Sonntag, 29. September 2019

Totalverlust...

Das hat ja mal gar nicht geklappt.

Das Volk, bei dem ich die Brutentnahme gemacht habe, hat die neue Beute und die Mittelwände nicht angenommen. Statt einen neuen Bau zu starten, sind die Bienen scharenweise ausgewandert. Die Mittelwände wurden nicht angerührt. Das eingehängte Zuckerwasser wurde von den Nachbarn geplündert. Ich habe auch keine Königin mehr gesehen.
Damit ist das ganze Volk verloren.

Und mal wieder hab ich keine Ahnung, was jetzt konkret zu diesem Problem geführt hat. Zu hektisch gearbeitet? Oder ist es für das Vorgehen generell zu spät im Jahr? Oder hab ich aus Versehen die Königin gekillt beim Umbauen? Oder, oder, oder...

Was für ein Flop. Jetzt hab ich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, aber hinterher ist man halt immer schlauer. Bitter...

Dann bleibt mir jetzt nur die Hoffnung, dass meine regelmäßige Sprühbehandlung der anderen beiden Völker erfolgreicher ist...

Sonntag, 22. September 2019

Gegenmaßnahmen

Nach reiflicher Überlegung und einigen Diskussionen mit den Imkerkollegen versuche ich jetzt wirklich verschiedene Taktiken. Handeln muss ich eh, also versuche ich mehrere Maßnahmen und lerne so viel wie möglich. Im schlimmsten Fall ist es zu spät und die Völker gehen im Winter ein. Dann hab ich wenigstens was fürs nächste Mal gelernt.

Stock 1 ist jetzt nicht mehr grün, sondern dunkelbraun. Ich habe dort eine totale Bauerneuerung gemacht und alles entnommen. Das ganze Volk sitzt jetzt auf frischen Mittelwänden und startet praktisch bei Null. In der Zwischenzeit schmelze ich die Altwaben ein bzw. friere die Vorratswaben einmal ein. Das erledigt die Milben in den Zellen. Die Bienen bekommen dann noch in ein paar Tagen eine Säurebehandlung für die Parasiten auf dem Rücken.
Bleibt die Frage, ob das Volk den Umzug verkraftet. Das ist insgesamt ziemlich rabiat, auch wenn es diverse Imker gibt, die jetzt noch Kunstschwärme bilden und damit ihre Bestände regulieren. Es ist natürlich viel zu spät im Jahr, um ein neues Volk aufzubauen. Ich hoffe, dass sie noch ein kleines Brutfeld anlegen und ein paar weitere Winterbienen großziehen. Bis Mitte/Ende Oktober kann das noch klappen, gerade hier im warmen Rheinland. Die Vorräte gibts dann zurück, sobald sie sich in der neuen Beute eingerichtet haben. Im Freien finden sie jetzt nicht mehr viel.


Und die anderen beiden Völker bekommen jetzt im Wochenrhythmus eine Säurebehandlung. Das hilft zwar nicht gegen die Milben in den Zellen, aber nach und nach erwische ich hoffentlich so viele davon auf den Bienen, dass die Population zusammen bricht.

Ich hätte auch gerne noch die Spät-Version der Ameisensäurebehandlung getestet, die sinnvollerweise eigentlich im August stattfindet. Aber dafür habe ich kein Material und das gibts jetzt auch nicht mehr zu kaufen. Leider zu spät im Jahr.

Dann bleibt jetzt eigentlich nur noch Daumen drücken, dass die Damen es schaffen...

Sonntag, 8. September 2019

Varroamilben

Ich hab noch mal nach dem Milbenbefall gesehen.
Das Resultat ist erschreckend. Zwischen 50 tote Milben pro Tag beim Brutentnahme-Volk und rund 100 pro Tag beim geschwärmten Volk (und beim Schwarm selbst) dürften für einen friedlichen Winter deutlich zu viele sein.

Die Viecher haben sich explosionsartig vermehrt in den letzten Wochen. Was mach ich denn jetzt? Ich wollte ja auf die Chemiekeule nach Möglichkeit verzichten. Das kann ich wohl vergessen. Mist...und es ist schon September. Die Behandlung macht man normalerweise eher Anfang August, bevor man das Winterfutter gibt. Da passt das Wetter auch besser.

