Freitag, 28. Juni 2019

Gesundheitsfragen

Futterkranzproben

Heute hatte ich Besuch vom Bienensachverständigen aus dem Imkerverein. Es standen Hygiene und Krankheitsvorbeugung auf der Agenda.

Bei Bienenvölkern sollte man regelmäßig auf ansteckende Krankheiten untersuchen. Die Völker können sich wie alle Tiere Krankheiten einfangen und damit dann andere Völker anstecken. Fiese Sachen wie Nosemose (Durchfall) oder etwa Faulbrut (Pilzbefall der Brut) will wirklich keiner, man selbst am allerwenigsten. Auch wenn die Völker äußerlich noch gesund wirken, kann man bei einer Laboruntersuchung feststellen, ob ein Standort mit ansteckenden Krankheiten belastet ist. Wenn man das früh genug merkt, dann kann man ggf noch gegensteuern, bevor der ganze Stand im schlimmsten Fall eingeht und eventuell dabei sogar noch benachbarte Völker ansteckt.

Zu diesem Zweck hat er einen Probenbecher mitgebracht und wir haben eine Futterkranzprobe meiner drei Völker entnommen. Das war für mich jetzt auch das erste Mal, daher war ich neugierig, was wir tun müssen. Geht eigentlich ganz einfach: Man entnimmt aus jedem Volk eine oder zwei Brutwaben und löffelt dort jeweils etwas Honig direkt aus dem Futterkranz, der die Brutwaben umgibt. Dabei bekommt die Wabe ein ordentliches Loch und der Honig suppt über alles, aber das flicken die Bienen recht schnell wieder. Mit Proben aus den drei Völkern haben wir den Becher gefüllt. Der geht jetzt ans zuständige Bieneninstitut (im Rheinland ist das in Mayen bei Koblenz) und wird dort untersucht. Und das schöne daran: alle paar Jahre ist das sogar kostenlos für den Hobbyimker. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann übernimmt die EU die Kosten dafür. Prima. Knapp 20 Euro gespart.
Dann bin ich jetzt mal gespannt, ob meine Bienen auch offiziell so gesund sind, wie sie von außen wirken.

Und sonst so?

Bei der Gelegenheit habe ich mal nachgesehen, ob der Schwarm den Honigraum angenommen hat - tatsächlich. Der wird schon ausgebaut und es war schon teilweise Honig eingelagert. Die sind echt gut drauf. Die Linden stehen jetzt auch überall in voller Pracht, es gibt also gerade ordentlich was zu holen für die Sammlerinnen. Obwohl sich der Bienen-Andrang hier in der Straße im Vergleich zum letzten Jahr noch in Grenzen hält.

Und der grüne Stock bleibt auch interessant. Ich hatte beim letzten Mal ja die Gelegeneheilt genutzt, und zwei alte Waben hinter das Schied gehängt. Da die neue Königin noch nicht in Eilage gegangen war, war keine Brut sondern nur Honig drin. Den sollten die Damen aus den alten Waben nach vorne (oder noch besser nach oben in den Honigraum) umtragen und dann können die alten Dinger raus (wieder Stichwort Hygiene). Und was ist? Meine Bienen halten sich nicht an die Theorie. Statt den Honig umzulagern haben sie eine Filiale gebildet. Auf den beiden alten Waben waren plötzlich kleine Brutfelder. Und Weiselzellen hab ich auch gefunden. Da müssen wohl doch schon ein paar Eier drin gewesen sein. Und die Bienen machen, was Bienen eben so machen: die Eier hochpäppeln und bei Bedarf eine Königin nachziehen. Die saß ja eigentlich vor der Abtrennung. Haben die dahinter aber nicht gemerkt. Mist. Jetzt hab ich zwei Filialen im gleichen Stock. Ein Volk vor dem Trennschied und die Zweigstelle dahinter. Das geht theoretisch auch, wenn man ein undruchlässiges Absperrschied verwendet, aber das probier ich ein anderes Mal.
Aber gutes Timing: ich hatte ja einen BSV da. Der amüsierte Kollege meinte, seine Bienen halten sich auch nicht an die Theorie. Na dann...
Die Königin(nen) haben wir jetzt nicht gesucht, daher weiß man nicht so genau, was jetzt los ist. Eine Chefin oder zwei oder gar keine? Sein Vorschlag: einfach einen Ableger draus machen, dann hab ich eben vier Völker. Dafür fehlt mir aber das Material und langsam auch der Platz. Oder die Zweigstelle wieder ins Hauptvolk integrieren. Falls wirklich zwei Königinnen im Stock sind machen die das unter sich aus. Die Weiselzellen kann ich stehen lassen für den Fall, dass doch keine Königin mehr drin ist. Falls doch ergibt sich im schlimmsten Fall dann eben noch mal ein später Schwarm, wenn die neuen Weiselzellen schlüpfen. Oder aber die doch vorhandene Königin macht kurzen Prozess mit den Nachzüglern. Ich habe mich für die direkte Lösung ohne Materialbedarf entschieden. Also hängen die beiden Waben jetzt wieder vorne mit drin. So viel zu der Idee, dass ich die aussortieren kann.

Mal sehen, wie das jetzt weiter geht. Gestochen wurde ich auch bei der Aktion. Also wenn es einmal läuft...nächstes Mal wieder mit langen Ärmeln.

