Sonntag, 25. Mai 2025

Imkern im Frühjahr

So, schon wieder ein paar Wochen rum und es war einiges zu tun. Entsprechend der Jahreszeit gibt es gerade jede Menge Sachen, die man machen kann/muss.

Ich habe zum Beispiel Honig geerntet. Hurra! Endlich mal wieder Frühtracht, nachdem die letzten Jahre ja eher mau waren. Ein paar Eimer sind es diesmal geworden und ich freu mich schon, den ins Glas zu bekommen. Ich möchte diesmal etwas warten und vorher noch regelmäßig rühren. Ich hoffe, damit bekomme ich ihn etwas cremiger und weniger betonartig, wenn er denn dann auskristallisiert (was bei Frühtracht wahrscheinlich ist).

Ich hab auch einen Ableger gebastelt. Sieht ganz gut aus. Ich hab die neue Chefin gesehen und das neue Volk hat sich zusammen gerüttelt. Ein kleines neues Brutnest ist auch da, es geht also voran. Prima! Hier das Suchbild dazu.

Was noch? Eines der Völker sieht sehr bedenklich aus. Viele tote Bienen, keine Brut mehr, kein neuer Ertrag und Bienen, die benommen wirken. Hm...was ist da los? Ich dachte erst, das Volk wäre einfach abgeschwärmt, aber der riesen Friedhof vor der Tür und das untypische Verhalten sprechen dagegen. Ich vermute mal, die haben entweder eine Krankheit oder sie haben sich auf den umliegenden Flächen irgendwo eine Insektizidvergiftung eingefangen. Sieht auf jeden Fall nicht gut aus. Was es auch ist, ich hoffe, es greift nicht über. Muss ich mal im Verein besprechen.

Und dann hab ich noch versucht, statt kleinen Waben mit ganzen Waben zu starten. Ich kleb ja sonst immer in die Rahmen kleine Anfangsstücke ein, damit die Bienen wissen, wo es lang geht und schon mal einen guten Start haben. Den Rest bauen die normalerweise dann selbst aus. Meistens wird das sehr ordentlich, macnhmal sieht es aber auch so aus:

Hier haben sie in der Mitte einen Spalt offen gelassen. Warum auch immer.
Und jetzt habe ich versucht, eine ganze Mittelwand als Starthilfe einzukleben. Na ja...

Den Rest der offensichtlich heruntergefallenen Wand klebt am Boden, wo die Bienen dann versucht haben, was draus zu machen. Und oben haben sie einfach mit ganz normalen Waben angefangen, dann eben ohne Starthilfe. Den Rest der zerbrochenen Mittelwand haben sie fröhlich kreuz und quer im Stock verbaut. Hat eine Weile gedauert, das wieder gerade zu rücken und aufzuräumen. Ich sag mal so: da ist noch Luft nach oben. Oder ich bleib einfach doch bei den kleinen Anfangsstreifen.

Montag, 21. April 2025

Der erste Schwarm und merkwürdige Produkttests

Das ging ja schnell. Eben noch im Winter- Restprogramm und jetzt sehen die Völker schon so aus.

Diese Wabe ist von oben bis unten voll mit Brut. So sieht der ganze Stock aus. Selbst die Randwaben, die gerne für Vorräte genutzt werden, sind rappelvoll mit Brutzellen. Hier gehts rund.

So rund, dass es direkt an Ostern vor dem Haus ordentlich gesummt und gebrummt hat. Da hat mir doch der Osterhase einen Schwarm im Baum versteckt. 


Hm...hab ich wohl eine Schwarmzelle übersehen. Und damit es interessanter wird war ich auch nicht vor Ort und konnte mich nicht selbst kümmern. Aber die freundlichen Kollegen aus dem Verein waren da und so haben die reisewilligen Bienen schon ein neues Zuhause im Vorgebirge.

Wir sind also unverkennbar in der Hauptphase der Bienen angekommen. Der Start ins neue Jahr ist gelungen, die Völker wachsen wie verrückt, es gibt Honigeintrag und die Bienen sind so gut dabei, dass sie sich schon teilen und Schwärme bilden. Jetzt ist so richtig Frühling.