Jetzt bin ich etwas ratlos. Kann ich jetzt noch mit Ameisensäure arbeiten oder ist es dafür zu spät? Fragen hilft ja, also hab ich im Verein gefragt. Der lokale Sachverständige ist auch skeptisch, ob das mit der Ameisensäure noch klappt. Vielleicht einfach mit Milchsäure sprühen und auf das Beste hoffen? Das trifft nur Milben, die gerade nicht in Brutzellen sitzen. Aber immerhin...oder doch Ameisensäure? Ich habe auch nur zwei Verdunster, aber alle drei Völker brauchen Hilfe...

Jetzt frage ich mich natürlich im Nachgang, wie man das besser hätte machen können. Den Schwarm und seinen Ursprung habe ich gar nicht behandelt, die hatten ja nach dem Schwarmvorgang nur noch 5 Milben am Tag. Das ist harmlos. Und das dritte Volk hat nach der Brutentnahme eine Runde Oxalsäure bekommen. Wo diese Massen jetzt herkommen ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Andere Standorte sind mir hier keine bekannt, also können das auch keine fremden Überläufer sein. Das müssen meine eigenen Milben sein. Da brauche ich nächstes Jahr einen anderen Plan. Entweder alle schwärmen lassen und danach behandeln oder konsequent auf Brutentnahme setzen und dann trotzdem behandeln oder von Anfang an die Chemiekeule einplanen...? Darüber werde ich mal im Winter nachdenken.

Tja...ich muss erst noch fertig füttern, bevor ich jetzt was anderes mache. Das habe ich jetzt mal als erstes gemacht. und gebe den Damen noch eine Woche Zeit zum Verarbeiten. Und dann mache ich das Beste draus, und nutze die Situation als Testfeld. Der Schwarm und seine Quelle sind riesig, die werde ich wohl mit Ameisensäure beglücken. Das Wetter soll die nächsten zwei-drei Wochen ganz angenehm werden, das könnte also noch klappen. Wenn es einen schönen Altweibersommer gibt, dann reichen die Temperaturen für die Verdunster. Für den Brutableger nehme ich wohl Milchsäure, der sitzt auf weniger Waben und die haben auch die wenigsten Milben. Dann habe ich das auch mal gemacht.
Und dann gibts um Weihnachten noch eine Runde Oxalsäure, wenn alle ohne Brut dicht auf dicht sitzen. Dann sollte Ruhe sein. 

Hoffen wir mal, dass das klappt und ich nicht im Frühjahr drei tote Völker habe.

Sonntag, 25. August 2019

Sommerendspurt

Bei den Bienen läuft der Sommerabschluss auf vollen Touren. Die Brutfelder werden kleiner, die Vorratsfelder dafür immer größer. Es wird eingelagert, was zu holen ist.

Ich habe auch keine Drohnen mehr gesehen, die Herren wurden wohl alle raus geworfen, während ich im Urlaub war. Die Zeit der Fortpflanzung ist mittlerweile vorbei, also werden die Männchen nicht mehr benötigt. Die noch vorhandenen Drohnenzellen in den Beuten sind mittlerweile alle mit Honig belegt und werden im Winter als Vorratslager dienen.
Da es nochmal so warm geworden ist, wird im Moment Wasser herangeschafft, um den Stock zu kühlen. Darum sieht man im Moment bei mir im Garten auch dieses Bild:

Da wird jede Quelle genutzt. Im 2-Minuten-Takt kommen hier 5-6 Bienen vorbei, um den Rasensprenger anzuzapfen. Da der nicht ganz dicht ist, stehen immer ein paar Tropfen bereit (sofern er nicht läuft). Für die Bienen genau richtig: frei zugänglich und ohne Risiko zu ertrinken. So was wird gerne genommen. Bei meinen Nachbarn werden auch die Blumenuntersetzer angeflogen. Einfach ein paar Murmeln rein und schon werden sie interessant für die fliegenden Nichtschwimmer.

Ja, der Sommer geht zu Ende und für den Imker wird es jetzt ruhiger. Für mich bleibt noch das weitere Auffüttern der Völker und dann muss ich irgendwann mal die ganzen Wachsreste einschmelzen, die sich im Laufe des Jahres so angesammelt haben. Das hat aber noch Zeit. Da ich das im Freien mache, muss ich entweder warten bis spät in die Nacht oder bis es so kalt geworden ist, dass keine Bienen mehr fliegen. Wenn ich das bei dem schönen Wetter mache, dann laufen die alle Amok, weil sie glauben, dass bei mir im Garten eine Honigquelle aufgegangen ist. Also abwarten...

