Mittwoch, 11. Mai 2022

Bienenzuchtversuche

Jetzt wird es interessant. Ich wollte ja dieses Jahr mal Zuchtköniginnen testen und sehen, wie sich das auf meine Völker auswirkt im Vergleich zu meinen Feld-Wald-und-Wiesen Bienen. Die  momentane, ungeplante Brutflaute führt aber dazu, dass ich das Vorgehen etwas anpassen muss. Mal sehen...

Also ich bekomme aus dem Verein zwei schlupfreife Weiselzellen, die aus Völkern mit bekannt guten Bienen stammen. Diese werden in den abgebenden Völkern angelegt und gepflegt, werden dann entnommen und müssen sofort nach Abholung in das Volk kommen, in dem sie die Herrschaft übernehmen sollen. Am einfachsten geht das mit frisch gebauten Ablegern, in die man sie einhängt. Da ich aber ein (vermeintlich) weiselloses Volk habe und eines mit sehr wenig Brut, muss ich hier etwas improvisieren.

Der Plan wäre jetzt folgender: aus Volk 1 mit den wenigen Eiern und Larven suche ich mir 1-2 Waben zusammen, die wenigstens etwas Nachwuchs enthalten. Die Pflegebienen bleiben drauf, aufpassen, dass die alte Königin nicht aus Versehen mit umzieht, ein paar Futterwaben dazu und fertig ist der Ableger. Dann die Zelle dazu und Daumen drücken, dass die neue Chefin schlüpft und heil vom Hochzeitsflug zurück kommt.

Bei Volk 2 muss ich erst mal nachsehen, was mit den Spenderwaben passiert ist. Ich vermute und hoffe, die sind jetzt voller Weiselzellen. Das wäre prima. In dem Fall wäre ich mir sehr sicher, dass das Volk tatsächlich im Moment ohne Königin ist. Dann kann ich die Weiselzellen erneut entfernen (fies, ich weiß) und dann dafür die externe Zelle rein hängen. Da die Bienen keine Chance haben, anderweitig an eine neue Königin zu kommen, sollten sie die problemlos annehmen. Und dann muss natürlich auch dort noch der Hochzeitsflug funktionieren.

So weit die Theorie. Aber wie immer enthält der Plan vielen "wenn" und "aber". Das bespreche ich mal mit den etwas erfahreneren Kollegen und dann kann es los gehen...

Dienstag, 10. Mai 2022

Spenderorgane

Es hat sich ein Spender gefunden, der zwei Waben mit Eiern und frischer Brut spendiert hat. Ein Kollege mit passendem Wabenmaß hat sich leider nicht gefunden, aber diese Zanderwaben passen auch in Dadantkisten rein. Sind leider unten etwas zu kurz, aber die Träger oben halten. Die Lücke darunter bauen die Bienen unten nach Lust und Laune aus, was es später etwas nervig macht, aber das ist jetzt nicht zu ändern. 

Eine reisefreudige Gastbiene sitzt auch noch drauf.









Also Völker auf, Lücke im Brutnest machen und rein mit dem potentiellen Regierungsnachwuchs. Und wie das immer so ist: es kommt anders.

Volk 2 hat jetzt beide Spenderwaben erhalten und dafür eine fast leere Drohenwabe abgegeben. Aber in Volk 1 haben sich bei näherer Betrachtung dann doch noch kleinere Felder mit Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien gefunden. Die hab ich dann wohl übersehen beim letzten Mal. Aber die Brutfelder sind winzig. Was ist da los? 

Meine Vermutung ist, dass die Damen in Volk 1 schlicht keinen Platz mehr hatten und darum nach und nach anfangen, das Brutnest als Lagerplatz zu verwenden. Die Honigräume sind voll und der Nektareintrag ist offensichtlich gut. Also verdrängen die Vorräte die Brut. Nach und nach wird der Nektar dann eingedickt und in die wieder frei werdenen Zellen legt die Königin (die ja doch noch irgendwo da drin sein muss) dann schnell ein Ei. Reine Spekualtion meinerseits. Auf jeden Fall habe ich jetzt statt einer Spenderwabe eine zusätzliche leere normale Wabe eingehängt, damit wenigstens etwas mehr Platz ist. Eigentlich sollte ich einen dritten Honigraum aufsetzen, aber wenn der so voll wird wie die anderen beiden, dann hebe ich mir einen Bruch. 20kg von Kopfhöhe runterzuwuchten ist Gift für den Rücken. Der Bahndammuntergrund ist dabei leider auch nicht sehr hilfreich. Ich brauche dringend einen Kollegen, der Frühlingshonig schleudern will...wenn ich bis zum Wochenende keinen gefunden habe, dann mach ich vielleicht Presshonig aus ein paar Waben, um oben Platz zu schaffen.

