Sonntag, 30. April 2023

...jetzt aber!

...eben noch etwas holprig und jetzt sind wir schon mitten drin. Brutnester, Honigräume, die ersten Schwärme gibt es auch schon...

 


Da war jetzt einiges los in den letzten Tagen. 

Leider nicht alles positiv. Das linke Volk hat die Chefin verloren. Es ist plötzlich keine Brut mehr da und der ganze Platz wird mit Nektar und Pollen zugepackt. Wie immer frage ich mich, was da wohl schief gegangen ist und wie meistens habe ich keinen blassen Schimmer. Ein Schwarm war es nicht, es gibt nach wie vor keinerlei Schwarmtendenzen bei meinen beiden Völkern. War sie krank? Hab ich sie aus Versehen beim Arbeiten erwischt? Keine Ahnung...und dann auch noch so ein blödes timing. Ich wollte ja Königinnen zusetzen aus der Zucht. Aber das dauert noch. Bis dahin ist das Volk alleine und es entwickeln sich unerwünschte Aushilfsköniginnen aus den Arbeiterinnen. Das klappt dann nicht mehr. 

Also gibt es jetzt erst mal lokale Hilfe. Die Nachbarn rechts haben eine Wabe gespendet mit frischen Eiern drauf. Die sollten eigentlich reichen, damit sich die führungslosen Bienen eine neue Königin schnitzen. Ob ich die dann finde, um sie gegen die Zuchtkönigin zu tauschen...? Ich hab da so meine Zweifel. Aber eine Sorge nach der anderen. 

Die Nachbarn können sich die Spende leisten, denn die haben in der Zwischenzeit richtig Gas gegeben. Das Brutnest ist voll, die Bauwabe wird fleißig ausgebaut und der Honigraum füllt sich auch. Na also. Haben wohl nur etwas mehr Zeit gebraucht.

Dienstag, 25. April 2023

Der Frühling stottert...

 ...aber so langsam geht es trotzdem richtig los.

Das komische Wetter der letzten Wochen hat dazu geführt, dass die Bienen zwar wie verrückt gebrütet haben, dabei aber immer auf der letzten Rille Futter gelaufen sind. Es war ordentlich Betrieb...

Langsam gibt sich die Knappheit aber. Die Beuten sind gut gefüllt mit Bienen und auch die Honigräume nehmen langsam an Gewicht zu. Die teils beschädigten Waben aus dem Vorjahr wurden repariert, neue Mittelwände werden langsam ausgebaut und direkt gefüllt. So soll das sein.

Da kann man an der Besetzung gut erkennen, welcher Teil direkt über dem Nest liegt. Der wird natürlich zuerst genutzt.

Beide Völker sind jetzt also richtig durchgestartet. Eines davon so sehr, dass ich mich frage, ob ich einen Schwarm verpasst habe. Vor zwei Wochen  ging das Brutnest noch von Wand zu Wand, jetzt sehe ich nur offene Zellen. Hm...muss ich nächste Woche nochmal rein schauen und sehen, ob ich neue Eier finde oder ob ich eine neue Königin brauche. Das wäre schade, die habe ich ja gerade erst letztes Jahr rein gesetzt. Aber Schwarmzellen hab ich bisher keine gesehen. Seltsam...

Ansonsten kann man langsam den Effekt der Naturwaben erkennen. Ich habe ja diverse alte Rähmchen aussortiert und durch drahtfreie Varianten ersetzt. Die sind hinterher besser zu bearbeiten. Das führt zu interessanten Ausbauvarianten. Da die Bienen jetzt die Zellgröße durch die Mittelwände nicht mehr vorgegeben haben, bauen sie, wie sie es gerade brauchen.

Hier kann man z.B. gut erkennen, dass von oben nach unten zuerst eine durchgehende Reihe normale Zellen für Futter angelegt wurde und dann die linke Seite für Jungs und die rechte Seite für Mädchen ausgebaut wurde.

Wir kommen also so langsam richtig rein in dieses Jahr und ich muss die nächsten Wochen aufpassen, dass ich keine Schwärme verliere. ich würde lieber gezielt Ableger bilden und mit Zuchtköniginnen besetzen. Mal sehen, ob die Damen mitspielen oder eigenen Pläne haben.



