königin und auch ohne frisch gelegte Eier keine Führung mehr nachziehen kann, ist es so nicht mehr zu retten. Es würde immer kleiner, da die alten Bienen irgendwann wegsterben. Also musste eine andere Lösung her.

Ich habe im Verein eine Ersatzkönigin bekommen, die in ihrem eigenen Volk schon schwer am Arbeiten war. Die habe ich jetzt in das Volk eingesetzt. 

Leider im Käfig schlecht zu erkennen, aber da drin findet sich die neue Führungskraft. Normalerweise sollte die im Volk gut angenommen werden. Der Käfig war nach 2 Tagen aufgeknabbert, jetzt muss sie nur noch ein Brutnest starten.

 

Was noch? 

Da ich den Bienen den Sommerhonig geklaut habe, muss gerade die übliche Fütterung stattfinden. Literweise dünnflüssiges Zuckerwasser ersetzt den Honig. Wahnsinn, was da abgenommen wird. So 20-30 Liter gehen - über ein paar Wochen verteilt - problemlos in ein Volk und werden dort dann nach und nach in Wintervorräte umgewandelt. 


 Und weil es dieses Jahr jede Menge Honig gab, bleibt auch für die Nachbarschaft was übrig. 

Im Moment stell ich wieder Gläser raus, so lange der Vorrat reicht.