Sonntag, 25. August 2019

Sommerendspurt

Bei den Bienen läuft der Sommerabschluss auf vollen Touren. Die Brutfelder werden kleiner, die Vorratsfelder dafür immer größer. Es wird eingelagert, was zu holen ist.

Ich habe auch keine Drohnen mehr gesehen, die Herren wurden wohl alle raus geworfen, während ich im Urlaub war. Die Zeit der Fortpflanzung ist mittlerweile vorbei, also werden die Männchen nicht mehr benötigt. Die noch vorhandenen Drohnenzellen in den Beuten sind mittlerweile alle mit Honig belegt und werden im Winter als Vorratslager dienen.
Da es nochmal so warm geworden ist, wird im Moment Wasser herangeschafft, um den Stock zu kühlen. Darum sieht man im Moment bei mir im Garten auch dieses Bild:

Da wird jede Quelle genutzt. Im 2-Minuten-Takt kommen hier 5-6 Bienen vorbei, um den Rasensprenger anzuzapfen. Da der nicht ganz dicht ist, stehen immer ein paar Tropfen bereit (sofern er nicht läuft). Für die Bienen genau richtig: frei zugänglich und ohne Risiko zu ertrinken. So was wird gerne genommen. Bei meinen Nachbarn werden auch die Blumenuntersetzer angeflogen. Einfach ein paar Murmeln rein und schon werden sie interessant für die fliegenden Nichtschwimmer.

Ja, der Sommer geht zu Ende und für den Imker wird es jetzt ruhiger. Für mich bleibt noch das weitere Auffüttern der Völker und dann muss ich irgendwann mal die ganzen Wachsreste einschmelzen, die sich im Laufe des Jahres so angesammelt haben. Das hat aber noch Zeit. Da ich das im Freien mache, muss ich entweder warten bis spät in die Nacht oder bis es so kalt geworden ist, dass keine Bienen mehr fliegen. Wenn ich das bei dem schönen Wetter mache, dann laufen die alle Amok, weil sie glauben, dass bei mir im Garten eine Honigquelle aufgegangen ist. Also abwarten...

Dienstag, 13. August 2019

Fazit Brutentnahme

Ich war gerade noch mal am Stand und damit ist das Kapitel Brutentnahme auch abgeschlossen.

Der Brutling hat es leider nicht geschafft. Es gab keine Königin und die Bienen wurden immer weniger.



Der traurige Rest hier hat keine Überlebenschance. Schade...vielleicht finden die letzten Überlebenden ja Einlass bei den Nachbarvölkern.
Ich habe den Stock jetzt aufgelöst. Dazu räuchert man die Bienen zuerst ordentlich ein, damit sie sich die Bäuche vollschlagen. Dann nimmt man alle Waben mit und fegt die Bienen ein paar Meter entfernt auf den Boden. Nach etwas Verwirrung fliegen sie dann zurück an den Standort, wo sie keine Bienenbeute mehr vorfinden. Mit dem Honigvorrat im Magen können sie sich aber bei den Nachbarn einbetteln und verstärken dann dort die Belegschaft.

Gute Nachrichten gabs beim abgebenden Volk. Nachdem ich beim letzten Mal ja Sorgen hatte, dass auch das Volk hin ist, habe ich heute jede Menge frische Brut im Stock gefunden. Hurra, sie leben noch! Da hab ich die Königin beim letzten Mal wohl schlicht übersehen. In der Zwischenzeit hat sie angefangen, ein neues Brutnest anzulegen. Es wuselt wieder im Stock.

Hinter der Bauwabe vorne gehts weiter mit drei Brutwaben. Na endlich! Prima!

Und jetzt wird es spannend: die anderen beiden Völker platzen fast vor Bienen und sind bis an den Rand voll mit Waben. Das hier ist dagegen eher ein Volk in Ableger-Stärke. Das hat nicht mal das Futter komplett geschafft, in der Tasche war noch was drin. Aber es sind noch ein paar Wochen Zeit, bis es kalt wird. Das reicht hoffentlich noch, um gestärkt in den Winter zu gehen.

Ich hab noch ein paar Liter Invertsirup spendiert und das Flugloch verkleinert. War auch Zeit, denn die Wespen werden langsam frech. Die fressen alles, wenn sie können: Bienen, Larven, Honig. Da wurde sich schon überall geprügelt. Jetzt im Spätsommer nimmt das noch zu. Mit dem verkleinerten Flugloch können die Bienen jetzt den Eingang gegen die deutlich agileren und besser bewaffneten Wespen verteidigen. Stachel haben zwar beide, aber Wespen haben die kräftigeren Beißwerkzeuge.
Randnotiz: Wenn Bienen andere Insekten stechen bleibt der Stachel übrigens nicht stecken. Das passiert nur bei der flexiblen Haut von Säugetieren, in der sich die Widerhaken verfangen. Der traditionelle Gegner sind aber andere Insekten wie Bienen oder Wespen, die jetzt im Spätsommer auf Raubzug sind. Ist ja auch einfacher, das Vorratslager eines Volks anzuzapfen als selbst mühsam alles zusammen zu tragen.