Sonntag, 9. April 2023

Aus 3 mach 2

Da waren es nur noch zwei Völker. Aber diesmal nicht, weil ich es verbockt habe, sondern weil ich tatsächlich zum ersten Mal ein Volk abgegeben habe. Ich hab ja insgesamt nur Platz (und Zeit und Material,...) für 4, da bin ich mit 2 Völkern am Stand zu Anfang des Jahres flexibler. Und ein Kollege aus dem Verein hat Nachschub auf Dadantmaß gesucht. Dann mal alles Gute am neuen Platz in Dransdorf!

Ansonsten gibt es leider nicht viel zu berichten. Ich habe vor einer Woche oder so nochmal reingesehen und den ersten Honigraum auf das stärkere Volk aufgesetzt. Jetzt habe ich mich gefragt, ob das mit den Futterresten wirklich reicht durch die verregnete Vor-Osterwoche. Das scheint aber geklappt zu haben, denn vom Fenster aus kann ich regen Flugbetrieb erkennen. Eigentlich wollte ich jetzt über Ostern in Ruhe weiter machen, aber weiter als bis zum Fesnter komm ich derzeit leider nicht. Ich bin schon die ganzen Feiertage dermaßen krank, dass ich froh bin, wenn ich es vom Bett auf die Couch schaffe. Vor die Tür ist keine Option. 

Zum Glück hab ich Bienen und keinen Hund...

Sonntag, 19. März 2023

Los geht's...

So, da sind wir wieder!

Die Temperaturen steigen und die Bienen werden so richtig aktiv.

Ich freue mich sehr, dass es alle Völker in den Frühling geschafft haben. Eine erste Durchsicht hat ergeben, dass die Völker doch sehr unterschiedlich da stehen. Während ein Volk schon richtig groß aussieht und auf drei Waben ordentlich Brut angelegt hat, ist eines sehr klein und schafft gerade so zwei kleine Brutfelder. Aber egal, Hauptsache gesund. Alle sind noch am Start und haben angefangen zu brüten.

Ich habe jetzt etwas aufgeräumt, überschüssige Waben aus dem Winter entfernt und eine Beute getauscht (damit ich die alte mal sauber machen kann, es klebt alles). Außerdem habe ich darauf geachtet, dass alle noch eine große Wabe voller Winterfutter haben, falls es doch noch mal kalt wird zwischendurch. Die Bienen laufen jetzt auf den letzten Vorräten, es wäre sehr ärgerlich, wenn sie mir auf dem letzten Meter verhungern, bevor der Frühling richtig los geht. 

Dann kann das neue Jahr also kommen. Ich freu mich...


Sonntag, 26. Februar 2023

Bastelspaß

Während es noch nicht so viel zu tun gibt, habe ich mich mal an Bastelarbeiten versucht.
Ich würde gerne mehr Naturwabenbau verwenden, damit ich beim Tausch von Waben nicht so eine Sauerei habe. 

Normalerweise sind die Waben mit Drähten versehen, die die Mittelwände halten. Das hat den Vorteil, dass die ganze Konstruktion sehr stabil ist. Hat aber den Nachteil, dass man, wenn man die entfernt, immer um die Drähte herum schneiden muss, um das Wachs raus zu bekommen. Das nervt und gibt eine große Sauerei.

Die Idee war jetzt, ungedrahtete Rähmchen zu verwenden. Aber um de Bienen einen Anfang vorzugeben, muss trotzdem irgendwie ein Stück Mittelwand da rein. Ohne Draht ist aber nix da, um das fest zu machen. Also habe ich jetzt versucht, das einzukleben. Und ich kann sagen: klappt!


Einige Wachsreste vorsichtig schmelzen, dann in die Nut im Rähmchen kippen und den Anfangsstreifen (oder in dem Bild die kleinere Mittelwand für den Honigraum einkleben. Hält!

 


Prima. Das sollte mir die Arbeit später deutlich erleichtern, denn das lässt sich dann einfach mit dem Messer am Rand abschneiden.


Sonntag, 15. Januar 2023

Lebenszeichen

Man soll im Winter ja eigentlich nicht in die Völker schauen und die Bienen möglichst wenig stören.

Aber die Wetterlage hat den Namen Winter nicht verdient. Es war die letzten Tage so warm, dass ich mich, nachdem ich mehr oder weniger starken Flugbetrieb gesehen hatte, getraut habe, mal rein zu sehen. 

