Sonntag, 27. Juni 2021

tödliche Hochzeitsreise

Nach heutiger Kontrolle ist geht es zwei von drei Völkern ganz gut. Eines hat tatsächlich richtig Gas gegeben und hat zwei volle Honigräume und ein ordentliches Brutnest, das andere hat zumindest wieder Nachwuchs, auch wenn es mit dem Honig mau aussieht.

 

Volk Nummer drei macht mir hingegen Sorgen. Drei Wochen nach dem Schwarm habe ich heute keine einzige verdeckelte Zelle gesehen. Auch Larven oder sonstigen Nachwuchs konnte ich nicht entdecken. Dafür durchgehend Nektar im Brutnest und einige unvollendete Weiselzellen. Im Honigraum ist nichts mehr passiert. Das sieht nicht gut aus. 

Ich vermute mal, dass die Nachwuchs-Chefin den Rückweg vom Hochzeitsflug nicht geschafft hat. Das kommt schon mal vor. Da war dann wohl ein Vogel schneller oder es ist sonst etwas dazwischen gekommen. Damit ist das Volk höchstwahrscheinlich weisellos, was unweigerlich zum Totalverlust führt, sobald die jetzige Generation weggestorben ist. Da die keine Brut pflegen müssen, halten sie etwas länger durch, aber das hilft dem Volk nicht wirklich. Eventuell wandeln sich einige der Arbeiterinnen noch zu sogenannten Drohnenmütterchen um. Wenn die Pheromone der Königin fehlen, kann es sein, dass sich bei einigen normalen Bienen der Legeapparat ausbildet und sie anfangen, Eier zu legen. Da die aber nie begattet wurde, kommen dabei nur Drohnen raus. Das sichert dann das genetische Überleben des Volks, wenn die Drohen sich fortpflanzen. Aber das Volk selbst stirbt dann nach und nach weg. 

Zum Glück habe ich das heute gesehen. Jetzt hat eines der Nachbarvölker eine Brutwabe gespendet. Daraus kann das Volk nun versuchen, eine Ersatzkönigin aus einem Standard-Ei zu ziehen. Wenn das klappt, dann ist das Volk gerettet. Wenn nicht, dann muss ich mir einen Plan B überlegen. Also erst mal abwarten, ob ich nächste Woche Weiselzellen finde.

Sonntag, 30. Mai 2021

...und noch'n Schwarm und noch'n Schwarm und....

Nach drei Wochen Mistwetter haben meine Bienen direkt die Gelegenheit genutzt um einen Ausflug zu machen. 

Der nächste Schwarm...so viele wollte ich eigentlich nicht haben. Aber da ich mir vor zwei Wochen den Rücken verrenkt habe war es nicht möglich, regelmäßig die Beuten zu kontrollieren. Dafür sind die Honigräume selbst halb leer einfach zu schwer. Also haben die Bienen fleißig weitere Zellen nachgezogen, ohne dass der doofe Imker gestört hat und machen jetzt das, was Bienen eben so machen im Mai: sie teilen sich und schwärmen, um ein neues Zuhause zu suchen. Ich hätte sogar schon früher damit gerechnet, aber das Wetter war wohl auch den Bienen zu schlecht für einen Umzug.

Sieht immer wieder hübsch aus, so ein Schwarm. Im Baum ist es allerdings doch recht unpraktisch: in der Höhe kommt man schlecht dran. Aber ein Kollege aus dem Verein hatte eine passende Leiter und einen Fangkorb, jetzt sind sie auf dem Weg in die neue Heimat in Bornheim.

Insgesamt ist das bisher ein echt seltsames Bienenjahr: ein eiskalter Frühling, weswegen ich recht spät erst reingesehen und geschiedet habe. Das führt dann dazu, dass die Bruträume voller Honig und dafür die Honigräume leer sind. Und jede Menge Schwärme, sobald zwischen den ganzen Schlechtwetterperioden mal zwei schöne Tage sind. Wollen wir mal hoffen, dass wenigstens mit den nachgezogenen Königinnen alles glatt geht.