Sonntag, 16. Juni 2019

Schwarmzeit vorbei

Nach zwei Wochen kam ich heute endlich dazu, in die Beuten zu sehen. Ich war gespannt, wie es dem grünen Volk mit der neuen Königin geht und ob der Schwarm im neuen Heim schon angefangen hat, ein neues Brutnest anzulegen.

Aber zuerst musste ich unbedingt nachsehen, ob im braunen Volk Weiselzellen hängen. Kurze Imker-Mathematik: Königinnen entwickeln sich in 3+5+8 Tagen: 3 Tage als Ei, 5 Tage als Larve, 8 Tage als Puppe. Macht zusammen 16 Tage. Ich habe vor 15 Tagen das letzte Mal nachgesehen und keine Nachschaffungszellen gesehen. Die Bienen hätten theoretisch aber direkt nach meiner Durchsicht loslegen können und dann bleibt jetzt noch ein Tag, bevor die neue Chefin schlüpft. Also nix wie ran ans Volk, denn ich möchte die aktuelle Königin behalten. Aber zum Nachsehen musste ich erst mal die Honigräume runter wuchten. Auch der 2. Raum wird langsam schwerer, der erste ist schon knallvoll. Ganz schön schwer die Dinger. Und alles rappelvoll mit Bienen. Also dafür dass das Volk Anfang des Jahres etwas schwach war hat es sich echt prima entwickelt! Und...keine Weiselzellen drin. Die haben einfach keine Lust auf Vermehrung. Dafür aber riesige Brutfelder auf allen Waben. Soll mir recht sein. Ich denke auch, die Schwarmzeit ist jetzt durch.
Ich habe noch eben den ganzen Wildbau entfernt. Die sind echt bauwütig..sieht aber sehr hübsch aus und riecht auch noch lecker.



Bleibt die Frage, was die beiden Teile des Schwarms machen.
Das Altvolk hatte mich ja beim letzten Mal mit weiteren zahlreichen Nachzuchtzellen überrascht. Die müssen alle direkt nach meiner vorletzten Durchsicht angelegt worden sein. Das finde ich immer noch seltsam, denn da war die neue Chefin ja schon angelegt und ein paar Tage lang verpuppt. Tja, offensichltich werden Königinnen auf Vorrat angelegt, so lange das noch geht. Wenn die Brut zu spät mit Gelee Royal gefüttert wird, dann kommt eine maue Königin raus. Also haben die wohl tatsächlich alles hochgezogen, was an Brutmaterial verfügbar war. Sehr gründlich, so ein Volk...
Jetzt waren fast alle großen Weiselzellen wieder unten offen, also sind die ganzen Jungköniginnen nach und nach wohl geschlüpft. Bis auf zwei kleine, das waren wohl Blindgänger. Mal sehen, wie lange die Bienen die Zellen noch stehen lassen.
Einen weiteren Schwarm habe ich nicht registriert und auch von den Nachbarn hat sich niemand gemeldet. Also gab es wohl ein Massaker unter den Königinnen. Und die Gewinnerin habe ich tatsächlich gerade gesehehen auf einer Wabe. Mit schön langem Hinterteil sieht sie prima entwickelt aus und ist farblich fast eine Kopie ihrer Vorgängerin, die jetzt nebenan wohnt. Nur mit Eier legen ist noch nichts. Die neue Chefin ist zwar munter herumgewandert und hat Zellen inspiziert, aber alle Waben waren leer. Das kann jetzt aber nicht mehr lange dauern, bis sie Ihre Tätigkeit als Brutfabrik aufnimmt.
In der Zwischenzeit hat das Volk die frei werdenden Zellen mit Pollen und Honig gefüllt. Es glänzt überall, die Bienen scheinen gerade richtig gut einzutragen. Gut für das Volk, leider nichts zu holen für mich, denn das lagert jetzt alles im Brutraum. Im Honigraum hat sich dafür wenig getan. Klar, die machen erst mal unten voll, bevor sie oben einlagern. Und da unten im Moment kein Platz für neue Bienen benötigt wird, packen sie ihre Vorräte eben unten rein. Der Honig ist transportierbar. Wenn neue Brut angelegt wird, dann sollte das eigentlich auch nach oben umgelagert werden. Nur die Pollen bleiben wo sie sind.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und noch zwei alte Waben hinter die Abtrennung gehängt. Da dort im Moment nur Honig drin ist, sollte der nach vorne (oder nach oben) umgelagert werden. Dann kann ich die alten Bretter mal rausnehmen. Das stört jetzt nicht so, wo es keine Brut gibt.

Der Schwarm selbst hat sich super entwickelt in seinem neuen Zuhause.

Sieht jetzt von oben unspektakulär aus, aber alle Rähmchen, die ich reingehängt hatte, sind komplett ausgebaut und voll belegt. Auch hier habe ich die Königin gesehen, die eilig auf einer Wabe unterwegs war. Die war echt fleißig in den letzten beiden Wochen: alle Waben sind randvoll mit Brutfeldern, die von kleinen Futterkränzen abgeschlossen werden. Wie aus dem Lehrbuch. Auch der leere Baurahmen ist komplett ausgebaut und total voll. Das sieht so gut aus, dass ich nicht nur eine neue Mittelwand reingehängt habe. Bilder gibts davon leider nicht, dafür fehlt mir eine Hand und/oder die nötige Ruhe, um mit gezogenen Waben dann noch mit dem Handy rum zu hantieren.
Ich habe mich sogar noch getraut, einen halbvollen Honigraum aufzusetzen. Wenn die ganzen Brutfelder schlüpfen ca. nächste Woche, dann brauchen die neuen Platz und was zu tun. Vielleicht schafft es das Schwarmvolk ja tatsächlich noch, den Honigraum zu belegen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Insgesamt sieht der Stand also jetzt so aus:

Stichwort Honig: das läuft ja gerade ganz gut, da scheint es im Moment ordentlich was zu geben. Was auch immer gerade blüht, ich habe da etwas den Faden verloren. Obst und Robinie ist durch, aber ich sehe alle möglichen Wiesenblumen und Stauden hier. Mohn, Kornblumen und Lavendel gibts zum Beispiel gerade an jeder Ecke. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Stadt Bonn, die die Grünstreifen hier in Buschdorf in den letzten Jahren zu Wiesen-Blühstreifen umfunktioniert hat. Alle gewinnen: Insekten finden Futter, Passanten finden es hübsch und die Stadt muss weniger mähen und spart Geld. Nur die Kreuzungsbereiche werden frei geschnitten. Reicht ja auch.
Ich habe diese Woche auch die erste blühende Linde gesehen. Das ist insofern interessant, da das für Buschdorf die letzte ertragreiche Massentracht sein dürfte. Na ja, zumindest ist das die Tracht, die ich zuordnen kann. Hier in der Straße stehen zwei Linden, die waren letztes Jahr über Tage komplett voll mit Bienen. Da ist aber im Moment noch nichts offen. Dauert wohl noch ein paar Tage. Bis dahin gibts Brombeeren, die ja in ganz Bonn wie Unkraut wachsen. Die sind auch recht ertragreich, sollen aber im Honig einen leicht bitteren Beigeschmack haben. Ich bin gespannt. Sonnenblumen gehen dann auch noch recht spät, aber davon gibts hier keine nennenswerten größeren Mengen. Zumindest sind mir mal keine bekannt.
Und Bienenbäume dürfte es den ein oder anderen in der Nachbarschaft geben. Aber wenn ich recht informiert bin, dann kommen die erst im August. Ich denke, ich ernte davor und lasse den Bienen den Rest als Wintervorrat. Dann muss ich auch nicht so viel füttern. Mal sehen...

Sonntag, 2. Juni 2019

Neue alte Mitbewohner

Nach ein paar Tagen habe ich jetzt mal nach dem Schwarm gesehen.
Sieht gut aus. Es sind zwar deutlich weniger Bienen im Stock, als ich eingefangen habe, aber die übrigen haben tatsächlich angefangen, sich häuslich einzurichten. Sehr schön. Auf allen Waben wird gebaut, das Zuckerwasser ist bis auf den letzten Rest leer und es gibt auch ordentlich Flugverkehr am Eingang. Ich hab sogar die Königin gesehen, die auf ihrer Dienerschaft hin und her lief. Die wartet darauf, dass die Waben groß genug sind, damit sie wieder Eier legen kann. Sieht alles gut aus für mich. Ich füttere da jetzt nicht mehr nach, ich denke die finden genug draußen. Ich wollte nur sicher stellen, dass sie bis zum Regelbetrieb nicht Hunger leiden. Und ich denke, das war erfolgreich.

Und was macht der alte grüne Stock in der Zwischenzeit? Also aus dem werde ich nicht so recht schlau. Jetzt ist der Schwarm gerade ausgezogen, ich habe also damit gerechnet, dass das Volk dort sich etwas entspannt, was die Nachzucht angeht. Es muss ja irgendwo eine Jungkönigin drin sein, die nach dem Hochzeitsflug dann irgendwann anfängt, Eier zu legen. Pustekuchen! Stattdessen habe ich rund ein Dutzend neue Weiselzellen gefunden. Die ziehen sich die Königinnen am Fließband nach. Und jetzt? Keine Ahnung...normalerweise sollte die neue Chefin alle weiteren, die schlüpfen wollen, eliminieren. Warum das Volk jetzt wie verrückt weiter Königinnen züchtet, da bin ich echt überfragt. Ich hab jetzt alle Zellen rausgenommen bis auf zwei Waben, die damit gespickt waren. Da könnte man jetzt ganz prima noch zwei Ableger daraus machen, aber mir geht der Platz aus. Ich hab auch keine Beute mehr übrig. Was aus denen jetzt wird, da bin ich mir auch nicht sicher. Erledigt die neue Jungchefin nach und nach alle Nachzügler? Ein Massaker wie bei Game of Thrones. Oder zieht die Jungkönigin ihrerseits auch aus, es gibt einen neuen Schwarm (ein so genannter Nachschwarm) und eine der Nachzüglerinnen übernimmt dann den traurigen Rest des ursprünglichen Volkes? Keine Ahnung...ich warte jetzt einfach mal ab und schaue, was kommt.
Mir ist aus den abgebrochenen Zellen dann tatsächlich eine Königin in meiner Wachs-Sammelbox geschlüpft. Konnte man zusehen...faszinierend! Was für ein timing. Und nach zwei Minuten ist sie dann abgehoben und weggeflogen. Tja, die ist sicher tot, denn wo soll sie hin?

Und dann ist da noch die braune Beute. Da läuft alles ganz gemütlich. Die haben wohl keine Lust auf Schwärmen. Es gibt keine einzige Weiselzelle. Dafür wird nach und nach Honig eingelagert. Im zweiten Stock des Honigraums sind die ersten Ausbauten erfolgt. Ansonsten sind die ganz friedlich. Das ist ja fast schon langweilig im Vergleich.