Dienstag, 13. August 2019

Fazit Brutentnahme

Ich war gerade noch mal am Stand und damit ist das Kapitel Brutentnahme auch abgeschlossen.

Der Brutling hat es leider nicht geschafft. Es gab keine Königin und die Bienen wurden immer weniger.



Der traurige Rest hier hat keine Überlebenschance. Schade...vielleicht finden die letzten Überlebenden ja Einlass bei den Nachbarvölkern.
Ich habe den Stock jetzt aufgelöst. Dazu räuchert man die Bienen zuerst ordentlich ein, damit sie sich die Bäuche vollschlagen. Dann nimmt man alle Waben mit und fegt die Bienen ein paar Meter entfernt auf den Boden. Nach etwas Verwirrung fliegen sie dann zurück an den Standort, wo sie keine Bienenbeute mehr vorfinden. Mit dem Honigvorrat im Magen können sie sich aber bei den Nachbarn einbetteln und verstärken dann dort die Belegschaft.

Gute Nachrichten gabs beim abgebenden Volk. Nachdem ich beim letzten Mal ja Sorgen hatte, dass auch das Volk hin ist, habe ich heute jede Menge frische Brut im Stock gefunden. Hurra, sie leben noch! Da hab ich die Königin beim letzten Mal wohl schlicht übersehen. In der Zwischenzeit hat sie angefangen, ein neues Brutnest anzulegen. Es wuselt wieder im Stock.

Hinter der Bauwabe vorne gehts weiter mit drei Brutwaben. Na endlich! Prima!

Und jetzt wird es spannend: die anderen beiden Völker platzen fast vor Bienen und sind bis an den Rand voll mit Waben. Das hier ist dagegen eher ein Volk in Ableger-Stärke. Das hat nicht mal das Futter komplett geschafft, in der Tasche war noch was drin. Aber es sind noch ein paar Wochen Zeit, bis es kalt wird. Das reicht hoffentlich noch, um gestärkt in den Winter zu gehen.

Ich hab noch ein paar Liter Invertsirup spendiert und das Flugloch verkleinert. War auch Zeit, denn die Wespen werden langsam frech. Die fressen alles, wenn sie können: Bienen, Larven, Honig. Da wurde sich schon überall geprügelt. Jetzt im Spätsommer nimmt das noch zu. Mit dem verkleinerten Flugloch können die Bienen jetzt den Eingang gegen die deutlich agileren und besser bewaffneten Wespen verteidigen. Stachel haben zwar beide, aber Wespen haben die kräftigeren Beißwerkzeuge.
Randnotiz: Wenn Bienen andere Insekten stechen bleibt der Stachel übrigens nicht stecken. Das passiert nur bei der flexiblen Haut von Säugetieren, in der sich die Widerhaken verfangen. Der traditionelle Gegner sind aber andere Insekten wie Bienen oder Wespen, die jetzt im Spätsommer auf Raubzug sind. Ist ja auch einfacher, das Vorratslager eines Volks anzuzapfen als selbst mühsam alles zusammen zu tragen.

Also Daumen drücken, dass aus dem Volk noch ein starkes Wintervolk wird...