Sonntag, 9. Mai 2021

Schwarmzeit

Komisches Jahr...eben noch Futterknappheit wegen kaltem Frühling und jetzt geht es direkt in die Schwarmzeit über.

Eigentlich wollte ich nur Blumen eintopfen, aber das hat mich dann doch abgelenkt:

Ich habe also heute den ersten Schwarm gefangen. Beziehungsweise fangen lassen vom Kollegen, der ihn haben wollte. Zum Glück direkt vorm Haus und in angenehmer Höhe. Das war mal dankbar. Er hat jetzt auch schon ein neues Zuhause bei einem Mit-Imker aus dem Verein gefunden. Gute Reise...eigentlich schade um die Masse und die alte Königin. Ich hatte letzte Woche schon angefangen, Schwarmzellen zu brechen. Aber wie das so ist: ich hab wohl eine übersehen.

Die anschließende Kontrolle hat zwei volle und ein recht leeres Volk mit wenig Vorräten gezeigt. Ich denke mal, von dort kam der Schwarm.

Und ich habe jede Menge Schwarmzellen in allen Stöcken gefunden. Die Bienen starten jetzt richtig durch. Bei mir ist es aber zu eng, ich hab nur den einen Standort. Ich weiß nicht, wohin mit den Zusatzvölkern, da brauch ich auch keine Schwärme. Bis auf eine Zelle in dem leeren Volk habe ich alle entfernt (hoffe ich). Die brauchen ja eine neue Chefin.

War auch höchste Zeit für die Kontrolle, mir sind tatsächlich in der Restekiste, in die die ganzen Wachskrümel und die entfernten Schwarmzellen kommen, direkt noch ein paar Königinnen geschlüpft. Die haben also nur auf den richtigen Moment gewartet, um raus zu kommen und den nächsten Schwarm auszulösen. Die kann der Vereinskollege auch noch brauchen. Also kam er nochmal zurück und hat jetzt zusätzlich auch noch eine Jungkönigin.

Dienstag, 20. April 2021

das war knapp...

Heute war der lokale Bienen-Sachverständige da und hat eine Probe zur Seuchenkontrolle genommen. 

Bei der Gelegenheit haben wir zusammen alle Völker durchgesehen und uns einen Überblick verschafft. Ist ja immer praktisch, wenn man jemand mit so viel Erfahrung dabei hat. Und es sah auch alles ganz gut aus. Im Brutnest hab ich schon Drohnen und erste Schwarmzeichen gefunden. Dazu große Brutnester. Kein Wunder, dass die Vorräte so knapp sind, die Völker sind stark gewachsen in den letzten Wochen.

Aber: die Bienen laufen durch das fiese Wetter der letzten Wochen tatsächlich auf der letzten Rille beim Futter. Die Stöcke waren so leergefegt, dass wir Schwierigkeiten hatten, genug Futterkranzproben für die Analyse zu finden. 

Jetzt wird es zwar endlich warm, aber die paar kalten Tag, die zwischendrin noch angesagt sind, könnten tatsächlich kritisch sein. Darum habe ich dann auch tatsächlich etwas Zuckerwasser nachgefüttert. Ende April...was für ein kalter Frühling! Ein-zwei Tage später rein gesehen, dann hätte das auch schief gehen können. Ich denke aber, ab nächster Woche geht es steil aufwärts. Der Raps am anderen Dorfende blüht schon. Wenn es endlich mal ein paar Tage am Stück warm bleibt, dann sollte die kritische Phase schnell überwunden sein. 

Es darf jetzt auch gerne mal los gehen: die Bienen haben die Honigräume, die ich das letzte Mal aufgesetzt habe, mittlerweile bezugsfertig gemacht und alles repariert. Jetzt fehlt nur noch Nektar, der eingelagert werden kann.

Dienstag, 6. April 2021

Schneegestöber

 ...und genau dafür lass ich einen Rest Futter im Stock.