Alle drei Völker sind noch da und haben mehrere Wabengassen besetzt, eines davon hatte sogar eine ordentliche Bienentraube auf den oberen Rähmchen. Prima! Ich habe auch diverse Bienen mit Pollen gesehen, da wird also schon weder gebrütet. Kein Wunder bei den Temperaturen. Erle und Hasel blühen schon, wie der ein oder andere Allergiker auch schon feststellen durfte. Da findet man zwar keinen Nektar, aber der frische Pollen ist die Grundlage für die erste Brut in 2023.

Jetzt bleibt natürlich die spannende Frage, wie gut die Bienen bis in den Frühling kommen. Ich erwarte mindestens noch eine Kältewelle im Februar oder März und der Brutbetrieb erfordert einen höheren Energieumsatz im Volk. Da muss ich also ein Auge drauf haben, ob noch genug Restfutter in den Völkern ist und zur Not etwas mit Futterteig unterstützen. Aber so weit sieht das doch erfreulich aus.

Sonntag, 11. Dezember 2022

Finale 2022

Heute war ich das letzte Mal für dieses Jahr am Stand. Es ist kalt und einigermaßen trocken, also die richtige Zeit für eine Restentmilbung. Dabei träufelt man Oxalsäure in die Wabengassen, um die Milben damit zu erwischen. Da im Moment (hoffentlich) keine Brut im Volk ist, haben die kleinen Biester keine Rückzugsmöglichkeit.

Dabei sollte es schnell gehen, denn der Wärmeverlust durch den offenen Deckel muss durch die Bienen mühsam wieder ausgeglichen werden. Also Deckel auf, kurz nachsehen, wo die Bienen sitzen, Lösung rein, Deckel wieder zu. 

Der kurze Blick ergab ein gemischtes Bild. Ein einigermaßen starkes Volk, ein mittleres und ein sehr schwaches. Tja, ich kann nur hoffen, dass es alle durch den Winter schaffen. Ansonsten bleibt nur abwarten und Tee mit Honig trinken. Ich kann jetzt bis zum Frühling nichts mehr tun.

Allen Lesern einen schönen Advent und ein frohes neues Jahr!



Samstag, 24. September 2022

Der Herbst ist da...

Jetzt ist es schon Herbst. Das ging ja schnell. 

Damit schließen sich auch meine Handlungsfenster. Das nasskalte Wetter wirkt sich auf die Bienen aus. 

Das Flüssigfutter wird kaum noch abgenommen. Was jetzt noch nicht eingelagert ist, wird nur noch schwer in die Waben zu bekommen sein. An den Völkern ist der Flugbetrieb schon stark eingeschränkt, man sieht im Moment nur wenig Sammlerinnen. Kein Wunder nach zwei Wochen Regen bei knapp 10 Grad. Die Völker sind auch stark geschrumpft, die ganzen Sommerbienen sind mittlerweile weg und es kommt nur wenig Brut nach. Das liegt zum einen an den Temperaturen, zum anderen daran, dass die Waben mit Vorräten belegt sind. Das ist immer ein Balanceakt zwischen Vorräten und Brutmasse. Ich hoffe, das passt so und es gleicht sich noch ein wenig an über die nächsten vier Wochen. Im Moment finde ich die Völker etwas zu schwach für den Winter. 

Ich habe jetzt auch die Futterzargen runter genommen, damit die Bienen den toten Raum nicht mit heizen müssen. Dabei gabs in einem Volk leider jede Menge Wildbau. Schade, das dort eingelagerte Zuckerwasser ist erst mal verloren, denn ich muss die Bruchstücke entfernen. Fanden die Bienen nicht so witzig.

Schade auch, dass meine letzten Bauwaben nicht mehr richtig angenommen wurden. Da war ich wohl zu spät mit der Erweiterung. Die Bienen haben keine rechte Lust mehr auf Architektur und ignorieren die Mittelwände zum großen Teil. Ich denke, da warte ich noch 1-2 Wochen und dann können die auch wieder raus, falls damit nichts mehr passiert ist. Dann sind die Völker insgesamt etwas kleiner als mir das lieb ist, aber nicht kritisch unterversorgt. Müsste eigentlich funktionieren, wenn das Wetter keine zu extremen Kapriolen schlägt in der dunklen Jahreshälfte.

Montag, 22. August 2022

Füttern, warten, wiederholen

Nach der großen Honigaktion steht im Moment eher nicht ganz so spannendes (aber notwendiges) auf der Agenda. 