Ansonsten ist mir die Tage ein Test der Stiftung Warentest unter gekommen, den ich doch sehr merkwürdig fand und den ich auch im mir möglichen Rahmen thematisieren wollte. Die Stiftung hat Honige aus Supermärkten getestet (Zum Test). Leider mit mittlerweile veralteten Methoden und - Überraschung - die Billighonige haben super abgeschnitten, Kein Wunder, denn man kann mittlerweile maßgeschneiderte Fälschungen kaufen, die genau darauf ausgerichtet sind, solche Tests zu überlisten. Da wird der Zuckersirup aus China ruck-zuck zu feinstem Blütenhonig. Lässt man ein moderneres Testverfahren drüber laufen, merkt man das auch recht schnell. Das ist jetzt keine ganz neue Erkenntnis. Um so erstaunlicher, dass das der Stiftung nicht auffällt. Da der Test direkt nach einem sehr wenig schmeichelhaften anderen Querschnitt-Test raus kommt, der letztens reihenweise Produktfälschungen bei billigen Supermarkthonigen nachgewiesen hat (Moderner Test aus Dezember 2024), bekommt das ganze ein Gschmäckle. Riecht irgendwie nach Auftragsarbeit zur Rettung des beschädigten Rufs. Warum sich die Stiftung Warentest dafür hergibt ist mir ein Rätsel. Es regen sich jetzt jedenfalls nicht nur die Berufsimker auf, sondern der ganze Imkerbund (Reaktion Imkerbund).

Eigentlich könnte mir das egal sein. Ich muss mich nicht (mehr) über die Qualität anderer Honige kümmern, ich mach ja jetzt meinen eigenen. Als Mikroimker im lokalen Bereich bin ich auch eh viel zu klein, als dass ich in Konkurrenz zu Supermärkten treten könnte. Und die Mittel zur Honigfälschung auf industriellem Level hab ich auch nicht. Das wäre ja auch witzlos, denn da ich den Großteil meiner Ernte mit meiner Familie selbst esse, kann ich mich damit höchstens selbst betrügen. Gibt ja nur dann mal Honig bei mir für die Nachbarschaft, wenn die Ernte zu viel für uns geworden ist.
Aber es ärgert mich doch, denn es beschädigt das Gesamtprodukt Honig. Da machen gierige Leute Geld mit industrieller Fälschung eines Naturprodukts und die Stiftung Warentest würdigt das auch noch mit einem äußerst positiven Test. Kannste dir nicht ausdenken...

Mir bleibt nur der Appell: kauft euren Honig lokal. Der günstige Honig "aus EU und nicht EU Ländern" ist Glückssache. Den guten Stoff gibts beim Imkerverein um die Ecke. Hier zum Beispiel: Vorgebirgsimker

Dienstag, 4. März 2025

Winter ade

Sieh an, es tut sich was bei den Bienen.

Die sonnigen letzten Tage führen vor den Fluglöchern der Bienenvölker schon zu ordentlichem Flugverkehr. Und mit der Haselblüte der letzten Wochen (hallo Allergiker!) und der jetzt kommenden Weidenblüte geht die Phase der Überwinterung langsam zu Ende. 

Es geht auch schon ordentlich rund in den Völkern. Ich habe das schöne Wetter genutzt und mal eine erste Durchsicht gemacht. Dabei gab es schon ein erstes kleines Brutenst und neue Pollenvorräte zu sehen. Sogar eine kleine Menge frischer Nektar wurde eingetragen, wo auch immer sie den so früh gefunden haben. 

Auch die Chefin hat sich blicken lassen und ist hier auf dem Bild dank ihrer etwas helleren Farbe leicht zu finden.


Zur Versorgung der neuen Brut ist neben frischen Pollen auch Wasser nötig. Ich finde jetzt regelmäßig Bienen in meinem Hochbeet, die dort die Blumenerde anknabbern. Offensichtlich holen sie sich in dem feuchten Boden ihre benötigten Wasservorräte.