 


Bei dem sponatanen Wintereinbruch heute ist natürlich nix mit Fliegen und Sammeln für die Bienen. Aber der Grundumsatz ist durch die neue Brut und die steigende Völkerstärke trotzdem immer höher. Das geht dann schnell schief, da die alten Vorräte aus dem Winter verbraucht sind (oder vom Imker ausgeräumt wurden) und noch nicht genug neue Vorräte angelegt wurden. Wenn das dann zu lange geht, verhungern die Bienen kurz bevor der Frühling so richtig durchstartet. 

Da dürfte die Notfallwabe geplündert sein, wenn ich Ende der Woche nochmal in die Völker schaue.



Sonntag, 28. März 2021

Winterpause beendet

...und im Gegensatz zum Imker sind die Bienen auch schon längst richtig aktiv.

Ich habe endlich mal nach meinen Bienen gesehen und dabei mehrere Dinge festgestellt:

Alle Völker leben noch. Das war schon am Flugloch zu sehen, ist aber trotzdem erfreulich nach dem Totalverlust letztes Jahr.

Die Damen sind schon voll im Frühlingsprogramm. Ich habe größere Brutnester gefunden und die Beuten waren schon ziemlich voll mit Arbeiterinnen für die Jahreszeit. Außerdem gabs schon neu eingetragenen Nektar. Das zeigt, dass ich auch schon vor drei Wochen in der letztem Warmphase hätte umbauen können, aber was solls. Hauptsache, es war immer genug Futter da.

Zudem wurde während ich an den Völkern war fleißig Pollen eingetragen und es war überhaupt reger Flugverkehr. 

Der Frühling ist definitiv da. Also habe ich mehrere Dinge auf einmal gemacht.

Ich habe die alten Futterwaben aus dem Winter entfernt und die Völker mit dem Trennschied etwas eingeengt. Die Bienen finden jetzt draußen genug und können sich aus dem laufenden Ertrag versorgen. Die Obstblüte hat ja schon begonnen, das sollte reichen. Für alle Fälle habe ich hinter dem Schied jeweils eine Futterwabe belassen. Falls es doch noch mal richtig kalt wird, können sie sich dort bedienen.

Dann habe ich überall eine Drohnenwabe eingebaut, denn ich hatte schon die ersten Drohnenzellen gefunden, die angelegt wurden. Damit hatte ich tatsächlich erst Mitte April gerechnet.

Und ich habe jeweils einen Honigraum aufgestellt. Immer her mit dem frischen Nektar.

 

So langsam geht es also richtig los. Raps gibts leider nicht dieses Jahr auf den benachbarten Feldern, aber schauen wir mal, was die Bienen so eintragen in den nächsten Wochen. Mit etwas Glück reicht es ja nochmal für eine Frühtracht. Ich bin gespannt...

Donnerstag, 25. März 2021

Die erste neue Generation

Seit dem letzten Eintrag war es tatsächlich wieder drei Wochen recht kalt. Aber jetzt ist der Frühling da und man kann an den Eingängen starken Flugverkehr beobachten. Das passt genau auf den Entwicklungsplan einer Biene: Vom Ei zur fertigen Arbeiterin in 21 Tagen. Anfang März haben die Völker ihre Winterruhe beendet und die Königin hat wieder angefangen, Eier zu legen. Und jetzt wird sich bei dem erneut warmen Wetter vor dem Stock eingeflogen.

Da ich es Anfang März verpasst habe, im Detail in die Stöcke zu sehen, kann ich jetzt am Wochenende direkt einen Rundumschlag machen: ich gehe davon aus, dass es jetzt warm bleibt und die Bienen ihren Bedarf aus dem laufenden Ertrag decken können. Das bedeutet, dass ich die Reste der Wintervorräte entfernen kann (falls noch welche da sind), ich die Waben auf den Umfang des aktuellen Brutnests reduziere und dafür ggf. schon den ersten Honigraum aufsetze. 

Das war eigentlich als zwei Schritte gedacht, aber Anfang März hab ich es verpasst und während der kalten Phase in den letzten Wochen wollte ich nicht so stark eingreifen. Dann mach ich das eben jetzt in einem Rutsch. Die Zierkirschen stehen auch schon in voller Blüte, da sollte zusammen mit den anderen Frühblühern insgesamt genug zu holen sein. 