Sonntag, 4. August 2019

Zwischenstand Brutentnahme

Ich habe beim Füttern natürlich auch nach dem Volk gesehen, dass ich durch die Brutentnahme in zwei Völker verwandelt habe. Die sahen beide nicht sehr glücklich aus.
Das abgebende Volk hatte jetzt drei Wochen Zeit, um die Mittelwände auszubauen und wieder mit der Brut zu beginnen. Leider ist da nicht viel passiert. Die Waben sehen zwar hübsch aus und es wurde jede Menge Honig eingelagert aus der ersten Fütterung, aber es ist nur sehr wenig Brut vorhanden. Und das bisschen, das ich gesehen habe, war irgendwie schief und krumm und löchrig. Das sieht nicht gut aus. Es sollte doch schon lange wieder zumindest kleine aber kompakte Brutfelder geben...?
Ich habe nach der Königin gesucht, aber ich habe sie nicht gefunden. Oh je...jetzt bin ich nicht der Held im Königin suchen auf Waben, aber so viele Bienen waren nicht im Stock und ich frage mich jetzt, ob da die Chefin gestorben ist. Das wäre ja extrem ärgerlich. Bei der Varroabehandlung aus versehen die Königin zu verlieren ist zynisch. Das macht man ja, um dem Volk auf die Beine zu helfen, nicht um es führungslos zu machen und dann aufzulösen. Tja...und nun?
Ich habe eine Brutwabe aus einem anderen Volk reingehängt. Wenn wirklich keine Königin mehr drin ist, dann bauen die Bienen Weiselzellen aus der Brut. Wenn ich also nächstes Mal Nachzuchtzellen sehe, dann weiß ich Bescheid. Leider ist es ggf. schon zu spät für die Nachzucht einer Königin. Bis die dann geschlüpft ist in über zwei Wochen, gibt es wahrscheinlich keine Drohnen mehr, um sie zu begatten. Dann wäre das Volk verloren, da es sich keine Winterbienen mehr ziehen kann. Da bleibt dann nur noch auflösen. Oder ich besorge mir aus dem Verein eine Ersatzkönigin.

Und im Brutling sah es noch schlimmer aus.
Von den Bienen, die beim letzten Mal im Stock waren, war nur noch ein Bruchteil vorhanden. Die Waben sind teilweise vergammelt bei dem feuchten Wetter der letzten Tage. Da waren wohl nicht genug Brutpfleger mit dabei, um alles zu betreuen. Teilweise sind die verbliebenen Larven in der Zelle eingegangen, da sie es nicht raus geschafft haben. Oder sie sind vorher eingegangen, weil das Mini-Volk die Temperatur nicht halten konnte. Diese Zellen bleiben dann zu. Normalerweise werden die irgendwann von den Bienen geöffnet und die toten Larven werden entsorgt, aber auch das ist nicht passiert.
Ich habe jetzt diese Waben entnommen und das Volk sitzt ganz eng auf drei Waben. Dazu gabs noch eine Bauwabe. Aber auch hier habe ich keine Königin entdeckt. Es waren zwar zwei offene Weiselzellen zu sehen und es wurde jede Menge Pollen eingelagert, aber eine neue Chefin habe ich nicht entdeckt.
Das sieht alles gar nicht gut aus. Ich warte jetzt noch ein paar Tage, wenn dann keine Bruttätigkeit zu sehen ist, dann löse ich den Brutling wieder auf.

Ein ernüchterndes Fazit der Brutentnahme nach drei Wochen...

Samstag, 3. August 2019

Fütterung der Raubtiere

Jetzt geht die Zeit der Einfütterung los.
Nachdem ich mich ja am Vorrat der Bienen bedient habe und jetzt einige Kilo Honig im Keller stehen, muss ich dafür sorgen, dass die Damen genug Treibstoff haben, um entpannt in den Winter zu gehen.
Da in der Natur jetzt nicht mehr so viel zu holen ist (außer vielleicht Sonnenblumen), muss ich eben die Nahrung herbeischaffen. Dafür gibts mehrere Möglichkeiten. Die beste ist natürlich, den Bienen einfach ihren Honig zu lassen. Das ist in dem Beutentyp, den ich benutze automatisch gegeben, denn alles, was die Bienen vor der Ernte unten im großen Brutraum eingelagert haben, bleibt ihnen erhalten. Da waren schon mal ein paar Kilo drin als ich die Honigräume abgenommen habe.
Die einfachste Ersatzlösung ist Zuckerwasser. Wasser und Zucker 1:1 vermischt (oder 2:3) finden die Bienen großartig. Alternativ gibts für Imker auch spezielle Futtermischungen zu kaufen. Die sind chemisch schon weiter verarbeitet und etwas dickflüssiger. Das spart den Bienen Arbeit, da sie im Gegensatz zum dünnen Zuckerwasser nichts mehr umarbeiten müssen. Sie können den Futtersirup also unterm Strich schneller einlagern. Jetzt Anfang August ist das noch egal. Es ist noch Zeit bis zum Herbst, daher gibts jetzt erst mal Zuckersirup. Diesen Invertsirup findet man übrigens auch ab und an in Nahrungsmitteln. Wenn auf der Zutatenliste Fructose-Glucose-Sirup steht, dann hat man da Bienenfutter zum Strecken und Süßen reingetan.
Leider besteht das alles nur aus toten Kalorien und enthält keinerlei Nährstoffe. Darum finde ich es wichtig, den Bienen auch normalen Honig zu lassen, der qualitativ natürlich hochwertiger ist, als der billige Industriezucker. Darum sind manche Bioimker auch durch Auflagen dazu verpflichtet, ihre Bienen auf eigenem Honig überwintern zu lassen.
Und so sieht das dann aus. 20kg Zuckerwasser.