Also Daumen drücken, dass aus dem Volk noch ein starkes Wintervolk wird...

Sonntag, 4. August 2019

Zwischenstand Brutentnahme

Ich habe beim Füttern natürlich auch nach dem Volk gesehen, dass ich durch die Brutentnahme in zwei Völker verwandelt habe. Die sahen beide nicht sehr glücklich aus.
Das abgebende Volk hatte jetzt drei Wochen Zeit, um die Mittelwände auszubauen und wieder mit der Brut zu beginnen. Leider ist da nicht viel passiert. Die Waben sehen zwar hübsch aus und es wurde jede Menge Honig eingelagert aus der ersten Fütterung, aber es ist nur sehr wenig Brut vorhanden. Und das bisschen, das ich gesehen habe, war irgendwie schief und krumm und löchrig. Das sieht nicht gut aus. Es sollte doch schon lange wieder zumindest kleine aber kompakte Brutfelder geben...?
Ich habe nach der Königin gesucht, aber ich habe sie nicht gefunden. Oh je...jetzt bin ich nicht der Held im Königin suchen auf Waben, aber so viele Bienen waren nicht im Stock und ich frage mich jetzt, ob da die Chefin gestorben ist. Das wäre ja extrem ärgerlich. Bei der Varroabehandlung aus versehen die Königin zu verlieren ist zynisch. Das macht man ja, um dem Volk auf die Beine zu helfen, nicht um es führungslos zu machen und dann aufzulösen. Tja...und nun?
Ich habe eine Brutwabe aus einem anderen Volk reingehängt. Wenn wirklich keine Königin mehr drin ist, dann bauen die Bienen Weiselzellen aus der Brut. Wenn ich also nächstes Mal Nachzuchtzellen sehe, dann weiß ich Bescheid. Leider ist es ggf. schon zu spät für die Nachzucht einer Königin. Bis die dann geschlüpft ist in über zwei Wochen, gibt es wahrscheinlich keine Drohnen mehr, um sie zu begatten. Dann wäre das Volk verloren, da es sich keine Winterbienen mehr ziehen kann. Da bleibt dann nur noch auflösen. Oder ich besorge mir aus dem Verein eine Ersatzkönigin.

Und im Brutling sah es noch schlimmer aus.
Von den Bienen, die beim letzten Mal im Stock waren, war nur noch ein Bruchteil vorhanden. Die Waben sind teilweise vergammelt bei dem feuchten Wetter der letzten Tage. Da waren wohl nicht genug Brutpfleger mit dabei, um alles zu betreuen. Teilweise sind die verbliebenen Larven in der Zelle eingegangen, da sie es nicht raus geschafft haben. Oder sie sind vorher eingegangen, weil das Mini-Volk die Temperatur nicht halten konnte. Diese Zellen bleiben dann zu. Normalerweise werden die irgendwann von den Bienen geöffnet und die toten Larven werden entsorgt, aber auch das ist nicht passiert.
Ich habe jetzt diese Waben entnommen und das Volk sitzt ganz eng auf drei Waben. Dazu gabs noch eine Bauwabe. Aber auch hier habe ich keine Königin entdeckt. Es waren zwar zwei offene Weiselzellen zu sehen und es wurde jede Menge Pollen eingelagert, aber eine neue Chefin habe ich nicht entdeckt.
Das sieht alles gar nicht gut aus. Ich warte jetzt noch ein paar Tage, wenn dann keine Bruttätigkeit zu sehen ist, dann löse ich den Brutling wieder auf.

Ein ernüchterndes Fazit der Brutentnahme nach drei Wochen...

Samstag, 3. August 2019

Fütterung der Raubtiere

Jetzt geht die Zeit der Einfütterung los.
Nachdem ich mich ja am Vorrat der Bienen bedient habe und jetzt einige Kilo Honig im Keller stehen, muss ich dafür sorgen, dass die Damen genug Treibstoff haben, um entpannt in den Winter zu gehen.
Da in der Natur jetzt nicht mehr so viel zu holen ist (außer vielleicht Sonnenblumen), muss ich eben die Nahrung herbeischaffen. Dafür gibts mehrere Möglichkeiten. Die beste ist natürlich, den Bienen einfach ihren Honig zu lassen. Das ist in dem Beutentyp, den ich benutze automatisch gegeben, denn alles, was die Bienen vor der Ernte unten im großen Brutraum eingelagert haben, bleibt ihnen erhalten. Da waren schon mal ein paar Kilo drin als ich die Honigräume abgenommen habe.
Die einfachste Ersatzlösung ist Zuckerwasser. Wasser und Zucker 1:1 vermischt (oder 2:3) finden die Bienen großartig. Alternativ gibts für Imker auch spezielle Futtermischungen zu kaufen. Die sind chemisch schon weiter verarbeitet und etwas dickflüssiger. Das spart den Bienen Arbeit, da sie im Gegensatz zum dünnen Zuckerwasser nichts mehr umarbeiten müssen. Sie können den Futtersirup also unterm Strich schneller einlagern. Jetzt Anfang August ist das noch egal. Es ist noch Zeit bis zum Herbst, daher gibts jetzt erst mal Zuckersirup. Diesen Invertsirup findet man übrigens auch ab und an in Nahrungsmitteln. Wenn auf der Zutatenliste Fructose-Glucose-Sirup steht, dann hat man da Bienenfutter zum Strecken und Süßen reingetan.
Leider besteht das alles nur aus toten Kalorien und enthält keinerlei Nährstoffe. Darum finde ich es wichtig, den Bienen auch normalen Honig zu lassen, der qualitativ natürlich hochwertiger ist, als der billige Industriezucker. Darum sind manche Bioimker auch durch Auflagen dazu verpflichtet, ihre Bienen auf eigenem Honig überwintern zu lassen.
Und so sieht das dann aus. 20kg Zuckerwasser.