Insgesamt bleibt es also spannend, so wie das im Mai/Juni auch in der Regel zu erwarten ist. Das sind eben die betriebsamsten Zeiten bei den Bienen.

Montag, 27. Mai 2019

Bienenfänger von Buschdorf

Die Bienen sind geschwärmt. Und manchmal hat man einfach Glück und sieht zur richtigen Zeit zufällig aus dem Fenster. Perfektes Timing!
Hier machen sich die Bienen gerade auf die Reise, um zusammen mit der alten Königing ein neues Zuhause zu suchen.


Aber sonderlich weit sind sie nicht gekommen. Denn direkt im nächsten Baum sind sie auch wieder gelandet. Was für ein Spektakel.


In 10 Minuten war alles vorbei und dann saßen sie sehr friedlich im Baum.


Schwärme sind wohl in der Regel tatsächlich recht friedlich, denn außer der Königin, die da irgendwo mitten in der Traube sitzt gibt es nichts zu verteidigen: Brut gibts keine und die einzigen Honigvorräte sind die im eigenen Magen.
Wie aus dem Lehrbuch: der Schwarm sitzt am Ast und die Spurbienen machen sich auf den Weg, um eine Höhle zu finden. Das kann dauern, darum hat der Hofstaat auch vor dem Abflug ordentlich Honig getankt. So zwei-drei Tage halten die Bienen das wohl aus, danach wird es kritisch. Wenn die Späher bis dahin keinen neue Bleibe gefunden haben, dann wird entweder dort gebaut, wo man sitzt oder der Schwarm verhungert am Ast.

Ich habe überlegt, was ich jetzt mache. Arbeitnehmerfreundliche Bienen, die am Sonntag um 12h schwärmen. Wie bestellt. Aber hängt ja schon doof, so hoch am Baum. Da komm ich nicht ran und ich will mir auch nicht den Hals brechen mit Akrobatik.














Wenn man die jetzt einfach sitzen lässt gibt es mehrere Optionen:
  1. Sie finden eine natürliche Behausung (Baumhöhle o.ä.) und ziehen da ein. Prima. Ein "wildes" Bienenvolk. Natürlich wohnen wie seit 45Mio. Jahren. Mit etwas Glück überleben sie dort.
  2. Sie finden ein Gartenhäuschen oder eine Lücke unterm Vordach und ziehen da ein. Ups...nachdem die sich da häuslich eingerichtet haben, sind sie nicht mehr so entspannt, wenn sie dann umziehen sollen.
  3. Sie finden nix und gehen ein. Schade.
Also was tun? Freundliche Nachbarn waren die Lösung. Einen Hubwagen hatte leider niemand, aber mit einer stabilen Standleiter war der Schwarm ganz gut erreichbar.  Also haben wir die Bienen wieder eingefangen. Auch für mich eine Premiere. Theoretisch weiß ich, wie so was geht, aber praktisch...? Mit Hightech-Werkzeug (Wassersprüher, Eimer und Besen) waren die Damen nach ein paar Versuchen dann auch tatsächlich vom Baum runter und in einer neuen Kiste. Unterhaltung für die ganze Nachbarschaft. An dieser Stelle noch mal ein ganz dickes Dankeschön an die Helfer. Es gab nur ein paar wenige Stiche und immerhin könnt ihr jetzt sagen, dass es schon mal nasse Bienen auf euch geregnet hat. Kann ja auch nicht jeder von sich behaupten...
Man hat es tatsächlich gerochen, als die Königin mit in den Eimer gefallen ist. Die Pheromone sind so stark, das ist sogar für Menschen wahrnehmbar. Kein Wunder, dass die Bienen sich durch Gerüche finden. Die sind deutlich sensibler als wir. Was noch in der Luft war, ist dem Geruch gefolgt und dann von alleine in die Kiste geflogen.

Zum Glück  hatte ich noch eine Beute in Reserve. Mit ein paar Rähmchen ausgestattet ist die neue Wohnung sogar schon vormöbliert. Jetzt müssen sie die nur noch annehmen und auch drin bleiben.















Eigentlich soll man so einen Schwarm an einen anderen Standort bringen, damit die Bienen nicht am nächsten Tag wieder in den alten Stock fliegen. Tja, anderen Standort habe ich nicht, also schauen wir mal, was passiert.




Gestern Abend saß die ganze Traube als dicker Klotz in der neuen Beute, heute Abend waren sie schon auf die Waben verteilt und saßen ganz friedlich in den Wabengassen. Aber ich habe das Gefühl, es sind deutlich weniger als gestern. Mal sehen, wie das weiter geht. Ich hab jetzt noch etwas Zuckerwasser als Bestechung zum Bleiben rein getan. Mal sehen, ob es hilft.









Dann hab ich jetzt also drei Völker...

Sonntag, 19. Mai 2019

royaler Nachwuchs und Honig im Dach

Schon wieder Sonntag...da wird es ja mal Zeit, nach den Bienen zu sehen. Also Anzug an und ran an die Stöcke.
Beide Völker waren friedlich und schwer dabei, das Dachgeschoss zu füllen.