Alternativ kann man auch noch Futterteig herstellen. Das ist eine Mischung aus Honig und Puderzucker, die zusammen einen festen Teig ergeben, den die Bienen nach und nach auffressen und einlagern. Dafür brauchen sie aber zwingend Wasser, da der Teig alleine zu trocken ist. Das kann man also nur machen, wenn die Damen noch fliegen können, um Wasser herbeizuschaffen. Könnte man jetzt auch noch problemlos machen, aber das Geknete ist mehr Arbeit für mich.



Zudem kann ich das flüssige Futter einfach in solche Futtertaschen füllen, den Teig muss ich irgendwie auf die Waben bringen oder in Eimer mit Löchern abfüllen, damit er nach und nach gefuttert werden kann.
Da bleib ich lieber beim Flüssigfutter. Ich hab das mit dem Teig letzte Woche mal getestet mit einem Honigrest, den ich noch hatte. Ich hab das in eine altes Glas gefüllt und ein paar Löcher reingepikt. Dann auf den Kopf gestellt und rein in die Beute. Hat so na ja geklappt. Nach der Hälfte kam nix mehr raus aus den Löchern und im Glas sah es so aus, als ob der Teig gärt. War mal ein Versuch...vielleicht probier ich das im Frühling nochmal und leg es direkt auf die Waben oder so. Aber jetzt gibts erst mal Flüssigfutter.
Mahlzeit!

Mittwoch, 17. Juli 2019

Behandlung

nächster Schritt: Milbenbehandlung mit Oxalsäure.

Nach der Brutentnahme war heute die Behandlung des abgebenden Volks dran.

Aber zuerst wollte ich nach dem Brutling schauen. Da war leider nicht viel los. Von den sechs Waben, die in der neuen Beute gelandet sind, war leider nur eine besetzt. Das ist zu wenig. Da habe ich wohl nicht genug Bienen mit rein getan.
Also habe ich von den anderen Völkern Bienenspenden eingesammelt. Ich habe jetzt einfach die leeren Honigräume samt Bienen, die gerade drin waren, auf den Brutling gestellt. Da unten noch die Absperrgitter drunter sind, ist garantiert keine Königin mit drin. Jetzt hoffe ich, dass die im Volk bleiben.
Und das abgebende Volk hat seine Säurebehandlung bekommen, das sollte ordentlich Milben massakrieren. Wo ich gerade dabei war, habe ich auch noch etwas zugefüttert. Ich weiß nicht so recht, ob die Bienen im Moment viel Futter finden und um auf Nummer sicher zu gehen, gab es jetzt ein paar Liter Zuckerwasser. Damit haben sie auf jeden Fall genug Treibstoff, um die Waben schnell auszubauen. Damit bei den anderen Völkern kein Neid (und damit Räuberei) entsteht, haben die auch was bekommen.

Jetzt bleibt nur abwarten. In ein paar Tagen schau ich noch mal rein, um zu sehen, ob mehr Bienen im Brutling sind und ob eine Weiselzelle angelegt wurde. Falls nicht, dann hat das Volk ein Problem. Ohne neue Königin ist es verloren. In dem Fall bleiben drei Optionen: Brutling wieder auflösen, Eier aus einem der anderen Völker einhängen und erneut versuchen, ob sie eine Königin draus ziehen oder aus dem Imkerverein eine Ersatzköngin besorgen. Aber jetzt warte ich erst mal ab.


Nachtrag 21.7.: die Idee mit den Honigräumen hat funktioniert. Jetzt ist Flugverkehr am Eingang und in der Beute hängen deutlich mehr Bienen als vorher.
Ich habe genau einen Weiselzelle gefunden, die mitten auf einer Wabe nach unten gezogen und bereits verdeckelt wurde. Also haben die Bienen es geschafft, zumindest aus einem Ei noch eine Nachwuchskönigin zu ziehen. Bisschen wenig für meinen Geschmack, mir wären ein paar solcher Zellen lieber gewesen. Kann ja immer mal was schief gehen...vielleicht setzte ich noch eine Eierspende aus den anderen Völkern zu...? Ich denke mal drüber nach.