Sonntag, 8. Mai 2022

Führungsloses Volk?

 Hoppla, da stimmt was nicht.

Die Routinekontrolle zeigt das gleiche Bild wie lezte Woche: Volk 1 ist gut dabei, die Honigräume sind gut gefüllt und es ist viel los. Volk 2 hängt etwas hinterher, holt aber auf was die Vorräte angeht. Man sieht es schon von oben: die Reihen sind geschlossen und die Zellen sind verdeckelt. Außerdem sind die Honigräume sehr schwer. Prima.

Dafür hat Volk 2 immer noch ein paar frische Weiselzellen, die ich nicht unbedingt haben möchte.

ABER: bei beiden Völkern kann ich keine Larven finden. Das ist schlecht. Auch Eier sind keine zu sehen. Die sieht man schlecht, aber die Larven sollte man zumindest erkennen. Dummerweise ist mir das erst aufgefallen, nachdem ich die letzten Weiselzellen entfernt hatte. Blöd. Sind die jetzt beide ohne Chefin? Das wäre ärgerlich, denn bei zwei Völkern kann keines ein paar Eier spenden, wenn beide führungslos sind. 

Wieder eine dieser Situationen, in denen man sich fragt, was denn da jetzt schief gelaufen ist. Gut, bei Volk 2 habe ich dann wohl offensichtlich den Schwarm verpasst und dann die Weiselzellen entfernt, die sie gerbaaucht hätten. Kann passieren. 

Aber bei Volk 1 habe ich keine einzige Schwarmzelle gesehen. Wo ist die Königin? Krank und gestorben? Aus Versehen zerdrückt beim hantieren im Volk? Aus Versehen rausgeworfen beim hantieren mit den Waben? Tja, keine Ahnung....

Das ist doppelt doof, da ja in 1-2 Wochen die Zuchtköniginnen kommen sollten. Das klappt natürlich nur, wenn ich was habe, aus dem ich auch einen Ableger machen kann. Ohne Brut wird das nix. Zeit für Telefonte mit dem Verein. Ich brauche einen Spender...



Sonntag, 24. April 2022

Osterhonig

Zurück aus dem Kurzurlaub über Ostern und ich muss sagen,  den Bienen geht's gut. 
Ich hate auf ein Volk letztes Wochenende noch einen zusätzlichen Honigraum aufgestellt. Und siehe da: der ist ordentlich voll. Beim anderen Volk hab ich das gelassen, da noch nicht viel los war. Aber das hätte ich besser auch noch gemacht, denn der vorhandene Raum war so rappelvoll, dass die Damen sicher auch noch eine zusätzliche Ablage gebraucht hätten. Dafür habe ich da jede Menge Nachschaffungszellen gefunden. Ich fürchte,  die hängen demnächst im Baum. Ich habe die Zellen zwar alle entfernt,  aber wenn die Bienen schon so in Schwarmstimmung sind,  dann ist da wohl nicht mehr viel zu ändern. 

Jetzt bin ich also schon mittendrin in diesem Bienenjahr. Und da schon diverse Honigräume gut gefüllt sind, kann ich wohl demnächst schleudern gehen. Prima. 
Der nächste Meilenstein wird dieses Jahr die Erstellung von Anlegern mit Zuchtköniginnen. Das wird auch interessant. 
Aber jetzt ist erst mal die regelmäßige Schwarmkontrolle angesagt. Ich muss jetzt jede Woche nach Weiselzellen sehen, wenn ich die Bienen nicht aus dem Baum pflücken möchte.

Samstag, 9. April 2022

Routinekontrolle

Während der regnerischen und stürmischen Tage in den letzten paar Wochen habe ich die Bienen in Ruhe gelassen. Aber heute war es an der Zeit, mal nachzusehen.

