Sonntag, 13. Februar 2022

Die ersten warmen Tage des Jahres

Ein schönes, warmes Wochenende im Februar sorgt für Flugverkehr an den Bienenbeuten.

Da ist heute ordentlich was los:

10 Sekunden vor dem Flugloch sagen mir schon einige Dinge, die ich wissen muss:

Die Völker leben noch und sie tragen Pollen ein, das bedeutet, dass die Königin nicht nur lebt, sondern auch wieder angefangen hat, Eier zu legen. Prima!

Jetzt wird es spannend, wie viel Vorräte die beiden noch haben. Wenn jetzt neue Brut dazu kommt, dann steigt der Grundumsatz wieder an. Das ist wie immer die schwierigste Phase der Winterpause. Die alte Generation hält schon recht lange durch und ist nicht mehr ganz taufrisch, die Vorräte sind mehr oder weniger angeknabbert, aber die neue Frühlingsgeneration muss noch auf den Weg gebracht werden. Pollen dafür gibts (rot-orange, ich tippe mal auf Hasel um diese Jahreszeit), aber mit Nektar sieht es noch mau aus. Der kommt primär aus den Honig-Vorräten.

Vielleicht schau ich die Tage doch mal rein und werfe einen Blick auf die Rest-Vorräte. Ich habe für alle Fälle noch eine Notration Futterteig besorgt. Falls der Frühling wieder so fies wird wie letztes Jahr, dann kann ich aushelfen.

Also neues Jahr, neues Glück...

Sonntag, 12. Dezember 2021

Winterbehandlung

Nachdem es seit einigen Wochen schön kalt ist, war ich heute am Stand und habe die übliche Winterbehandlung gemacht.

Vor Weihnachten bekommen die Bienen nochmal einen Schuss mit Zucker versetzter Oxalsäurelösung, um die verbleibenden Varroamilben zu reduzieren. Dabei muss ich natürlich aufmachen und kurz reinschauen, da man das von oben geben muss. 

Ein Volk sieht nach wie vor sehr stark aus und verteilt sich (auch dank der milden Temperatur heute) auf fast allen Waben. Das andere ist ziemlich geschrumpft in den letzten Wochen und hat nur noch Bienen auf drei halben Wabengängen. Das sieht etwas schwach aus.

Ich vermute also mal, dass ich gute Chancen habe, im Frühling noch wenigstens ein Volk zu haben. Machen kann ich jetzt aber eh nix, also bleibt es beim Abwarten. Hoffentlich bleibt es trocken kalt bis März, damit kommend die Bienen am besten klar. Also abwarten und Tee mit Honig trinken...

Montag, 27. September 2021

Feierabend

Das war es dann so im großen und ganzen für diese Runde.
Am Wochenende habe ich noch die Futterzargen entfernt, die brauche ich jetzt nicht mehr. Ein letzter (sehr kurzer) Blick ergibt zwei sehr starke Völker auf 10 bzw. 9 Waben.  Es war sehr viel los am Eingang und die Bienen sind entsprechend der Jahreszeit echt schlecht drauf mittlerweile. Ich hatte kaum den Deckel auf, wurde ich schon angegangen. Wieder zwei Treffer durch den Jackenärmel. Autsch. Wenn die im Frühling nicht wieder friedlich werden, dann muss ich mich um eine alternative Königin kümmern. So macht das auf die Dauer keinen Spaß.

Aber Hauptsache ist erst mal, die Völker sind stark, gut eingefüttert und gesund. Jetzt kann der Winter kommen. Ich werde mich jetzt auf Bastelarbeiten und das Aufräumen konzentrieren und erst um Weihnachten wieder einen Blick in die Völker werfen, wenn ich die Winterbehandlung gegen die Milben mache. 

Und dann bleibt die spannende Frage, ob und wie die beiden Völker es in den Frühling schaffen werden. Man wird sehen...

Sonntag, 12. September 2021

Vorratshaltung

Sieht so aus, als hätten sich die beiden zusammen gelegten Völker ganz gut zusammen gerauft. Bei dem schönen Wetter heute ist ordentlich was los am Eingang und die Waben sind langsam voll mit verdeckelten Zellen. Das gilt auch für das zweite Volk. Sehr schön, so soll das sein.