Sonntag, 14. Juli 2019

Brutentnahme

Und heute waren dann die Milben dran.
Ich habe jetzt die Methode der totalen Brutentnahme genutzt. Eine ganz schöne Materialschlacht für Kleinimker wie mich.


Die dunkelbraune Beute ist das neue Zuhause für den Brutling. Ich habe also alle Waben aus der alten Beute entnommen und durch brandneue Mittelwände ersetzt. Die alten Waben samt den Bienen, die drauf sitzen, landen in der neuen dunkelbraunen Beute und schon hat man aus dem einen Volk zwei gemacht. Ich musste nur zuerst die Königin finden, denn die soll auf jeden Fall im alten Volk verbleiben. Manchmal klappts, ich habe sie direkt gefunden und in einen kleinen Käfig getan, bis ich fertig war.

Theoretisch imitiert man mit diesem Verhalten einen Schwarm. Die Königin und ihr Hofstaat haben jetzt erst mal zu tun, die Waben brutfertig zu machen. Das dauert ein paar Tage, in denen die Milben keine Larven mehr finden.
Und der neue Brutling hat, nachdem die letzten Bienen geschlüft sind und hoffentlich eine neue Königin gezogen wurde, erst mal Brutpause. Die neue Chefin muss ja erst mal in Eilage gehen, das dauert ein paar Wochen. In der Zwischenzeit gehen auch da die Milben zurück.
Da mein Volk völlig mit Varroa verseucht ist, hat der BSV einen Doppleschlag mit Brutentnahme und Behandlung empfohlen. Ich werde also in den nächsten Tagen noch mit Oxalsäure nachhelfen und in ca. 20 Tagen (wenn alles geschlüpft ist) auch den Brutling behandeln.

Tja, ob das jetzt alles klappt? Ich bin gespannt...jetzt sieht es auf jeden Fall so aus.

Bei der Gelegenheit habe ich auch die ausgeschleuderten Honigwaben nochmal drauf gesetzt. Die Bienen putzen die dann aus und ich kann leere Waben einlagern. Das klebt dann auch nicht mehr so.

Freitag, 12. Juli 2019

Honigernte

Wie angekündigt ist die Honigernte der erste Schritt zur Behandlung.
Und heute war es dann soweit. Die gesammelten Erträge dieses Jahres in zwei-drei Honigräumen. 

 
So soll das aussehen: die Wabe prall gefüllt und der Honig von den Bienen verdeckelt. Ein sicheres Zeichen, dass der Honig reif genug ist. Der Wassergehalt ist dann sehr niedrig und er hält sich länger.
 


Ich hab ja selbst kein passendes Werkzeug. Zum Glück konnte ich bei einem Vereinskollegen schleudern, der gerade dabei ist, seine mehreren dutzend Völker abzuernten. Da haben meine drei Honigräume nicht weiter gestört und ich konnte "mal eben" zwischendurch seine "Honigküche" nutzen. Feine Sache, so was: Ein Raum nur für die Honigernte. Alles da, was man so braucht, alles in griffweite und seine Profi-Schleuder verfrühstückt meine paar Honigrähmchen nebenbei. Wir haben nicht mal zwei Stunden gebraucht, inkl. hin und her fahren und einem ausgiebigen Schnack.


So, Meilenstein Honigernte erreicht. Zwei große Eimer (und ein kleiner Rest), und zwei kleine Eimer Deckelwachs. Kann man gut einschmelzen. Und im Gegensatz zum letzten Jahr sind die Honigwaben alle noch ganz. Die kann ich jetzt noch mal kurz auf die Völker stellen, die putzen die Reste aus den Waben und lagern sie neu im Volk ein. Und die Waben selbst können im nächsten Jahr ernuet verwendet werden.
Nächster Schritt: Brutentnahme und gleichzeitige Varroabehandlung. Nach Rücksprache mit dem Sachverständigen folge ich seiner Empfehlung. Ich werde das völlig verseuchte Volk erst mal von seiner Brut befreien und damit einen Ableger bauen. Direkt im Anschluss gibt es dann eine Säure-Behandlung. Mit diesem Doppelschlag lassen sich die Milben hoffentlich zurück schlagen, bevor es zu spät ist.