Das Bild ist insgesamt erfreulich. Ich war etwas skeptisch, was die Vorräte angeht, aber die Damen waren wohl immer zwischendrin fleißig, wenn sie trotz Wind und Regen raus konnten. Es ist nicht nur viel los in beiden Völkern, es wurde sogar schon ein wenig in den Honigräumen eingelagert. Keine riesigen Mengen, aber doch genug, so dass ich jetzt aufhören kann, mir um Futtervorräte Gedanken zu machen. Das Wetter soll ja jetzt passend zur Obstblüte schöner werden, das passt wie bestellt. Mit etwas Glück könnte sogar ein wenig Frühlingshonig für mich abfallen.

Interessanterweise ist das vordere Volk, das deutlich schwächer aus dem Winter kam als sein Nachbar,  mittlerweile deutlich weiter. Die Bude ist richtig voll, die Drohnenwabe ist bestückt und auch der Honigraum ist deutlich schwerer als beim zweiten Volk. Interessant. Da scheint die unterschiedliche Genetik der beiden Chefinnen durch zu kommen. An den äußeren Umständen kann es ja bei direkter Nachbarschaft nicht liegen.

Ich habe noch je eine weitere Wabe zum Ausbauen reingehängt und damit war es das auch schon für diese Inspektion. Jetzt muss ich mir überlegen, ob ich ggf. mal die Kisten tauschen will. Die sind mittlerweile so verklebt und zugepappt mit Propolis, dass ich teilweise Schwierigkeiten habe, die Waben auf ihren Trägern hin und her zu schieben. Das könnte ich an Ostern mal machen. Und in den Folgewochen danach muss ich dann schon wieder anfangen, nach Weiselzellen zu sehen. Oder ich kombiniere das? Mal sehen...

Dienstag, 15. März 2022

Neues Jahr, neues Bienenglück...

Der Frühling ist da!

Der Meinung sind zumindest meine Bienen. Denn so wie hier geht es jetzt schon ein paar Tage zu.

Da es jetzt tagsüber immer deutlich über 10 Grad warm ist, drehen die Damen richtig auf. Und ich habe jetzt endlich mal in die Stöcke gesehen, um zu wissen, was Sache ist. Dabei habe ich zwei fidele Völker gesehen, die auf schon ganz ordentlichen Brutnestern sitzen. Ich habe sogar frisch eingetragenen Nektar gefunden, was ich zu dieser Jahreszeit einigermaßen überraschend finde. Also habe ich nicht nur etwas Platzt gemacht und altes Futter raus genommen, ich bin sogar so optimistisch, dass ich den beiden Völkern direkt jeweils einen Honigraum aufgesetzt habe. 

Die Wettervorhersage lässt weiterhin einigermaßen frühlingshaftes Wetter erwarten, da hält sich das Restrisiko in Grenzen. Also darf der frische Nektar dann auch gerne oben eingelagert werden, wo ich später besser dran komme.

Das ist bisher schon mal ein deutlich erfolgreicherer Start als der eisige Frühling letztes Jahr. Mal sehen, wie es bis zur Obstblüte in ein paar Wochen so anläuft. 

Einen Plan zu den größeren Meilensteine hab ich auch schon: dieses Jahr möchte ich mal versuchen, selbst die Königinnen zu tauschen und durch Weiselzellen aus der Zucht zu ersetzen.  Und ich möchte erneut eine totale Brutentnahme machen und bei der Gelegenheit auf drahtlose Rähmchen umstellen. 

Was sich sonst noch so ergibt, wird sich im Laufe des Jahres zeigen.


Sonntag, 13. Februar 2022

Die ersten warmen Tage des Jahres

Ein schönes, warmes Wochenende im Februar sorgt für Flugverkehr an den Bienenbeuten.

Da ist heute ordentlich was los:

10 Sekunden vor dem Flugloch sagen mir schon einige Dinge, die ich wissen muss:

Die Völker leben noch und sie tragen Pollen ein, das bedeutet, dass die Königin nicht nur lebt, sondern auch wieder angefangen hat, Eier zu legen. Prima!

Jetzt wird es spannend, wie viel Vorräte die beiden noch haben. Wenn jetzt neue Brut dazu kommt, dann steigt der Grundumsatz wieder an. Das ist wie immer die schwierigste Phase der Winterpause. Die alte Generation hält schon recht lange durch und ist nicht mehr ganz taufrisch, die Vorräte sind mehr oder weniger angeknabbert, aber die neue Frühlingsgeneration muss noch auf den Weg gebracht werden. Pollen dafür gibts (rot-orange, ich tippe mal auf Hasel um diese Jahreszeit), aber mit Nektar sieht es noch mau aus. Der kommt primär aus den Honig-Vorräten.