Die Honigräume sind ordentlich voll.  Das scheint mir die richtige Zeit zu sein, um nochmal eine Zarge drauf zu stellen. Jetzt haben also beide Völker zwei Räume aufgesetzt und damit wieder jede Menge Platz zum Ausbauen und Einlagern. Dazu gabs auch ein Video aus dem alten Raum, aber das funktioniert irgendwie nicht. Tja, als Standbild sieht das so aus:

 
Mir fällt dabei wieder mal auf, dass ich noch zu wenig über die Blütezeiten der verschiedenen Nahrungsquellen weiß. Bienen zwingen einen dazu, sich auch mit der umgebenden Natur zu beschäftigen. Also Kastanien sind durch, aber ich meine, jetzt müsste es langsam mit Äpfeln und Co weiter gehen. Aber sicher bin ich mir nicht, muss ich wohl mal nachlesen. Um es kniffliger zu machen, ist hier im Rheinland dann alles insgesamt nach vorne verschoben und alles blüht etwas früher als im Rest des Landes. Das bringt die verfügbaren Übersichten über die Trachtbänder durcheinander. Warum mich das beschäftigt? Weil ich mir den Honigraum wohl auch schenken könnte, wenn die nächste Massentracht erst in vier Wochen oder so kommt. Na ja, jetzt steht er drauf.



Schwarm oder kein Schwarm, das ist hier die Frage...

Bei der Gelegenheit habe ich auch wieder nach Schwarmzellen gesehen. Die Braunen üben noch, aber im grünen Volk war alles voller Weiselzellen. Sechs oder acht Stück habe ich gefunden. Und in jeder wächst eine neue Königin. Dieses Volk bereitet sich also nicht nur intensiv auf die natürliche Fortpflanzung der Bienen vor, sonder steht kurz vor einer Schwarmbildung. Es wird sich demnächst teilen.
Tja, und was mach ich jetzt? Alle Weiselzellen entfernen oder einfach machen lassen? Nach einigem Grübeln habe ich mich dazu entschlossen, ein paar Zellen stehen zu lassen und der Natur ihren Lauf zu lassen.
Ich habe ja schon gelernt, dass bei Imkern prinzipiell viel diskutiert wird. Drei Imker, vier Meinungen und fünf Lösungen. Und alle sind irgendwie richtig, nur eben anders. Schwärmen lassen oder nicht ist auch so eine Grundsatzdiskussion.
Der Schwarm ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes und damit mal prinzipiell ein ganz normaler Vorgang. Er hilft dem Volk auch bei der Bekämpfung der Varroamilben, da die zwangsläufige Unterbrechung des Brutkreislaufes die Vermehrung der Milben ordentlich durcheinander bringt. Die Milben finden keine Brut, daher werden sie unfruchtbar und gehen selbst in die Fortpflanzungspause. Wenn die neue Königin dann nach einer Weile anfängt zu legen, müssen die Milben sich erst wieder auf ihren eigenen Fortpflanzungszyklus umstellen. Das kostet sie unterm Strich so viel Zeit, dass sich das Bienenvolk eine Pause von den lästigen Plagegeistern verschafft. Das geschwärmte Altvolk schleppt zwar auch noch Milben auf dem Rücken mit sich, aber die finden mangels Waben keine Möglichkeit, sich zu vermehren. Bis das geschwärmte Volk genug Neubau geschaffen hat und die alte Königin am neuen Ort wieder legt, sind auch diese Milben gekniffen.

Ein Nebeneffekt ist auch, dass in der Zeit, in der das Volk sich selbst wieder verstärken muss wenig gesammelt wird. Klar, weniger Bienen gleich weniger Vorrat. Aber möglichst viel Honig ist nun wirklich nicht das primäre Ziel bei meinem Hobby.

Die meisten Schwärme gehen aber einfach ein, wenn man sich nicht darum kümmert. Das liegt schlicht daran, dass die passenden  Wohnungen in Form von hohlen Bäumen fehlen. Dann sitzt der Schwarm irgendwo und hält Ausschau nach einem neuen Domizil. Irgendwann geht ihm aber der Treibstoff in Form von mitgeführtem Honig aus. Wenn bis dahin nichts gefunden wurde, verhungert der Schwarm wo er sitzt. Darum werden die in der Regel eingefangen, wenn sie nicht gerade in einer unzugänglichen Baumkrone sitzen. Dann hat man eine neues Volk. Also eigentlich ein altes, wenn man es genau nimmt. Ist ja die alte Königin, die da ausgezogen ist.
Hier in Buschdorf könnte das sogar klappen mit der Höhle, da das Wäldchen hier seit Jahren sich selbst überlassen ist. Da man hier regelmäßig Spechte hört, könnte ich mir vorstellen, dass es hier tatsächlich die ein oder andere Baumhöhle gibt, die beziehbar ist. Das wäre natürlich ganz großes Kino, wenn es hier ein Volk in einem alten Baumstamm gäbe.

Mal sehen, ob ich den Schwarm überhaupt mitbekomme, ich sitze ja den ganzen Tag im Büro.