Alternativ kann man auch noch Futterteig herstellen. Das ist eine Mischung aus Honig und Puderzucker, die zusammen einen festen Teig ergeben, den die Bienen nach und nach auffressen und einlagern. Dafür brauchen sie aber zwingend Wasser, da der Teig alleine zu trocken ist. Das kann man also nur machen, wenn die Damen noch fliegen können, um Wasser herbeizuschaffen. Könnte man jetzt auch noch problemlos machen, aber das Geknete ist mehr Arbeit für mich.



Zudem kann ich das flüssige Futter einfach in solche Futtertaschen füllen, den Teig muss ich irgendwie auf die Waben bringen oder in Eimer mit Löchern abfüllen, damit er nach und nach gefuttert werden kann.
Da bleib ich lieber beim Flüssigfutter. Ich hab das mit dem Teig letzte Woche mal getestet mit einem Honigrest, den ich noch hatte. Ich hab das in eine altes Glas gefüllt und ein paar Löcher reingepikt. Dann auf den Kopf gestellt und rein in die Beute. Hat so na ja geklappt. Nach der Hälfte kam nix mehr raus aus den Löchern und im Glas sah es so aus, als ob der Teig gärt. War mal ein Versuch...vielleicht probier ich das im Frühling nochmal und leg es direkt auf die Waben oder so. Aber jetzt gibts erst mal Flüssigfutter.
Mahlzeit!

Mittwoch, 17. Juli 2019

Behandlung

nächster Schritt: Milbenbehandlung mit Oxalsäure.

Nach der Brutentnahme war heute die Behandlung des abgebenden Volks dran.

Aber zuerst wollte ich nach dem Brutling schauen. Da war leider nicht viel los. Von den sechs Waben, die in der neuen Beute gelandet sind, war leider nur eine besetzt. Das ist zu wenig. Da habe ich wohl nicht genug Bienen mit rein getan.
Also habe ich von den anderen Völkern Bienenspenden eingesammelt. Ich habe jetzt einfach die leeren Honigräume samt Bienen, die gerade drin waren, auf den Brutling gestellt. Da unten noch die Absperrgitter drunter sind, ist garantiert keine Königin mit drin. Jetzt hoffe ich, dass die im Volk bleiben.
Und das abgebende Volk hat seine Säurebehandlung bekommen, das sollte ordentlich Milben massakrieren. Wo ich gerade dabei war, habe ich auch noch etwas zugefüttert. Ich weiß nicht so recht, ob die Bienen im Moment viel Futter finden und um auf Nummer sicher zu gehen, gab es jetzt ein paar Liter Zuckerwasser. Damit haben sie auf jeden Fall genug Treibstoff, um die Waben schnell auszubauen. Damit bei den anderen Völkern kein Neid (und damit Räuberei) entsteht, haben die auch was bekommen.

Jetzt bleibt nur abwarten. In ein paar Tagen schau ich noch mal rein, um zu sehen, ob mehr Bienen im Brutling sind und ob eine Weiselzelle angelegt wurde. Falls nicht, dann hat das Volk ein Problem. Ohne neue Königin ist es verloren. In dem Fall bleiben drei Optionen: Brutling wieder auflösen, Eier aus einem der anderen Völker einhängen und erneut versuchen, ob sie eine Königin draus ziehen oder aus dem Imkerverein eine Ersatzköngin besorgen. Aber jetzt warte ich erst mal ab.


Nachtrag 21.7.: die Idee mit den Honigräumen hat funktioniert. Jetzt ist Flugverkehr am Eingang und in der Beute hängen deutlich mehr Bienen als vorher.
Ich habe genau einen Weiselzelle gefunden, die mitten auf einer Wabe nach unten gezogen und bereits verdeckelt wurde. Also haben die Bienen es geschafft, zumindest aus einem Ei noch eine Nachwuchskönigin zu ziehen. Bisschen wenig für meinen Geschmack, mir wären ein paar solcher Zellen lieber gewesen. Kann ja immer mal was schief gehen...vielleicht setzte ich noch eine Eierspende aus den anderen Völkern zu...? Ich denke mal drüber nach.