Es folgt jetzt so langsam die Durchlenzung, also der Wechsel von den Winter- zu den Sommerbienen. Dabei ziehen die alten Bienen aus dem letzten Herbst die erste neue Generation groß, bevor sie nach einem vergleichsweise langen Bienenleben abtreten.

Bei diesen paar unglücklichen Exemplaren ist das schon während der Winterpause passiert. Hier haben wohl einige Bienen den Anschluss an die Wintertraube (und damit an die Wärme) verloren und haben es nicht geschafft. 

Insgesamt sieht das alles sehr gut aus. Beide Völker sind aktiv, Vorräte sind noch da und die Chefin hat schon angefangen, neue Eier zu legen. Also drücken wir mal die Daumen, dass das Wetter jetzt dauerhaft besser wird. Dann kann es los gehen mit einem guten Start in die neue Saison!

Sonntag, 8. September 2024

Letzte Runde

Heute habe ich nochmal je 5kg Zuckerwasser nach gefüttert. Das sollte dann eigentlich reichen, um durch den Winter zu kommen. Was ich dabei gesehen habe, waren diverse Bienen, die Pollen mit dabei hatten. Es wird also noch gebrütet. Aber der Flugverkehr hat doch merklich nachgelassen. Ich denke, die Saison klingt langsam aus und die Bienen gehen langsam in de Übergangszeit. Ich schau in zwei Wochen oder so nochmal rein und mache eine Bestandsaufnahme bei den Völkern.

Pollen gibts noch hier und da. Massentrachten stehen zwar im Moment nicht an, aber trotzdem finden die Bienen natürlich die verbliebenen Nahrungsquellen.
Gestern zufällig den Publikumsverkehr im Garten entdeckt: 

Die Chinesische Klettertrompete des Nachbarn ist offensichtlich eine gute Pollenquelle so spät im Jahr. Und sieht auch noch hübsch aus dabei. 

Auch die Leycesterie war gut besucht. 


Ansonsten gibts zur Zeit nicht viel für mich zu tun, außer den Honig an der Tür aufzufüllen. Ich stell Gläser raus, so lange der Vorrat reicht. Ein paar Kartons hab ich noch. Wer was haben will, kann gerne vorbei kommen und sich was mit nehmen.

Montag, 26. August 2024

Alles auf Zucker

Da bin ich wieder und bei den Bienen ging und geht es schon weiter. 

Während des Urlaubs hat im einen Volk die Behandlung gewirkt. Die Milben sind jetzt von 20 pro Tag runter auf 4. Immer noch nicht super, aber deutlich verträglicher als vorher.
Im anderen Volk hat man sich durch den Zuckerteigblock genagt. Alles weggeputzt und in die Waben verlagert.

Alles nach Plan würde ich sagen. Jetzt geht es noch etwas weiter mit füttern, damit sich die Völker für den Winter einen dicken Vorrat anlegen können. Und dann war es das auch im Großen und Ganzen schon wieder für diese Saison.

Ich schau in ein-zwei Wochen nochmal genauer in die Kisten, bis dahin können die Damen erst mal in Ruhe Zuckerwasser einlagern.

Dienstag, 30. Juli 2024

Gutes und Schlechtes zum Urlaub

Letzter Check vor dem Urlaub. Heute zusammen mit dem lokalen Bienensachverständigen, der noch Proben zur Faulbrutkontrolle genommen hat. Gute Gelegenheit, zusammen mal in die Völker zu schauen und Fragen los zu werden.

Leider waren bei dem kranken Volk keine Fragen mehr offen. Das ist leider maximal schief gelaufen, denn das sah leider so aus.

Eigentlich sollten die Oberträger zu dieser Jahreszeit brechend voll mit Bienen sein. Stattdessen: kaum noch Bienen drin, alle total aufgeregt und alles voller toter Bienen vor und im Stock.