Da hab ich ja was zu tun am Wochenende... 

Dienstag, 2. März 2021

Hurra, sie leben noch

Das warme Wetter lockt nicht nur die Buschdorfer, sondern auch die Bienen nach draußen.


In den letzten warmen Tagen war ordentlich was los vor den Fluglöchern. Und zwar vor allen.

Das bedeutet, dass es alle drei Völker durch den Winter geschafft haben. Das hat also schon mal besser funktioniert, als letztes Jahr.

Je nachdem, wie das Wetter jetzt wird, starten die Bienen entweder direkt durch und fangen an, die Völker wieder zu vergrößern, oder sie ziehen sich bei weiteren Kälteeinbrüchen wieder zurück.

Interessant wird es, wenn es ein paar Tage warm bleibt und dann wieder dauerhaft kalt wird. Denn dann ist die erst Brut des Jahre bereits angelegt und muss warm gehalten werden. Das führt zu höherem Vorratsverbrauch und draußen blüht noch nicht genug, um den Bedarf zu decken. Das kann ganz schnell kritisch werden. 

Da werde ich dann also mal ein Auge drauf haben in den nächsten zwei-drei Wochen.

Das neue Bienenjahr kann kommen. Ich freu mich...

Sonntag, 17. Januar 2021

Winterarbeit

Ich habe die Winterzeit genutzt und Bestände durchgesehen. Dabei habe ich festgestellt, dass leider einige der Honigwaben von Wachsmotten angeknabbert wurden. Erstaunlich, ich dachte immer, die gehen nur an bebrütete Waben. So viel dazu....

Außerdem klebten in einigen Waben noch ein paar Honigreste, die mittlerweile nach Alkohol riechen. Das ist ärgerlich, da muss ich bei der nächsten Ernte mal darauf achten, dass ich wirklich alle Zellen aufbekomme und ausschleudere. Außerdem brauch ich wohl besseres Timing für das Ausschlecken der Reste durch die Bienen. In einigen abgeernteten Waben hatten sie direkt wieder etwas eingelagert, das ich dann natürlich nicht mehr raus bekommen hatte.

Da ich den Bienen kein angegammeltes Material im Frühling zurückgeben will, blieb mir nur das Entfernen der betroffenen Waben. Das lässt sich bei den kalten Temperaturen sehr gut machen, besser als im Sommer. Das Wachs klebt nicht (wie im Sommer), sondern ist sehr spröde und bröselt bei Berührung. Das lässt sich also ganz prima mit einem breiten Spachtel oder dem Stockmeißel abschaben und auskratzen. Und beim Einschmelzen bekommt man nicht ständig Besuch von Bienen und Wespen, die auf den Geruch abfahren.

Am Ende war es dann doch ein ganzer Eimer voll, den ich in einen dicken Wachsblock verwandeln konnte.

Vorher...

...nachher.

Sieht aus wie ein riesiger Vanillepudding und riecht fantastisch. Etwas eingerissen. Das kommt, wenn das Wachs im Eimer zu schnell abkühlt, dann reißt die Oberfläche.

Ist aber auch egal, ich will ja keinen Schönheitspreis sondern nur eine platzsparende Lagerung.





Dienstag, 8. Dezember 2020

Winterbehandlung

Na also, jetzt ist es ja doch noch knackig kalt geworden.

Nachdem es jetzt ein paar Tage eisig war, sitzen die Bienen schön dicht zusammen in der Wintertraube und warten auf den Frühling. Eine gute Gelegenheit für mich, mit Oxalsäure die letzte Milbenbehandlung durchzuführen. Dazu wird einfach etwas Lösung in die besetzten Wabengassen geträufelt. Die Bienen nehmen das dann auf und verteilen es weiter im Volk. Das mögen die Milben nicht und das ist gut so.

Bei der Gelegenheit konnte ich auch mal nachsehen, wie stark die Wintertrauben denn sind. Erwartungsgemäß gab es zwei recht starke Völker und ein schwaches, so wie das auch schon abzusehen war. Dann bin ich mal gespannt, ob ich im Frühling mit ein, zwei oder drei Völkern da stehe.