Sonntag, 14. Juli 2019

Brutentnahme

Und heute waren dann die Milben dran.
Ich habe jetzt die Methode der totalen Brutentnahme genutzt. Eine ganz schöne Materialschlacht für Kleinimker wie mich.


Die dunkelbraune Beute ist das neue Zuhause für den Brutling. Ich habe also alle Waben aus der alten Beute entnommen und durch brandneue Mittelwände ersetzt. Die alten Waben samt den Bienen, die drauf sitzen, landen in der neuen dunkelbraunen Beute und schon hat man aus dem einen Volk zwei gemacht. Ich musste nur zuerst die Königin finden, denn die soll auf jeden Fall im alten Volk verbleiben. Manchmal klappts, ich habe sie direkt gefunden und in einen kleinen Käfig getan, bis ich fertig war.

Theoretisch imitiert man mit diesem Verhalten einen Schwarm. Die Königin und ihr Hofstaat haben jetzt erst mal zu tun, die Waben brutfertig zu machen. Das dauert ein paar Tage, in denen die Milben keine Larven mehr finden.
Und der neue Brutling hat, nachdem die letzten Bienen geschlüft sind und hoffentlich eine neue Königin gezogen wurde, erst mal Brutpause. Die neue Chefin muss ja erst mal in Eilage gehen, das dauert ein paar Wochen. In der Zwischenzeit gehen auch da die Milben zurück.
Da mein Volk völlig mit Varroa verseucht ist, hat der BSV einen Doppleschlag mit Brutentnahme und Behandlung empfohlen. Ich werde also in den nächsten Tagen noch mit Oxalsäure nachhelfen und in ca. 20 Tagen (wenn alles geschlüpft ist) auch den Brutling behandeln.

Tja, ob das jetzt alles klappt? Ich bin gespannt...jetzt sieht es auf jeden Fall so aus.

Bei der Gelegenheit habe ich auch die ausgeschleuderten Honigwaben nochmal drauf gesetzt. Die Bienen putzen die dann aus und ich kann leere Waben einlagern. Das klebt dann auch nicht mehr so.

Freitag, 12. Juli 2019

Honigernte

Wie angekündigt ist die Honigernte der erste Schritt zur Behandlung.
Und heute war es dann soweit. Die gesammelten Erträge dieses Jahres in zwei-drei Honigräumen. 

 
So soll das aussehen: die Wabe prall gefüllt und der Honig von den Bienen verdeckelt. Ein sicheres Zeichen, dass der Honig reif genug ist. Der Wassergehalt ist dann sehr niedrig und er hält sich länger.
 


Ich hab ja selbst kein passendes Werkzeug. Zum Glück konnte ich bei einem Vereinskollegen schleudern, der gerade dabei ist, seine mehreren dutzend Völker abzuernten. Da haben meine drei Honigräume nicht weiter gestört und ich konnte "mal eben" zwischendurch seine "Honigküche" nutzen. Feine Sache, so was: Ein Raum nur für die Honigernte. Alles da, was man so braucht, alles in griffweite und seine Profi-Schleuder verfrühstückt meine paar Honigrähmchen nebenbei. Wir haben nicht mal zwei Stunden gebraucht, inkl. hin und her fahren und einem ausgiebigen Schnack.


So, Meilenstein Honigernte erreicht. Zwei große Eimer (und ein kleiner Rest), und zwei kleine Eimer Deckelwachs. Kann man gut einschmelzen. Und im Gegensatz zum letzten Jahr sind die Honigwaben alle noch ganz. Die kann ich jetzt noch mal kurz auf die Völker stellen, die putzen die Reste aus den Waben und lagern sie neu im Volk ein. Und die Waben selbst können im nächsten Jahr ernuet verwendet werden.
Nächster Schritt: Brutentnahme und gleichzeitige Varroabehandlung. Nach Rücksprache mit dem Sachverständigen folge ich seiner Empfehlung. Ich werde das völlig verseuchte Volk erst mal von seiner Brut befreien und damit einen Ableger bauen. Direkt im Anschluss gibt es dann eine Säure-Behandlung. Mit diesem Doppelschlag lassen sich die Milben hoffentlich zurück schlagen, bevor es zu spät ist.

Sonntag, 7. Juli 2019

Von Honig und Plagegeistern

So, der Sommer kommt und damit geht für die Bienen schon die heiße Phase des Jahres zu Ende. Die Völker haben ihren Höhepunkt erreicht oder bereits überschritten. Die großen Trachtpflanzen sind für Buschdorf jetzt auch durch und damit kommen wir zu den nächsten Meilensteinen im Bienenjahr: Honigernte und Milbenbehandlung. Das sind auch heiße Phasen, aber eher für den Imker, denn der hat damit ordentlich zu tun.