 

Der Aufbau der Vorräte ist also schon recht weit fortgeschritten. Ich hatte überlegt, ob ich noch weiter Zuckersirup nachfüttere, aber das sieht in beiden Stöcken schon ganz gut aus. Selbst die Randwaben waren schon mindestens zur Hälfte mit frischen, weißen Deckeln versehen, so dass ich es am Ende gelassen habe. 

Mittlerweile sind die Bienen echt biestig drauf. Sobald man an die Völker geht, hat man diverse schlecht gelaunte Damen im Gesicht bzw. am Schleier hängen. Ich bin ja eh sehr vorsichtig und immer mit Anzug unterwegs, aber heute wurde ich tatsächlich durch die Jacke gestochen. Die haben keinen Bock auf Störungen und werden echt garstig im Spätsommer. Was durchaus normal ist für diese Jahreszeit. 

Trotzdem werde ich wohl nächste Woche noch einen letzten Blick auf das Brutnest werfen, bevor ich langsam aber sicher die Bienen in Ruhe lasse. Die können dann die letzten schönen Tage noch ohne Störung nutzen bevor es ab Oktober so langsam Richtung kühlere Temperaturen und damit Richtung Winterruhe geht.

Sonntag, 22. August 2021

Nacharbeiten und Einmarsch

 Heute waren diverse Nacharbeiten von Gestern fällig. 

Ich habe dem neuen großen Volk noch zwei Waben spendiert, nachdem ich gesehen habe, dass das Brutfeld ganz gut aussieht und auch deutlich mehr Bienen im Stock waren. Das scheint geklappt zu haben, die Neuankömmlinge verstärken jetzt das Volk. Bei der Gelegenheit gab es auch direkt einen ordentlichen Schluck Zuckerwasser, damit die Damen weiter ausbauen und einlagern können. Natürlich auch für das andere Volk.

So weit so gut.

Aber an der Abfegestelle haben sich aber doch noch einige Bienen gesammelt. Und das trotz Platzregen zwischendurch.


 

Tja, kann man die noch irgendwie retten? Die tun mir ja doch leid, wie sie so unter der Schiene kauern. Eine Nachfrage beim erfahrenen Kollegen ergab den Tipp, die Restbestände einzusammeln und über ein Brett einlaufen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass alle Bienen an den Türstehern des aufnehmenden Volkes vorbei müssen. Und da die organisiert sind und bereits eine ordentliche Königin haben, können eventuell enthaltene Drohnenmütterchen dort niemanden beeindrucken und müssen draußen bleiben. Falls sich überhaupt welche in dem Pulk befinden. So weit mal wieder die Theorie. 

Hm...machen oder lassen?

Ich habe mich für Ausprobieren entschieden. Also einmal die Mikro-Kolonie nass machen, in einen Karton verfrachten und dann einfach vor den Stock kippen. Ein Häufchen nasse Bienen. Die machen was mit die letzten beiden Tage...

 


Es folgt der spektakuläre Teil der Aktion. Wenn die Bienen dann auf ein Brett gekippt werden und anfangen, den Stock zu riechen, folgt eine Bienenkarawane. Unter großem Gebrause geht der Marsch los.

Erst mal recht langsam...

Die Damen fächeln sich den Stockgeruch zu. Dieses sogenannte "sterzeln" dient der Kommunikation. Das kann man sich vorstellen, wie die Lichter einer Landebahn. Hier geht's lang - nur nicht optisch, sondern olfaktorisch. Bienen können halt besser riechen als sehen. Und den Geruch schnappen dann immer mehr Bienen auf.

Irgendwann habe es dann alle geschnallt und der Marsch geht richtig los. Nach einer halben Stunde waren nur noch einige wenige Bienen draußen.


Die meisten haben es noch geschafft und hängen jetzt am Eingang der Beute herum Es gab auch ein paar Verluste auf dem Weg. Aber auch diese dienen noch einem natürlichen Zweck. Es gibt zwar nicht viele Wespen dieses Jahr, aber die vereinzelten Jäger freuen sich trotzdem über einen Happen.

Und einen hübschen Zuschauer der Aktion hab ich auch noch mit der Kamera erwischt. Sieht zwar aus wie eine Hornisse, ist aber eine gut getarnte Hornissen-Schwebfliege.

Das war also der Einmarsch in den Stock. Sieht echt toll aus. Mit großen Schwärmen im Frühling geht das noch spektakulärer.

Jetzt hoffe ich nur, dass die sich vertragen und ich meinem Volk nicht gerade unabsichtlich Stress gemacht habe. Man wird sehen.