Samstag, 11. Mai 2019

Dauerregen

Nach anderthalb Wochen miesem Wetter und kühlen Temperaturen kam heute endlich mal die Sonne raus. Also habe ich die Gelegenheit direkt genutzt und nach den Bienen gesehen, bevor es weiter regnet.
Ich hatte wenig Hoffnung auf volle Hönigräume. Das miese Wetter hat auch die Bienen zurück geworfen. Und es hat sich auch tatsächlich nicht allzu viel getan, das war jetzt nicht ganz überraschend. Die Damen kamen ja kaum raus. Echt schade, denn die Kastanien stehen überall in voller Blüte. Eine reiche Tracht, die jetzt leider nicht genutzt werden kann. Das gibt übrigens auch einen interessanten Sortenhonig. Kastanienhonig konnte ich letztens bei meinen Eltern im Pfälzer Wald probieren. Sehr lecker! Recht würzig, dabei aber nicht so derb wie Löwenzahn oder Buchweizen.
Die Brutfelder sehen eher löchrig aus und die Baurahmen sind auch noch nicht angenommen und bebrütet worden. Sieht irgendwie nach Sparbetrieb aus. Nur weitere Spielnäpfchen gab es jede Menge, mittlerweile in beiden Völkern. Da wird also weiter geübt für die Bildung eines Schwarms. Und das, obwohl beide Völker noch jede Menge Platz zum Bauen und Brüten haben. Das soll helfen, die Bienen vom Schwärmen abzuhalten, aber meine scheinen das nicht zu wissen. Die machen jetzt Trainingslager. Ich muss also weiterhin regelmäßig nachsehen, wenn ich die Völker als Ganzes behalten möchte.
Die Honigräume werden weiter ausgebaut und der eingelagerte Honig ist jetzt schon zum großen Teil verdeckelt. Zumindest das konnten die Bienen trotz schlechtem Wetter machen. Da muss ich wohl noch nichts erweitern. Aber ich habe jetzt die Honigkisten mal um 180 Grad gedreht. Keine Ahnung ob das klappt. Aber ich hoffe, wenn die leere hintere Hälfte jetzt vorne direkt über dem Nest hängt, dass diese Seite dann zügig aufgefüllt wird. Nächste Woche geht den Völkern dann wahrscheinlich die Baustelle oben langsam aus, weil alles ausgebaut ist. Dann stelle ich neue Räume drauf. Muss ja jetzt irgendwann mal wieder besser werden mit dem Dauerregen. Und dann muss ich mir überlegen, was ich mit dem Honig mache. Honig ernten oder einfach drauf lassen bis im Herbst? Mal sehen...da ich immer noch keine Schleuder und Zubehör habe, müsste ich mich mit Kollegen abstimmen, wenn ich tatsächlich was ernten möchte.

Bei dem dauerfeuchten Wetter leidet auch das Material. In der grünen Beute stand Wasser im Falz, auf dem die Waben lagern. Nach etwas Kratzerei in der Ecke ist es jetzt abgelaufen. Schimmel brauche ich wirklich keinen in den Kästen.
Und den Flugbrettern kann man beim Vergammeln zusehen. Die werden gar nicht mehr trocken. Die sind dann wohl durch bis Ende des Jahres.












Aber was mich wirklich wundert: als ich das grüne Volk aufgemacht haben, kamen mir einige Drohnen aus dem Honigraum entgegen geflogen. Wie sind die Brummer denn da rein gekommen?! Das Absperrgitter lag plan auf und war von den Bienen schon festgekittet...Zur Sicherheit habe ich in den Honigwaben nach Eiern oder Brut gesehen. Wenn die dicken Drohen oben sind, evtl. ist die Königin auch irgendwie reingekommen..? Das wäre schlecht. Aber es war zum Glück nur Honig zu sehen.

Wie haben die das geschafft? Würde mich echt mal interessieren. Houdini-Bienen oder was? Seltsam...

Mittwoch, 1. Mai 2019

Tag der Arbeit

heute ist der 1. Mai, Tag der Arbeit...aber nicht für mich. Wir waren im Schwimmbad 😎
Dafür sind andere fleißig, wie man unschwer erkennen kann.


Na ja, ganz faul war ich dann doch nicht. Ich hab mal nachgesehen, wie es den Damen geht. Ich wollte wissen, ob eine weitere Erweiterung nötig ist, wie voll die Honigräume sind und ob es schon erste Anzeichen von Schwarmstimmung in den beiden Völkern gibt.

Es wuselt unter den Absperrgittern. Mittlerweile ist auch im braunen Volk nicht mehr viel Holz zu sehen, wenn man den Deckel aufmacht. Das Volk hat sich sehr gut entwicklet, nachdem es recht klein aus dem WInter gekommen war. Das freut mich.
















Was die Honigräume angeht, sieht es bei beiden ganz gut aus.Die sind schon ordentlich ausgebaut und schon teilweise gefüllt, wie man sehen kann.

Hier wird in beiden Völkern fleißig gearbeitet. Die Waben sind schon teilweise verdeckelt, das ist das Zeichen, dass die Bienen mit diesem Teil fertig sind.



















Auch im braunen Volk sieht das schon teilweise abgeschlossen aus. Die Räume sind so ungefähr halb voll.

Sehr schön. Da überlege ich, ob ich am Wochenende vielleicht noch jeweils einen drauf stelle. Nicht dass den Bienen der Platz ausgeht...

Was den Ausbau unten im Brutraum angeht, so scheint es gemächlicher voran zu gehen. Die beiden Mittelwände vom letzten Mal sind zwar gut besetzt, aber es ist noch nix drin. Da scheint der Platzbedarf also im Moment noch nicht ganz so groß zu sein. Im braunen Volk lief mir sogar die Königin über den Weg. Sah etwas mager aus für meinen Geschmack, aber da fehlt mir die Erfahrung, um so was auf den ersten Blick zu beurteilen. Jedenfalls legt sie sehr ordentlich, das Brutnest ist schön groß.