Da ich meinen Bienen den Honig gemopst habe, muss ich jetzt natürlich dafür sorgen, dass trotzdem genug Wintervorrat in den Stock kommt. Ich rühre also alle paar Tage drei Eimer Zuckerwasser an und schütte die in die Völker. Das wird dann nach und nach eingelagert und zu Vorräten umgearbeitet. Ein paar Runden sind schon geschafft, es stehen aber noch einige aus. Ich muss am Wochenende mal rein sehen und schauen, wie gut die Vorratssituation aussieht. Zum Dank für meine Futtergaben springen mir die Bienen regelmäßig ins Gesicht. Spätsommer ist echt kein Spaß. Die Damen sind sehr kurz angebunden. Normal für diese Jahreszeit, aber ich bin echt froh um Jacke und Schleier.

Ansonsten habe ich jetzt einen ganzen Schwung Honigwaben ausgeschnitten und zu Wachsresten gemacht. Da waren erwartungsgemäß die Wachsmotten drin. Die möchte ich nicht mehr für die Honigproduktion verwenden. Wenn die Waben mal bebrütet waren (und das war ja leider teilweise der Fall dieses Jahr), dann kann man davon ausgehen, dass die Wachsmotte irgendwo Eier deponiert hat. Die Larven schlüpfen dann irgendwann und fräsen sich durch das Wachs auf der Suche nach Eiweiß und Kohlehydratresten. Harmlos, aber nicht sehr lecker. Das gab zweieinhalb Eimer voller Wachsreste, die ich jetzt noch einschmelzen muss. Und für den Winter kann ich mir schon mal aufschreiben, dass ich neue Honigrahmen vorbereiten muss für nächstes Jahr.

Ich muss auch noch ein Auge auf den Varroabefall haben. Je nach Milbenandrang muss ich ggf. nochmal was unternehmen. Aber bisher sah es ganz gut aus. Die Bauerneuerung bzw. die getauschte Königin mit der Unterbrechung der Bruttätigkeit schienen ganz gut geholfen zu haben dieses Jahr.

In der Zwischenzeit erfreut sich der Honig reger Nachfrage aus Nachbarschaft und Kollegenkreis. Mehr als die Hälfte ist schon weg. Ich stell weiterhin immer mal was vor die Tür, das klappt ganz gut mit dem Haustürverkauf. Vielleich mach ich mir für den Winter mal ein Bastelprojekt und baue einen etwas hübscheren Ort für die Gläser, als sie einfach nur auf das Fenstersims zu stellen.

Donnerstag, 4. August 2022

36 Grad und es wird noch heißer...

 ...also genau richtig um Honig abzufüllen.

 

Zurück aus dem Urlaub und der Sommer hat Bonn voll im Griff. Für meinen Geschmack viel zu warm, aber zumindest einen Vorteil haben die heißen Temperaturen: man kann prima Honig abfüllen. Je wärmer es ist, desto besser fließt der. Das macht es einfacher, ihn in Gläser abzufüllen. Und genau das stand eh auf der Agenda. 

Also ran: der Frühjahreshonig ist mittlerweile in den Eimern kristallisiert und hat eine recht feste Masse gebildet. Ein ganz normaler Vorgang, da der Zucker nach und nach aushärtet. Besonders Frühjahrstracht neigt aufgrund der Nektarmischung zum Kristallisieren. Vor allem wenn Raps dabei ist (dieses Jahr nicht), wird der teilweise steinhart. Den kann man bei diesen Temperaturen aber recht einfach wieder "auftauen", also in einen flüssigen Zustand bringen. Außerdem kristallisiert er dann im Glas nicht mehr so schnell. 

Tja, und genau damit hab ich mich heute beschäftigt. Eimerweise Honig...

...in einem steten Strom...

 ...in kistenweise volle Gläser verwandeln.

Ich habe heute den ersten Teil verarbeitet, morgen gehts weiter. Das bisschen Sommerhonig von der Aktion vor dem Urlaub hab ich auch gleich umgefüllt. Der bleibt in der Regel flüssig und heute war er echt prima zu bearbeiten. Kein Wunder bei über 30 Grad. 

Na, wer kann Frühjahr und Sommer anhand der Farbe unterscheiden?

Es ist auf jeden Fall genug Frühjahreshonig da, so dass was übrig bleibt, um es an die Haustür zu stellen. In der nächsten Zeit gibt es also lokalen Honig für einen schlanken Preis zu kaufen.