Zuerst kommt der Honig dran: da die Massentrachten beendet sind, muss ich mir jetzt überlegen, wie lange ich noch mit der Ernte warten will. Das ist immer der erste Schritt, denn insbesondere wenn man gegen Varroamilben anschließend mit chemischen Hilfsmitteln behandeln möchte, dann kann man danach den Honig nicht mehr selbst nutzen. Wer möchte schon Honig essen, der evtl. Rückstände von Ameisen-, Milch- oder Oxalsäure enthält? Brrrrrrr.....
Also werde ich in den nächsten Tagen meinen Honig ernten. Bin gespannt, wie viel da jetzt hängen bleibt. Ich könnte dazu die Saftpresse nutzen. Dann schneidet man die Waben klein und quetscht den Honig aus, so wie man das vielleicht von der Johannisbeerernte kennt. So habe ich das letztes Jahr gemacht, aber das ist sehr zeitintensiv und man zerstört das ganze Wabenwerk. Schade drum.
Ich denke, ich werden stattdessen mal einen Kollegen aus dem Imkerverein fragen, ob ich bei ihm meinen Honig schleudern kann. Ich selbst habe nämlich keine Schleuder. Das lohnt sich bisher nicht für mich. Das hätte den Vorteil, dass es wahrscheinlich schneller geht und ich die Honigwaben im nächsten Jahr wieder benutzen kann. Die Wabenstruktur bleibt dabei erhalten und die Bienen können dann nächstes Jahr neuen Honig einlagern.
Danach muss ich allerdings den gemopsten Vorrat ersetzen. Das geht mit verschiedenen speziellen Futtermischungen, die man kaufen kann oder einfach mit Zuckerwasser. Letzteres ist sehr billig, aber auch recht minderwertig, da der Zucker keinerlei Mineralien und andere Zusätze enthält, die die Bienen mit dem Nektar gesammelt haben und die sie brauchen, um gesund durch den Winter zu kommen. Das ist auch ein Grund, warum ich die großen Dadant-Beuten mag: die Bienen lagern im Laufe des Frühjahres auch in den großen Brutraum Honig ein. Ich habe vorhin mal nachgesehen, da war in jedem Stock mindestens schon eine Brutwabe gut mit Honig gefüllt, da die Bruttätigkeit durch den Schwarm unterbrochen war. Der Raum wurde direkt anderweitig genutzt. Alles was unten lagert gehört den Bienen, das ist also schon mal eine gute Basis für das Winterfutter, denn in jede große Wabe passen so 2-3kg rein. Die sind richtig schwer. Da muss ich dann entsprechend weniger füttern.

Und dann muss ich mich auch dringend um die Milben kümmern. Insbesondere im braunen Stock nehmen die Überhand. Da muss dringend was passieren. Der geneigte Betrachter erkennt das Problem hier.


Sieht erst mal nach Mückenschiss auf Leinwand aus, ist aber aufschlussreich. Das ist eine Stock-Windel. Ein simples Tablett, das unter den Stock passt. Das kann man unter den Stock schieben und sich dann ansehen, was so nach unten fällt. Das ist für den Imker hilfreich, denn darauf landet alles, womit sich das Volk gerade beschäftigt. Unter anderem abgefallene Varroamilben, deren ovale Form von knapp 1mm recht auffällig ist, wenn man weiß, was man sucht. Und ein kurzer Blick auf den Schieber hat gezeigt, dass rund 100 der Plagegeister pro Tag gefallen sind. Das Volk ist völlig durchseucht. Das ist schlecht. In diesem Zustand kommt es nicht durch den Winter, da die Milben die Bienen schwächen. Im Sommer ist das ärgerlich, aber da die Sommertiere nur knapp sechs Wochen alt werden, merkt man davon wenig. Die Winterbienen hingegen müssen runde 6 Monate überstehen. Das funktioniert nur schlecht mit Parasiten auf dem Rücken. Es gilt also dringend zu handeln, denn das Wachstum der Milben erfolgt exponentiell. Wenn ich ncihts unternehme, habe ich mehr Milben als Bienen im Stock. Daran geht das Volk unweigerlich ein.
Das andere Volk hat sich ja selbst geholfen, indem es einen Schwarm gebildet hat. Zum Vergleich: auf deren Windel habe ich noch nicht mal eine handvoll Milben gefunden. Die Unterbrechung der Bruttätigkeit durch den Schwarm hat die Milben dort in die Steinzeit zurück geworfen.