Samstag, 21. August 2021

aus 2 mach 1

Das Bild hat sich leider nicht mehr verbessert in der letzten Woche. Ein Volk scheint mir tatsächlich weisellos zu sein. Also stand heute der Umzug an. Aus einem schwachen und einem hoffnungslosen Volk soll eins werden, dass den Winter schaffen kann.

Dazu mussten die Bienen erst mal den Platz räumen. Das kleine Volk wir dann an den Platz des starken ohne Chefin gestellt, und dann kommen nach und nach die Bienen zurück und verstärken den Schwächling. So weit die Theorie...

Man könnte im Prinzip auch den einen Stock auf den anderen stellen und mit Zeitung als Trennschicht für eine langsame Annäherung sorgen. Aber ich fürchte, ich habe schon einige Drohenmütterchen im Volk. So nennt man normale Bienen, die sich durch Abwesenheit einer Königin und deren Pheromone zu legenden Hilfsköniginnen weiter entwickeln. Die können zwar nix (waren ja nie auf Hochzeitsreise und können deshalb nur Drohen produzieren), halten sich aber für Graf Rotz persönlich und machen Stress, wenn sie auf eine andere Königin treffen. Darum ist es knifflig, die Völker einfach zu vereinigen. Im dümmsten Fall hat man dann eine tote echte Königin und immer noch das gleiche Problem. 

Also muss man irgendwie dafür sorgen, dass die bei der Aktion draußen bleiben. Dazu fegt man den ganzen Stock etwas vom Standort entfernt ab und lässt die Bienen zurück fliegen. Die unerwünschten Aushilfen sind durch die Legetätigkeit dick, träge und nicht so mobil, die finden (hoffentlich) den Weg zurück nicht.

Also auf gehts. Ganz schön schwer so ein voller Stock. Ich musste einige Waben einzeln wegtragen, damit ich das überhaupt gewuppt bekomme.

Erst mal alles beiseite gestellt und dann auf die Schienen abgefegt.

In der Zwischenzeit habe ich den anderen Stock verrückt und dann geht das Gewusel los. Der neue Sammelplatz auf dem Boden ist ein einziges Wimmelbild.

Die Waben habe ich weggeräumt und die Bienen wundern sich erst, dass sie jetzt im Freien sind und fliegen dann zurück zum alten Standort. Zumindest die, die fliegen können.

Da war ganz gut was los am Eingang.

Eine Stunde später hat sich alles wieder beruhigt. Und jetzt heißt es abwarten. Mal sehen, ob das klappt. Aber alleine wären beide Völker verloren gewesen. 

Ich werde wohl morgen mal rein schauen und ggf. noch verwertbare Waben zugeben. Der Stock sollte ja jetzt gut voll mit Bienen sein. Und füttern muss ich auch noch.

Ich bin gespannt...


Ach so: das dritte Volk ist topfit. Ich habe mal nach den Milben gesehen und in der ganzen Woche fiel nur eine einzige auf das Auffangbrett. Das ist prima. Und den Klotz Futterteig haben sie auch schon komplett weggeputzt. Hier geht es also nur noch darum, genug Futter unterzubringen, bevor der Winter kommt. Wenigstens ein Volk, das sehr gute Chancen hat, den Frühling zu erleben.


Sonntag, 15. August 2021

schwache Völker

So, zurück aus dem Urlaub. 

Wie gehts den Bienen? Jetzt Mitte/Ende August werden die Weichen gestellt für das nächste Jahr.

Na ja...gute Nachrichten zuerst: ein Volk steht sehr gut da. Der Futterteig ist weg, jede Menge Bienen, alle Waben ausgebaut und ein riesen Brutnest. Ein Traum. Jetzt muss ich noch mal  nachsehen, wie viele Varroen es so im Schnitt pro Tag gibt, und dann kann der Winter kommen.

Aber die anderen beiden...das sieht nicht gut aus.

Der Brutsammler hat jetzt deutlich weniger Bienen als vor drei Wochen und ich konnte keine einzige Brutzelle sehen. Alles voller Nektar und angefangener Nachzuchtzellen. Das sieht nach einem weisellosen Volk aus. Dabei hab ich die Königin definitiv gesehen, bevor ich weg war. Was ist denn da passiert? Ich kann nur spekulieren. Eventuell hat die Chefin die Behandlung mit Ameisensäure nicht vertragen. Ich habe gehört, dass das ab und an mal vorkommen soll. Aber unterm Strich bin ich etwas ratlos...