Erste Schwarmzeichen

Im grünen Volk habe ich jede Menge Spielnäpfchen gefunden. Das sind die ersten Versuche des Volks, Nachzuchtzellen für eine neue Königin anzulegen. Das hätte ich gerne mal fotografiert, aber dazu fehlt mir mindestens eine zusätzliche Hand. Die habe ich jetzt alle entfernt, bevor die Damen auf dumme Ideen kommen.
Das bedeutet für mich, dass ich jetzt sehr regelmäßig auf Schwarmzellen kontrollieren muss, wenn ich das ganze Volk behalten will. Oder ich lasse die alte Chefin ziehen und schau mal, was an neuem Führungspersonal nachkommt...? Ich bin mir nicht sicher, wie alt die "grüne" Königin schon ist. Mindestens mal 2 Jahre. Irgendwann geht den Königinnen die Puste (also der Samenvorrat) aus. Aber das sollte noch mindestens ein Jahr gut gehen. Auch da fehlt mir die Erfahrung und ein Plan. Ich könnte auch im Imkerverein mal nachfragen, wer Königinnen von dankbaren Völkern abzugeben hat.
Ich denke, ich lass das erst mal so und versuche, den Schwarm zu vermeiden, der sonst unausweichlich kommen wird.

Bei der Gelegenheit habe ich jetzt doch einen der beiden Drohnenrahmen entfernt. Einer war ja nur aus Versehen noch drin und zwei scheinen mir insgesamt zu viel zu sein. Einer davon ist immer nur sporadisch bebrütet. Da die Drohnen keinen Ertrag bringen und sich die Varroamilben besonders gut in Drohnenzellen vermehren, ist der Verlust für das Volk problemlos verkraftbar und die Milbenbelastung sinkt, wenn man die Drohnenbrut entfernt. So ganz mein Fall ist das so genannte Drohnenschneiden aber nicht. Das Entfernen des Rahmens entspricht dem Todesurteil für hunderte von Drohnen. Eine bewährte Vorgehensweise, aber diese Massenabtreibung ist doch recht rabiat. Zumal sich das Volk sicher was dabei gedacht hat, als es die Zellen belegt hat. Nun ja, muss ich nächstes Jahr besser darauf achten, was ich da in die Beuten hänge.

Was dabei übrig blieb, war eine Honigecke. Das war gerade mal genug für zwei Brote. Aber zum Probieren reichts. Deutlich milder, als das, was ich letztes Jahr hatte. Lecker...

Samstag, 27. April 2019

Regenpause

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende mal nachsehen, ob es schon erste Anzeichen für Schwarmstimmung gibt. Das kann man ganz gut an Nachzuchtzellen für Königinnen erkennen, die sich eventuell schon im Volk befinden. Diese sogenannten Weiselzellen sind sehr viel größer und in der Regel am Rand der Waben oder ganz unten angebaut. Die fallen richtig auf. 
Das Bienenvolk zieht sich damit aus einem ganz normalen Ei eine neue Königin heran. Dann kann die alte mit rund der Hälfte des Hofstaates ausziehen und sucht sich ein neues Zuhase. Das führt dann zu den Bienenschwärmen, von denen man gelegentlich mal im Sommer hört.
 
Aber bei dem fiesen Wetter lass ich die Bienen eher mal in Ruhe. Die sitzen alle in ihren Beuten und warten darauf, dass es aufhört zu regnen. Ganz schön voll, die Buden...

 
Obwohl oben im Honigraum und hinter dem Trennschied noch jede Menge Platz wäre, sitzen die Bienen lieber dicht an dicht zusammen und warten auf besseres Wetter. Normalerweise kann man aus dieser Flugloch-Perspektive die Holzrähmchen von unten erkennen. Heute ist alles voller Bienen, die fast bis auf den Boden unter den Rähmchen hängen.

Auch bei den grünen Bienen ist es voll. Da wird auch abgehangen und auf eine Regenpause gewartet.
Schade, so kann ich auch nicht erkennen, ob eventuell schon irgendwelche Weiselzellen angefangen wurden.
 
Ein Ausflug bei dem Wetter ist riskant für die Bienen: mit nassen Flügeln kann man nicht fliegen und ist leichte Beute für alle Insektenfresser. Zudem ist es recht kühl im Regen, so dass eine einzelen Biene immer noch auskühlen kann. 
Aber zumindest eine traut sich raus...nein, nicht die, die auf dem Rücken liegt. Die fliegt nirgends mehr hin.

Montag, 22. April 2019

Osterbienen

Rege Bautätigkeiten

Traumhaftes Wetter zu Ostern hat zu regem Betrieb bei den Bienen geführt. Es grünt und blüht überall. Auf dem letzten Ausflug habe ich auch schon herrlich gelbe Rapsfelder gesehen. Der Frühling ist auf vollen Touren und die Bienen auch.
Nach zwei Wochen war ich jetzt neugierig, wie die beiden Völker mit den Honigräumen vom letzten Mal klar gekommen sind.




 

Scheint ganz gut geklappt zu haben. Die Honigräume sind ordentlich voll mit Bienen und die Mittelwände sind schon ganz ordentlich ausgebaut. Auf dem Bild erkennt man vielleicht am unteren äußeren Rand noch die gelbliche Mittelwand. Weiter in der Mitte kommt dann das frische weiße Wachs der Bienen. Es glänzt sogar schon in den Waben, das heißt, dass schon Nektar eingelagert wird. Prima!