Jetzt gibts mehrere Varianten: chemische Keule oder Imkertaktiken. Für beides muss die Honigernte abgeschlossen sein. Man kann die Bienen z.B. über mehrere Tage hinweg mit Ameisensäure bedampfen. Das ist tödlich für die Milben, allerdings auch extrem stressig und hart an der Grenze zur Schädlichkeit für die Bienen. Hat aber den Vorteil, dass die Säure auch durch die Wachsdeckel hindurch auf Milben wirkt.
Im Winter kann man dann eine Nachbehandlung mit Oxalsäure machen. Diese nehmen die Bienen auf und versauern damit den Milben die Mahlzeit. Da das nicht durch die Wachsdeckel hindurch wirkt, klappt das aber nur, wenn es keine Brut mehr im Volk gibt, bei der sich die Milben verstecken können.
Alternativ kann man einen Schwarm imitieren: man entnimmt die Brut aus dem Volk und bildet damit einen Ableger. Der Ableger wundert sich, wo die Königin abgeblieben ist und zieht sich eine neue nach. Eier sind ja vorhanden, die ganze Brut ist ja in den Ableger gewandert. In der Zwischenzeit gehen den Milben die Ziele aus. Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem alle alten Larven geschlüpft sind und die neue Königin noch nichts gelegt hat. Jetzt sind alle Milben draußen auf den Bienen und man kann die Bienen zusätzlich mit Milchsäure einsprühen. Das vertragen die Bienen, die Milben aber nicht. Wer will kann dabei auch gleich noch die Waben tauschen und frische Mittelwände einsetzen. Das dient der Stockhygiene und bringt den Vermehrungszyklus der Milben zusätzlich durcheinander.
Das abgebende Volk behält nur eine Brutwabe als Lockvogel. Der Rest des Stocks wird mit Mittelwänden aufgefüllt, die erst mal ausgebaut werden müssen, bevor die Königin dort Eier legen kann. Da es sonst keine Ziele gibt, müssen die Milben in diese Wabe, um sich fortzupflanzen. Nachdem alle Zellen dort verdeckelt sind, entsorgt man die ganze Fang-Wabe samt Brut und den ganzen Milben, die sich darin befinden müssen. Danach geht der Neuaufbau des Volkes los, ähnlich wie beim Schwarm.
Es gibt noch viele andere Varianten, wie man die Plagegeister in Schach halten kann, aber ich denke, ich versuche mal die Variante Brutentnahme. Dann ist der Stand auch voll mit vier Kästen. Ob der Ableger und das verseuchte Altvolk dann bis zum Herbst stark genug werden, um über den Winter zu kommen, muss sich dann zeigen. Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, die Milbenbelastung ist extrem hoch. Daumen drücken!

Freitag, 28. Juni 2019

Gesundheitsfragen

Futterkranzproben

Heute hatte ich Besuch vom Bienensachverständigen aus dem Imkerverein. Es standen Hygiene und Krankheitsvorbeugung auf der Agenda.

Bei Bienenvölkern sollte man regelmäßig auf ansteckende Krankheiten untersuchen. Die Völker können sich wie alle Tiere Krankheiten einfangen und damit dann andere Völker anstecken. Fiese Sachen wie Nosemose (Durchfall) oder etwa Faulbrut (Pilzbefall der Brut) will wirklich keiner, man selbst am allerwenigsten. Auch wenn die Völker äußerlich noch gesund wirken, kann man bei einer Laboruntersuchung feststellen, ob ein Standort mit ansteckenden Krankheiten belastet ist. Wenn man das früh genug merkt, dann kann man ggf noch gegensteuern, bevor der ganze Stand im schlimmsten Fall eingeht und eventuell dabei sogar noch benachbarte Völker ansteckt.

Zu diesem Zweck hat er einen Probenbecher mitgebracht und wir haben eine Futterkranzprobe meiner drei Völker entnommen. Das war für mich jetzt auch das erste Mal, daher war ich neugierig, was wir tun müssen. Geht eigentlich ganz einfach: Man entnimmt aus jedem Volk eine oder zwei Brutwaben und löffelt dort jeweils etwas Honig direkt aus dem Futterkranz, der die Brutwaben umgibt. Dabei bekommt die Wabe ein ordentliches Loch und der Honig suppt über alles, aber das flicken die Bienen recht schnell wieder. Mit Proben aus den drei Völkern haben wir den Becher gefüllt. Der geht jetzt ans zuständige Bieneninstitut (im Rheinland ist das in Mayen bei Koblenz) und wird dort untersucht. Und das schöne daran: alle paar Jahre ist das sogar kostenlos für den Hobbyimker. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann übernimmt die EU die Kosten dafür. Prima. Knapp 20 Euro gespart.
Dann bin ich jetzt mal gespannt, ob meine Bienen auch offiziell so gesund sind, wie sie von außen wirken.

Und sonst so?

Bei der Gelegenheit habe ich mal nachgesehen, ob der Schwarm den Honigraum angenommen hat - tatsächlich. Der wird schon ausgebaut und es war schon teilweise Honig eingelagert. Die sind echt gut drauf. Die Linden stehen jetzt auch überall in voller Pracht, es gibt also gerade ordentlich was zu holen für die Sammlerinnen. Obwohl sich der Bienen-Andrang hier in der Straße im Vergleich zum letzten Jahr noch in Grenzen hält.