Vielleicht schau ich die Tage doch mal rein und werfe einen Blick auf die Rest-Vorräte. Ich habe für alle Fälle noch eine Notration Futterteig besorgt. Falls der Frühling wieder so fies wird wie letztes Jahr, dann kann ich aushelfen.

Also neues Jahr, neues Glück...

Sonntag, 12. Dezember 2021

Winterbehandlung

Nachdem es seit einigen Wochen schön kalt ist, war ich heute am Stand und habe die übliche Winterbehandlung gemacht.

Vor Weihnachten bekommen die Bienen nochmal einen Schuss mit Zucker versetzter Oxalsäurelösung, um die verbleibenden Varroamilben zu reduzieren. Dabei muss ich natürlich aufmachen und kurz reinschauen, da man das von oben geben muss. 

Ein Volk sieht nach wie vor sehr stark aus und verteilt sich (auch dank der milden Temperatur heute) auf fast allen Waben. Das andere ist ziemlich geschrumpft in den letzten Wochen und hat nur noch Bienen auf drei halben Wabengängen. Das sieht etwas schwach aus.

Ich vermute also mal, dass ich gute Chancen habe, im Frühling noch wenigstens ein Volk zu haben. Machen kann ich jetzt aber eh nix, also bleibt es beim Abwarten. Hoffentlich bleibt es trocken kalt bis März, damit kommend die Bienen am besten klar. Also abwarten und Tee mit Honig trinken...

Montag, 27. September 2021

Feierabend

Das war es dann so im großen und ganzen für diese Runde.
Am Wochenende habe ich noch die Futterzargen entfernt, die brauche ich jetzt nicht mehr. Ein letzter (sehr kurzer) Blick ergibt zwei sehr starke Völker auf 10 bzw. 9 Waben.  Es war sehr viel los am Eingang und die Bienen sind entsprechend der Jahreszeit echt schlecht drauf mittlerweile. Ich hatte kaum den Deckel auf, wurde ich schon angegangen. Wieder zwei Treffer durch den Jackenärmel. Autsch. Wenn die im Frühling nicht wieder friedlich werden, dann muss ich mich um eine alternative Königin kümmern. So macht das auf die Dauer keinen Spaß.

Aber Hauptsache ist erst mal, die Völker sind stark, gut eingefüttert und gesund. Jetzt kann der Winter kommen. Ich werde mich jetzt auf Bastelarbeiten und das Aufräumen konzentrieren und erst um Weihnachten wieder einen Blick in die Völker werfen, wenn ich die Winterbehandlung gegen die Milben mache. 

Und dann bleibt die spannende Frage, ob und wie die beiden Völker es in den Frühling schaffen werden. Man wird sehen...

Sonntag, 12. September 2021

Vorratshaltung

Sieht so aus, als hätten sich die beiden zusammen gelegten Völker ganz gut zusammen gerauft. Bei dem schönen Wetter heute ist ordentlich was los am Eingang und die Waben sind langsam voll mit verdeckelten Zellen. Das gilt auch für das zweite Volk. Sehr schön, so soll das sein.


 

Der Aufbau der Vorräte ist also schon recht weit fortgeschritten. Ich hatte überlegt, ob ich noch weiter Zuckersirup nachfüttere, aber das sieht in beiden Stöcken schon ganz gut aus. Selbst die Randwaben waren schon mindestens zur Hälfte mit frischen, weißen Deckeln versehen, so dass ich es am Ende gelassen habe. 

Mittlerweile sind die Bienen echt biestig drauf. Sobald man an die Völker geht, hat man diverse schlecht gelaunte Damen im Gesicht bzw. am Schleier hängen. Ich bin ja eh sehr vorsichtig und immer mit Anzug unterwegs, aber heute wurde ich tatsächlich durch die Jacke gestochen. Die haben keinen Bock auf Störungen und werden echt garstig im Spätsommer. Was durchaus normal ist für diese Jahreszeit. 

Trotzdem werde ich wohl nächste Woche noch einen letzten Blick auf das Brutnest werfen, bevor ich langsam aber sicher die Bienen in Ruhe lasse. Die können dann die letzten schönen Tage noch ohne Störung nutzen bevor es ab Oktober so langsam Richtung kühlere Temperaturen und damit Richtung Winterruhe geht.