Im grünen Stock sind die Damen sogar noch etwas weiter. Kein Wunder, sind ja auch deutlich mehr.










Auch die Mittelwände für den Brutraum wurden gut angenommen und ausgebaut. Unten im Brutraum sind beide Nester gewachsen. Beide Völker haben mittlerweile große Brutfelder, die sich über fast alle Waben erstrecken. In der braunen Beute waren sogar ganz am Rand Zellen bebrütet, obwohl diese Randwaben in der Regel als Vorratsraum genutzt werden.  Also haben jetzt beide Völker auch eine neue Mittelwand erhalten, damit das Nest zum Mai noch größer werden kann.


Insgesamt sieht die Inneneinrichtung jetzt also so aus: ganz vorne das Trennschied, dann ein bis zum Anschlag bebrüteter Drohnenrahmen, dahinter sechs Brutwaben, die alle mehr oder weniger voll sind und ganz am Rand jetzt noch eine neue Mittelwand zum weiteren Ausbau.

Hm, auf dem Bild sieht der Stock fast leer aus. Aber es geht wirklich ordentlich rund. Das braune Volk hat sich sehr gut entwickelt. Im grünen Stock ist aber im Vergleich nach wie vor deutlich mehr Bienenmasse. Als ich den geöffnet habe, konnte ich kein Holz erkennen. Alles voll mit Bienen...ich würde mal schätzen, mindestens 50% mehr Volksmasse.
 







Eigentlich wollte ich die neue Wabe einen davor hängen, bin dabei aber über ein Materialproblem gestolpert. Die neuen Mittelwände haben alle die gleichen Rahmen und die Abstandshalter am gleichen Platz. Das ist praktisch, denn damit sind sie alle untereinander austauschbar. Leider passt das nicht immer mit den alten Waben, die vom letzten Jahr noch drin sind. In diesem speziellen Fall stand der alte Abstandshalter genau auf dem neuen Abstandshalter. Dieser dämliche Zufall führt zu einer zu großen Lücke, was dann wiederum den Wildbau fördert. Wenn die Abstände zu groß sind, dann füllen die Bienen den Spalt mit Wabenbau. Das bringt aber das Gesamtkonstrukt durcheinander und reißt ab, wenn man die Waben rauszieht. 
Doof...also habe ich die alte Wabe einen nach vorne gesetzt und die neue Wabe an den Rand gehängt. Muss es eben so gehen.

Zwischenfazit

Unterm Strich scheint das ja ganz gut zu klappen mit der Vorgehensweise "Einengung der Völker im Frühling". Bisher machen die Bienen genau das, was sie theoretisch machen sollen: wenn man zum Frühjahr die Völker auf wenige Waben einengt, dann sollten sie unten alles mit Brut bestücken und die Vorräte nach oben verlagern. Bisher klappts! 👍 😀
Interessant auch, dass die beiden leeren Rahmen, die ich vor ein paar Wochen eingehängt habe, wirklich vollständig in Drohnenrahmen verwandelt wurden. Die Bienen haben jeden freien Quadratzentimeter für die etwas dickere Drohnenbrut ausgebaut. Auch wenn an vorgegebenen Mittelwänden noch irgendwo ein kleiner Streifen frei war, wurden dort die größeren Drohnenzellen angebaut. Das war zwar zu erwarten, denn die Mittelwände, die man teilweise als Starthilfe mit dazu gibt, sind auf das normale Zellenmaß genormt. Aber ich finde es trotzdem faszinierend, wie das Volk als ganzes seine eigene Inneneinrichtung den Bedürfnissen anpasst. Im grünen Volk hängen zwei Drohnenrahmen, hier sind zwar alle Zellen auf Drohenmaß angelegt, aber es wird nicht alles bebrütet. Teilweise wird einfach Honig eingelagert. Ganz so hoch scheint der Platzbedarf für die Jungs im Volk dann doch nicht zu sein.

Samstag, 13. April 2019

Der April, der April...

...der macht was er will.

 ...und zack ist es wieder eisig kalt.
Also alles wieder zurück auf Kälteprogramm - Hoch Katharina treibt die Bienen zurück in ihre Beuten. Sehr schade, dieser Wetterumschwung. Draußen steht alles in voller Frühlingsblüte und die Bienen kommen nicht raus. Stattdessen müssen sie Heizung für die vollen Brutwaben spielen und fressen den gerade gesammelten Nektar direkt wieder auf.
Nur wenn die Sonne tagsüber auf der Beute steht, dann kommt etwas Leben in die Bude. Wer sich dann raus traut, der tut das unter hohem Risiko, denn die Biene fängt sofort an auszukühlen, sobald sie den warmen Stock verlässt. Damit tickt die Uhr. Wer zu lange draußen ist bei den einstelligen Temperaturen, die wir hier hatten, der läuft Gefahr, auf dem Weg einzufrieren.



So wie diese Bienen hier, die auf dem Anflugbrett verklammt sind. Vielleicht aus der Masse rausgefallen und den Weg nach oben nicht schnell genug gefunden. Oder auf dem Rückweg vom Ausflug die letzten Zentimeter nicht mehr geschafft...wer weiß.
Eventuell sind es aber auch noch ein paar letzte Winterbienen, für die es jetzt einfach Zeit war.






Aber ab Montag soll es ja wieder wärmer werden. Hoffentlich erfriert die ganze Blütenpracht nicht noch. Also einfach abwarten und Tee trinken. Mit Honig natürlich...