Und das dritte Volk ist mittlerweile winzig. Da habe ich zwar ein kleines Brutnest entdeckt, aber das bestand nur aus sehr kleinen Feldern. Die frischen Mittelwände waren zum großen Teil nicht mal angerührt und der größte Teil des Futterteigs, den ich vor dem Urlaub gegeben hatte, war immer noch da. Insgesamt hat sich das Volk extrem verkleinert, so dass es in dieser Form kaum über den Winter kommen kann. Warum ist hier die Legeleistung so eingebrochen? Die waren doch eigentlich schon auf einem guten Weg. Hat da evtl. die TBE und die Oxalsäure zu einem Schock geführt? Das sind die wirklich frustrierenden Momente, denn das kann mir niemand sagen. Auch hier kann ich nur spekulieren.

Und jetzt?

Ich habe jetzt erst mal den Rest Futterteig auf das starke Volk gelegt. Dann können die den haben, die bekommen den aufgrund der größeren Bienenmasse auch besser verwertet bevor er ganz hart wird. 

Bei den anderen beiden werde ich jetzt wohl versuchen, daraus ein ordentliches Volk zu machen. Eine Königin und ein mittleres Volk ergeben zusammen hoffentlich eine Kombi, die  stark genug wird, um den Winter zu überstehen. Dazu werde ich das führungslose Volk etwas vom Stand entfernt abfegen und den Schwächling an dessen Stelle platzieren. Die Bienen, die es zurück schaffen, verstärken dann das kleine Volk und die dort vorhandene Königin schafft es hoffentlich noch, genug Eier für Winterbienen zu legen.

Schaff ich aber heute nicht mehr, das muss bis nächste Woche warten. 

Sonntag, 25. Juli 2021

Futter und Säure

Zweite Kontrollrunde kurz vor dem Urlaub.

Sieht gut aus: die beiden TBE-behandelten Völker haben damit angefangen, ihre neuen Waben auszubauen. Die erneute Futtergabe zwischendurch mit dünnem Zuckerwasser hat genau das gemacht, was sie sollte. Sie hat den Bautrieb der Bienen gesteigert. Sehr gut. 

Die beiden haben jetzt noch eine weitere Oxlasäurebehandlung erhalten (diesmal als Träufel-Lösung) und danach einen großen Klotz Futterteig. Ich bin jetzt drei Wochen unterwegs, da haben die Bienen Zeit, das Futter zu verarbeiten.

Der Brutsammler hat stattdessen eine klassische Ameisensäurebehandlung im Verdunster erhalten. Das dauert auch zwei Wochen, bis alles verdunstet ist. Die bekommen dann Futter, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Das waren mir doch zu viele Brutwaben, die ich da hätte einschmelzen müssen. Also geht es bei diesem Volk dieses Jahr ganz klassisch zu. Dann kommt die TBE eben nächstes Mal.

Und jetzt bin ich mal gespannt, wie die Damen drauf sind, wenn ich zurück bin.


Sonntag, 18. Juli 2021

Honigernte und Zwischenstand TBE

Eine Woche nach der radikal-Maßnahme musste ich wieder an die Völker. Urlaubsbedingt war es Zeit, den Honig zu ernten. Das habe ich gemacht und dann am Folgetag direkt gegen Milben behandelt. Das war ja der Plan: da die Völker brutfrei sind, kann man mit vergleichsweise harmloser Oxalsäure behandeln, statt mit aggressiver Ameisensäure.

Was den Honig angeht, ist das ein trauriges Jahr. Durch den eisigen Frühling und den verregneten Sommer ist da wenig hängen geblieben. Mal sehen, ob ich überhaupt was für die Nachbarschaft habe am Ende, wenn Freunde und Familie versorgt sind. Es sind zwar ein paar Kilo geworden, aber das muss ja reichen bis nächstes Jahr. So wie diese Wabe präsentierten sich leider nur einige wenige.