Und der grüne Stock bleibt auch interessant. Ich hatte beim letzten Mal ja die Gelegeneheilt genutzt, und zwei alte Waben hinter das Schied gehängt. Da die neue Königin noch nicht in Eilage gegangen war, war keine Brut sondern nur Honig drin. Den sollten die Damen aus den alten Waben nach vorne (oder noch besser nach oben in den Honigraum) umtragen und dann können die alten Dinger raus (wieder Stichwort Hygiene). Und was ist? Meine Bienen halten sich nicht an die Theorie. Statt den Honig umzulagern haben sie eine Filiale gebildet. Auf den beiden alten Waben waren plötzlich kleine Brutfelder. Und Weiselzellen hab ich auch gefunden. Da müssen wohl doch schon ein paar Eier drin gewesen sein. Und die Bienen machen, was Bienen eben so machen: die Eier hochpäppeln und bei Bedarf eine Königin nachziehen. Die saß ja eigentlich vor der Abtrennung. Haben die dahinter aber nicht gemerkt. Mist. Jetzt hab ich zwei Filialen im gleichen Stock. Ein Volk vor dem Trennschied und die Zweigstelle dahinter. Das geht theoretisch auch, wenn man ein undruchlässiges Absperrschied verwendet, aber das probier ich ein anderes Mal.
Aber gutes Timing: ich hatte ja einen BSV da. Der amüsierte Kollege meinte, seine Bienen halten sich auch nicht an die Theorie. Na dann...
Die Königin(nen) haben wir jetzt nicht gesucht, daher weiß man nicht so genau, was jetzt los ist. Eine Chefin oder zwei oder gar keine? Sein Vorschlag: einfach einen Ableger draus machen, dann hab ich eben vier Völker. Dafür fehlt mir aber das Material und langsam auch der Platz. Oder die Zweigstelle wieder ins Hauptvolk integrieren. Falls wirklich zwei Königinnen im Stock sind machen die das unter sich aus. Die Weiselzellen kann ich stehen lassen für den Fall, dass doch keine Königin mehr drin ist. Falls doch ergibt sich im schlimmsten Fall dann eben noch mal ein später Schwarm, wenn die neuen Weiselzellen schlüpfen. Oder aber die doch vorhandene Königin macht kurzen Prozess mit den Nachzüglern. Ich habe mich für die direkte Lösung ohne Materialbedarf entschieden. Also hängen die beiden Waben jetzt wieder vorne mit drin. So viel zu der Idee, dass ich die aussortieren kann.

Mal sehen, wie das jetzt weiter geht. Gestochen wurde ich auch bei der Aktion. Also wenn es einmal läuft...nächstes Mal wieder mit langen Ärmeln.

Sonntag, 16. Juni 2019

Schwarmzeit vorbei

Nach zwei Wochen kam ich heute endlich dazu, in die Beuten zu sehen. Ich war gespannt, wie es dem grünen Volk mit der neuen Königin geht und ob der Schwarm im neuen Heim schon angefangen hat, ein neues Brutnest anzulegen.

Aber zuerst musste ich unbedingt nachsehen, ob im braunen Volk Weiselzellen hängen. Kurze Imker-Mathematik: Königinnen entwickeln sich in 3+5+8 Tagen: 3 Tage als Ei, 5 Tage als Larve, 8 Tage als Puppe. Macht zusammen 16 Tage. Ich habe vor 15 Tagen das letzte Mal nachgesehen und keine Nachschaffungszellen gesehen. Die Bienen hätten theoretisch aber direkt nach meiner Durchsicht loslegen können und dann bleibt jetzt noch ein Tag, bevor die neue Chefin schlüpft. Also nix wie ran ans Volk, denn ich möchte die aktuelle Königin behalten. Aber zum Nachsehen musste ich erst mal die Honigräume runter wuchten. Auch der 2. Raum wird langsam schwerer, der erste ist schon knallvoll. Ganz schön schwer die Dinger. Und alles rappelvoll mit Bienen. Also dafür dass das Volk Anfang des Jahres etwas schwach war hat es sich echt prima entwickelt! Und...keine Weiselzellen drin. Die haben einfach keine Lust auf Vermehrung. Dafür aber riesige Brutfelder auf allen Waben. Soll mir recht sein. Ich denke auch, die Schwarmzeit ist jetzt durch.
Ich habe noch eben den ganzen Wildbau entfernt. Die sind echt bauwütig..sieht aber sehr hübsch aus und riecht auch noch lecker.