Was ist hier passiert? Ich hatte ja gerade einen sehr erfahrenen Kollegen dabei. Zu 100% konnte der das ohne weitere Untersuchungen zwar auch nicht sagen, aber die Vermutung liegt nahe, dass das Volk aufgrund der Erkrankung so schwach war, dass es von den Nachbarn schlicht ausgeplündert wurde. Der ganze Stock war radikal leer gefressen. In den Waben war kein Tropfen Honig mehr drin, fast keine Brut und die letzten Zellen waren von außen aufgeknabbert. Das deutet doch stark auf Räuberei hin. Und die traurigen Reste von Brutzellen enthielten nur noch tote oder völlig benommene Bienen. Auch die verbliebenen Exemplare auf den Waben waren ziemlich neben der Spur.
Mist! Jetzt hoffe ich nur, dass sich die anderen zusammen mit den Vorräten keine Keime geholt haben, sonst hab ich das gleiche Problem mit den verbliebenen Völkern. Das ist halt der Nachteil, wenn man nur an einem Ort imkert.

Also gab es hier statt einer Probe die Auflösung des Stocks. Die verbliebenen paar Bienen habe ich in einiger Entfernung vom Stand abgefegt, das restliche Material habe ich direkt eingeschmolzen. 

Das hier ist dann der traurige Rest des Stocks.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Eimer Material und immerhin die Erkenntnis, dass der Naturbau tatsächlich deutlich einfacher zu verarbeiten ist als Waben mit Drähten. Zumal ja mangels Honigresten ausnahmsweise mal nichts geklebt hat.

Hier sieht man schön, wie die Bienen nach dem Anfangsstreifen mit Drohenwaben weiter gemacht haben.

Die unteren Zellen waren deutlich mehr in Gebrauch als die oberen. Ich vermute mal, da war die meiste Zeit Honig drin, dann werden die nicht so dunkel wie im Brutbetrieb.

Was noch?

Ich habe mal nach den Milben gesehen. Also die Brutentnahme war ein voller Erfolg. Es gab in einer Woche nur zwei Milben zu sehen, das ist ein super Wert. Für den Urlaub hab ich jetzt einen Futterblock drauf gelegt, dann haben die was zu tun.

Beim letzten Volk waren es leider so 20 pro Tag. Das ist weit jenseits der Schadschwelle, so dass ich da jetzt Gegenmaßnahmen ergriffen habe. Die können dann während des Urlaubs wirken.

Da waren es also nur noch zwei. Sehr schade, aber wenigstens die beiden stehen im Moment sehr gut da. Und zumindest habe ich dann nächstes Jahr mehr Spielraum für weitere Aktivitäten an meinem Mini-Stand.






Sonntag, 21. Juli 2024

2. Runde

Ich war fleißig diese Woche.

Der Sommerhonig ist nicht nur geerntet, ich hab ihn auch direkt abgefüllt.

Außerdem hab ich aus den Wachsresten und dem ganzen Deckelwachs vom Honig schleudern die nächste kleine Wachsplatte geschmolzen. Mehr Platz für neue Wachsreste. Und die leeren Honigräume sind auch schon wieder verstaut, nachdem die Bienen die sauber geputzt haben. Zum Dank gab es von mir die erste Ration Zuckerwasser für die kommende Winterperiode. Ich bin mir nicht sicher, wie gut die Nektarversorgung in den nächsten Tagen sein wird, aber neben vereinzelten Bienenbäumen und dem ganzen Klee, der jetzt blüht, ist glaub ich nicht mehr so viel zu holen gerade. Daher hab ich direkt mal mit Zufüttern angefangen. Wohl bekomm's.

Nach der Honigernte kommen jetzt diverse Pflichtübungen: füttern, Milben kontrollieren, ggf. behandeln und dann das nicht mehr benötigte Material reduzieren, so dass die Bienen in ihren Bruträumen in die Winterpause gehen können.

Ich bin auch mal gespannt, was die Milbenkontrolle sagt dieses Jahr. Ein Volk mit totaler Brutentnahme, ein Volk hat die Königin getauscht, ein Volk hat einfach vor sich hin gebrütet, ist dafür aber krank. Das dürfte zu sehr unterschiedlichen Milbenzahlen führen. Ich lass mich mal überraschen.