 

Die TBE sah ganz ok aus für mich nach einer Woche. Der Brutsammler wächst ordentlich, da mittlerweile einiges an Bienen nachgeschlüpft ist. Kein Wunder, das war ja auch eine ganze Menge Material, was ich da rein gehängt hatte. Und das Beste: bei der Behandlung ist mir die Königin fast über die Hand gelaufen. Sehr gut, denn ich war etwas besorgt, ob das Volk noch eine Chefin hat. Eigentlich hätte ich in diesem Volk jetzt auch radikal alles an Material entnehmen müssen, aber das habe ich nicht übers Herz bekommen. Es waren noch mehrere tausend Zellen verdeckelt (und meine Zeit zum Einschmelzen und Verarbeiten ist wegen Urlaub auch begrenzt). Damit wird es dann aber unmöglich, die brutfrei zu bekommen. Das sollten sie aber sein, da die Oxalsäure nur auf den Bienen wirkt, nicht in verschlossenen Zellen. Also Planänderung: das Volk erhält während meins Urlaubs doch die Standardbehandlung mit Ameisensäure.

Die anderen beiden wurden ordentlich eingesprüht und haben angefangen, die ganzen Mittelwände auszubauen. Da sollte ich mal mit Flüssigfutter nachhelfen, das soll den Bautrieb anregen. Ich muss jetzt eh füttern (ich hab ja den Honig geklaut), das passt ganz gut zusammen. Für meinen Geschmack könnte das etwas zügiger gehen, aber imemrhin scheinen sie auf dem richtigen Weg zu sein.

Das sieht alles in allem ganz ordentlich aus. Im Gegensatz zum letzten Versuch vor zwei-drei Jahren, bei dem sich das Volk nach der TBE komplett selbst aufgelöst hat, scheint das diesmal alles ganz gut zu funktionieren.

Sonntag, 11. Juli 2021

totale Brutentnahme

Ich hatte mir ja Gedanken gemacht, wie ich die Varroabehandlung dieses Jahr gestalten will. Ich wollte mal eine Alternative zur Chemiekeule versuchen und habe eine totale Brutentnahme geplant.

Dazu werden dem Volk alle Brutwaben entnommen und durch frische, leere Mittelwände ersetzt. Damit entnimmt man auch einen Großteil der Milben, denn die sitzen ja in der Brut. Und man erneuert das Material, was nach ein paar Jahren auch eine gute Idee ist. Aus den ganzen Brutwaben kann man dann entweder einen Wachsblock machen oder einen Sammelableger, den man seinerseits wieder behandeln muss, wenn die Brut geschlüpft ist. Das ist insgesamt ein massiver Eingriff für die Bienen und eine ziemliche Materialschlacht für den Imker. Aber das Verfahren ist lange erprobt und recht zuverlässig. Na dann...

Sinnvollerweise macht man das kurz vor der Honigernte. Da ich die für nächste Woche geplant habe, ist es höchste Zeit dafür. Bei der Gelegenheit habe ich auch nochmal nach einem abgeschwärmten Volk gesehen, das keine neue Brut hatte, was darauf hindeutet, dass die neue Königin wohl den Hochzeitsflug nicht überlebt hat. Da war wohl ein Vogel schneller. Doof...also schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe, indem ich aus dem vermutlich weisellosen Volk den Brutableger mache und alle Brutwaben da rein sammle. Da wird ja wohl das ein oder andere schöne Ei dabei sein, aus dem eine neue Königin entstehen kann. Wenn die Bienen nicht wieder ihren eigenen Plan haben. Man wird sehen.

Gesagt, getan. Nach einer schweißtreibenden Stunde am Bienenstand habe ich jetzt drei unglaublich schlecht gelaunte und aufgeregte Völker. Kein Wunder, es ist echt eine Menge Gefummel. Ein Volk ist jetzt knallvoll mit Brutwaben aus den beiden anderen, und zwei Völker sind mit jeder Menge frischer Mittelwände und je einer Futterwabe ausgestattet. Was für eine Aufregung. Für Bienen und Imker.

Und als ich fertig war, ist mir eingefallen, dass man ja trotz Entnahme in der Mitte eine offene Brutwabe belassen soll, damit die Milben da rein gehen. Als Fangwabe sozusagen. Die kann man dann eine Woche später entnehmen und samt den ganzen Milben, die sich da rein geflüchtet haben, einschmelzen. Das hab ich in der ganzen Aufregung total vergessen. Sehr ärgerlich. Die Bienen wollen mich eh schon alle umbringen, die finden die Maßnahme überhaut nicht lustig. Da geh ich jetzt nicht mehr ran. Jetzt sitzen sie vor der Tür und beruhigen sich hoffentlich bald wieder.

Ich muss mir noch überlegen, was ich mit dem überschüssigen Material mache...Futter und Drohnenbrut hauptsächlich. Einschmelzen, ausschneiden und Presshonig machen...? Tja, mal sehen.