Bleibt die Frage, was die beiden Teile des Schwarms machen.
Das Altvolk hatte mich ja beim letzten Mal mit weiteren zahlreichen Nachzuchtzellen überrascht. Die müssen alle direkt nach meiner vorletzten Durchsicht angelegt worden sein. Das finde ich immer noch seltsam, denn da war die neue Chefin ja schon angelegt und ein paar Tage lang verpuppt. Tja, offensichltich werden Königinnen auf Vorrat angelegt, so lange das noch geht. Wenn die Brut zu spät mit Gelee Royal gefüttert wird, dann kommt eine maue Königin raus. Also haben die wohl tatsächlich alles hochgezogen, was an Brutmaterial verfügbar war. Sehr gründlich, so ein Volk...
Jetzt waren fast alle großen Weiselzellen wieder unten offen, also sind die ganzen Jungköniginnen nach und nach wohl geschlüpft. Bis auf zwei kleine, das waren wohl Blindgänger. Mal sehen, wie lange die Bienen die Zellen noch stehen lassen.
Einen weiteren Schwarm habe ich nicht registriert und auch von den Nachbarn hat sich niemand gemeldet. Also gab es wohl ein Massaker unter den Königinnen. Und die Gewinnerin habe ich tatsächlich gerade gesehehen auf einer Wabe. Mit schön langem Hinterteil sieht sie prima entwickelt aus und ist farblich fast eine Kopie ihrer Vorgängerin, die jetzt nebenan wohnt. Nur mit Eier legen ist noch nichts. Die neue Chefin ist zwar munter herumgewandert und hat Zellen inspiziert, aber alle Waben waren leer. Das kann jetzt aber nicht mehr lange dauern, bis sie Ihre Tätigkeit als Brutfabrik aufnimmt.
In der Zwischenzeit hat das Volk die frei werdenden Zellen mit Pollen und Honig gefüllt. Es glänzt überall, die Bienen scheinen gerade richtig gut einzutragen. Gut für das Volk, leider nichts zu holen für mich, denn das lagert jetzt alles im Brutraum. Im Honigraum hat sich dafür wenig getan. Klar, die machen erst mal unten voll, bevor sie oben einlagern. Und da unten im Moment kein Platz für neue Bienen benötigt wird, packen sie ihre Vorräte eben unten rein. Der Honig ist transportierbar. Wenn neue Brut angelegt wird, dann sollte das eigentlich auch nach oben umgelagert werden. Nur die Pollen bleiben wo sie sind.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und noch zwei alte Waben hinter die Abtrennung gehängt. Da dort im Moment nur Honig drin ist, sollte der nach vorne (oder nach oben) umgelagert werden. Dann kann ich die alten Bretter mal rausnehmen. Das stört jetzt nicht so, wo es keine Brut gibt.

Der Schwarm selbst hat sich super entwickelt in seinem neuen Zuhause.

Sieht jetzt von oben unspektakulär aus, aber alle Rähmchen, die ich reingehängt hatte, sind komplett ausgebaut und voll belegt. Auch hier habe ich die Königin gesehen, die eilig auf einer Wabe unterwegs war. Die war echt fleißig in den letzten beiden Wochen: alle Waben sind randvoll mit Brutfeldern, die von kleinen Futterkränzen abgeschlossen werden. Wie aus dem Lehrbuch. Auch der leere Baurahmen ist komplett ausgebaut und total voll. Das sieht so gut aus, dass ich nicht nur eine neue Mittelwand reingehängt habe. Bilder gibts davon leider nicht, dafür fehlt mir eine Hand und/oder die nötige Ruhe, um mit gezogenen Waben dann noch mit dem Handy rum zu hantieren.
Ich habe mich sogar noch getraut, einen halbvollen Honigraum aufzusetzen. Wenn die ganzen Brutfelder schlüpfen ca. nächste Woche, dann brauchen die neuen Platz und was zu tun. Vielleicht schafft es das Schwarmvolk ja tatsächlich noch, den Honigraum zu belegen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Insgesamt sieht der Stand also jetzt so aus:

Stichwort Honig: das läuft ja gerade ganz gut, da scheint es im Moment ordentlich was zu geben. Was auch immer gerade blüht, ich habe da etwas den Faden verloren. Obst und Robinie ist durch, aber ich sehe alle möglichen Wiesenblumen und Stauden hier. Mohn, Kornblumen und Lavendel gibts zum Beispiel gerade an jeder Ecke. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Stadt Bonn, die die Grünstreifen hier in Buschdorf in den letzten Jahren zu Wiesen-Blühstreifen umfunktioniert hat. Alle gewinnen: Insekten finden Futter, Passanten finden es hübsch und die Stadt muss weniger mähen und spart Geld. Nur die Kreuzungsbereiche werden frei geschnitten. Reicht ja auch.
Ich habe diese Woche auch die erste blühende Linde gesehen. Das ist insofern interessant, da das für Buschdorf die letzte ertragreiche Massentracht sein dürfte. Na ja, zumindest ist das die Tracht, die ich zuordnen kann. Hier in der Straße stehen zwei Linden, die waren letztes Jahr über Tage komplett voll mit Bienen. Da ist aber im Moment noch nichts offen. Dauert wohl noch ein paar Tage. Bis dahin gibts Brombeeren, die ja in ganz Bonn wie Unkraut wachsen. Die sind auch recht ertragreich, sollen aber im Honig einen leicht bitteren Beigeschmack haben. Ich bin gespannt. Sonnenblumen gehen dann auch noch recht spät, aber davon gibts hier keine nennenswerten größeren Mengen. Zumindest sind mir mal keine bekannt.
Und Bienenbäume dürfte es den ein oder anderen in der Nachbarschaft geben. Aber wenn ich recht informiert bin, dann kommen die erst im August. Ich denke, ich ernte davor und lasse den Bienen den Rest als Wintervorrat. Dann muss ich auch nicht so viel füttern. Mal sehen...