Mittwoch, 10. Juli 2024

Suchspiel

Wie immer: wenn man nicht explizit sucht, läuft einem die Chefin vor die Nase. Na, wer sieht die Königin auf der Wabe?

Das ist die Königin, die aus der Zuchtzelle vor ein paar Wochen geschlüpft ist. Die hat sich gut gemacht und ein riesiges Brutnest bestückt. Prima.

Ich habe auch mal in das Volk gesehen, das ich vor ein paar Wochen mit einer Brutentnahme behandelt hatte. So sieht das dann etwas später aus, wenn in den leeren Waben alles nagelneu aufgebaut wurde. Sehr hübsch!

Hier kann man auch sehr schön die verschiedenen Arten von Zellen erkennen: in der Mitte Arbeiterinnen, das rechte Eck ist Honig und unten rechts Drohnenbrut.

Was noch?

Die Linden sind verblüht, das bedeutet, dass ich den Sommerhonig mal ernten sollte. Also hab ich in freudiger Erwartung auch nach den Vorräten gesehen. Na ja...ist eher so geht so. Ein voller Raum, ein einigermaßen voller und zwei fast leere. Letzteres hat mich dann doch gewundert. Das Volk ist nämlich sehr kräftig und die Linden standen ja seit Wochen in voller Pracht. Was da los?

Der große Friedhof hier vor der Tür...

...und einige Bienen, die aussahen, als hätten sie Parkinson, deuten auf die Ursache hin: ich fürchte, ein Volk hat sich mit dem Bienenparalysevirus infiziert. Wie ärgerlich. Als ob die Varroa nicht genug wäre, gibt es natürlich auch bei Bienen einschlägige Krankheiten. CBPV gehört auch dazu und hatte ich schon mal am Stand. Das ist aus Imkersicht nicht ganz so dramatisch wie einige andere, aber für das Volk natürlich trotzdem eine große Belastung. Und für die infizierten Bienen ist es tödlich. Spätestens wenn die Krankheit ausbricht werden sie vom Volk aussortiert und nicht mehr reingelassen. In den meisten Fällen kann sich das Volk hier selbst heilen. Sofern es kräftig genug ist (und das ist es in dem Fall sicher), erhöht sich unterm Strich der Durchsatz an Bienen: kranke Bienen sterben rasch weg und werden durch neue Brut ersetzt. Irgendwann ist die Virenlast dann wieder so gering, dass das Volk keine Symptome mehr zeigt. So richtig gut erforscht ist das Ganze allerdings noch nicht und es gibt auch keine Behandlungsmethoden, mit denen ich hier unterstützen könnte. Man kann höchstens (wenn man einen alternativen Standort hat) das Volk umstellen, um das Risiko einer Infektion der Nachbarvölker zu verringern. Hab ich nicht, also fällt das auch aus. Dann drück ich jetzt einfach die Daumen, dass sich das so wie beim letzten Mal von selbst wieder regelt.

Samstag, 15. Juni 2024

Es war einiges los...

Huch, schon wieder ein paar Wochen her der letzte Eintrag.

In der Zwischenzeit ist so einiges passiert.

Erst mal ist die Zuchtkönigin geschlüpft und hat angefangen zu brüten. Prima. Das Volk kann jetzt also mit der neuen Chefin wachsen und gedeihen.

Dann habe ich Honig geerntet. Das war leider sehr enttäuschend. Durch das miese Wetter haben die Bienen sehr viel der Vorräte selbst verbraucht. Ich hatte ja den zweiten Honigraum drauf gestellt, aber da im April alles gleichzeitig geblüht hat, sind die Völker jetzt in eine Trachtlücke gelaufen und mussten sich offensichtlich zwischendurch an ihren Vorräten bedienen. Entsprechend leicht waren die Holzkisten. Ich hab jeweils eine drauf stehen lassen, ich hatte Sorge, dass ich sonst ggf. zufüttern muss.

Ein paar Kilo sind für mich abgefallen, aber es ist weit weniger, als ich nach dem fulminanten Start im Frühjahr mir dem ganzen Raps erhofft hatte. Außerdem ist ein Teil davon in den Zellen schon kristallisiert. Nicht ungewöhnlich bei Rapshonig, aber trotzdem ärgerlich. Das lässt sich nicht ausschleudern. Und die Bienen kommen damit auch nur eher schlecht zurecht. 

Zudem habe ich bei dem alten Volk eine Bauerneuerung durchgeführt. Dabei entfernt man alle Brutwaben bis auf eine. Diese ist dann die letzte Zuflucht für die dämlichen Varroamilben. Nach ein paar Tagen nimmt man diese letzte Wabe auch noch raus und ist damit (hoffentlich) den Großteil der Parasiten los. Damit bricht man die exponentielle Wachstumskurve der Milben und gibt dem Bienenvolk die Chance, sich in einen Zustand zu brüten, der eine optimale Aufzucht der wichtigen Winterbienen erlaubt. Die müssen vom Herbst durch die Brutpause bis zum nächsten Frühjahr durchhalten. Je weniger diese also von Milben geplagt werden, desto höher die Überlebenschance. Wobei diese klare Trennung von Sommer- und Winterbienen durch den Klimawandel gerade in warmen Orten wie Bonn zunehmend aufgelöst wird. Aber das ist nochmal ein eigenes Thema. Die Wachstumskurve der Milben muss so oder so unterbrochen werden.

Diese letzte Fangwabe sieht zwar hübsch aus, hat aber eine extrem hohe Milbenlast. Bauerneuerung ist insgesamt recht aufwändig, da man vorher schon alle neuen Waben vorbereiten muss und dann ziemlich direkt das Altmaterial einschmelzen sollte. Für Wochenendimker wie mich ist das viel Arbeit auf einmal. Alternativ kann man aus den Milbenwaben auch Brutableger machen und diese anderweitig behandeln, aber ich will ja gar keine weiteren Völker. Also hab ich aus zwei großen Eimern Material eine kleine Platte Wachs gemacht. Das kann man sammeln und später zu neuen Mittelwänden umarbeiten lassen.

Und jetzt warte ich im Prinzip darauf, dass die Linden hier in der Straße mal anfangen zu blühen. Die letzten Tage kam schon wieder ordentlich Nektar rein. Die ersten Linden in der Stadt blühen schon, wie man leicht am angenehmen Geruch erkennen kann, wenn man unter einer davon durchkommt. Die hier in Buschdorf müssten eigentlich jeden Tag dazu stoßen. Zusammen mit den ganzen Brombeeren, die jetzt auch angefangen haben zu blühen, sollte das noch für das ein oder andere Glas Sommerhonig bei der zweiten Ernte reichen. 

Und danach geht es schon wieder langsam auf den Saisonendspurt zu.



Sonntag, 26. Mai 2024

Ausleseverfahren

 Die Lieferung der Königinnenzellen aus der Zucht ist angekommen.


Das hat ja letztes Mal ganz gut funktioniert. Das eine Volk, das sehr sicher unter der Regierung der letztjährigen Zuchtkönigin steht, hat sich prächtig entwickelt und ist insgesamt sehr entspannt. So wünscht man sich das. Also habe ich erneut eine Nachwuchszelle über den Verein bestellt.

Und ausnahmsweise hatte ich jetzt mal Glück: ich wollte gerade einen Ableger vorbereiten, da ist mir die etwas krawallige Königin mit den vielen Weiselzellen fast über die Hand gelaufen. Das ist natürlich noch besser. Ich habe also die Gelegenheit genutzt und sie entfernt. Damit ist das Volk weisellos und - welch Zufall - hat auf magische Weise ein paar Stunden später eine fast schlupfbereite Weiselzelle vorgefunden. Jetzt muss die neue Chefin nur noch schlüpfen und den Begattungsflug überstehen und dann kann es weiter gehen. Also bleibt es bei drei Völkern.

Nächste Aufgabe: ich muss jetzt wirklich mal die Honigernte angehen. Da ich mangels eigener Schleuder auf Hilfe angewiesen bin, muss ich mal sehen, wie die Kollegen da Zeit für mich haben.