Donnerstag, 7. Mai 2020

Ableger Check

Eine Woche rum. Zeit, mal nach dem Ableger zu sehen.

Der hat sich ganz gut gemacht. Am Eingang ist ordentlich was los und zwischen den Wabengassen ist es voll. Ein paar Drohnen und jede Menge Bienen, die mit rüber gewandert waren oder in der Zwischenzeit aus den Waben geschlüpf sind und jetzt als neue Mitbewohner im Ableger sind. Aber das Wichtigste fehlt: die Chefin. Leider hat es der Ableger nicht geschafft, aus dem vorhandenen Material eine Weiselzelle zu ziehen. Ich habe ein-zwei halbherzige Versuche gefunden, aber nix konkretes. Damit ist er im Prinzip verloren, wenn man nichts mehr unternimmt.
Drei Optionen gibts: Auflösen und die anderen beiden Völker verstärken, eine Königin aus dem Verein besorgen und die zusetzen oder eine Weiselzelle von außen zusetzen. Glück im Unglück: im großen Volk gab es zwei Weiselzellen.

Also hab ich einfach noch diese zwei weiteren Waben mit rüber gehängt. Der Ableger ist mittlerweile eher ein stattliches Volk. Aber das wird noch weniger. Die ganzen Altwaben sollen ja noch raus, wenn sie leer gelaufen sind und jetzt ist erst mal Legepause. Die neue Chefin muss ja erst mal schlüpfen, dann muss sie noch auf Hochzeitsflug und dann muss sie sich noch etwas eingrooven. Das dauert alles und in der Zwischenzeit schrumpft das Volk.

Den anderen beiden Völkern gehts gut. Insbesondere Volk 1 startet jetzt endlich richtig durch. Der Honigraum ist voller Bienen, es wird kräftig eingelagert und auch unten im Brutnest ist ordentlich was los. Auch der Bautrieb steigt, wie man unschwer erkennen kann.

Das sind alles Drohnenzellen. Da sind die Damen wohl der Meinung, dass sie zu wenig Jungs im Volk haben. Mal sehen, dass ich da nächstes Mal noch einen Baurahmen rein hänge, dann können die das im eigentlichen Nest machen, nicht hinter der Absperrung.

Und Volk zwei hat sich offensichtlich doch noch überlegt, dass es groß genug ist, um jetzt mal einen Schwarm zu bilden. Kein Wunder, das steht echt gut da. Beide Honigräuem voll (und mittlerweile auch schwer) und unten sieht man nix vor lauter Bienen. Da kam ich gerade rechtzeitig, um die Schwarmzellen in den Ableger zu verfrachten. Die restlichen halbgaren Versuche habe ich entfernt. Das sollte dem Schwarmtrieb einen Dämpfer verpassen. Aber ich muss unbedingt nächste Woche nochmal rein sehen. Sonst hängen die doch noch im Baum in nächster Zeit.


Mittwoch, 29. April 2020

Ableger

Ich habe jetzt aus einigen der alten Waben einen Ableger gebaut.

Dazu nimmt man einfach ein paar Brutwaben aus dem Volk und setzt diese zusammen mit jeder Menge Bienen für Pflege und Verteidigung in einen neuen Kasten. Dazu kommen noch ein paar Futterwaben und eine leere Wabe zum Bauen, und fertig ist der Ableger. Die sollte man eigentlich an einen anderen Ort stellen, damit die ganzen Sammlerinnen nach der nächsten Runde nicht zurück in ihr altes Volk fliegen, aber mangels zweitem Standort müssen bei mir einfach mehr Bienen mit rein, damit die Rückkehrer nicht so sehr ins Gewicht fallen. Die Honigräume waren ja voll mit Personal, da stehen genug zur Verfügung.

Die drei alten Brutwaben erkennt man ganz gut an der Farbe.
Sinnvollerweise ist bei den Waben dann eine Weiselzelle dabei, damit dieses neue Volk direkt eine Königin erhält, die vorher optimale Pflege im Altvolk erhalten hat. Die Zelle hatte ich ja auch schon gesehen bei der letzten Kontrolle, deswegen kam ich ja auf die Idee.
Leider haben die Bienen ihren eigenen Kopf. Als ich als Letztes die alte Wabe mit der Königinnenzelle rüberheben wollte, war die Zelle...weg! Einfach weg. Als wäre nie was da gewesen. Da haben die sich doch tatsächlich in den lezten paar Tagen umentschieden und alle rückgebaut. Ist natürlich blöd, wenn man das erst ganz am Ende der ganzen Aktion feststellt.
Ich habe das jetzt so gelassen. Dann hat der Ableger halt keine fertige Weiselzelle, aber alles zurückzubauen war mir zu doof.
Die Bienen merken das recht schnell, dass ihnen die Chefin fehlt. Je nachdem, ob auf den Brutwaben frische Eier drauf waren, ziehen sie sich dann daraus eine neue. Wenn keine drauf waren, ist das Neuvolk hinüber, die Bienen sterben nach und nach, frischen Nachwuchs gibts dann nicht mehr und irgendwann ist das Volk weg.
Da kann dann nur noch der Imker gegensteuern. Entweder, man löst den Ableger dann wieder auf und verfrachtet die restlichen Bienen zurück in die anderen Völker, oder man besorgt von außen eine Ersatzkönigin. Wenn die Bienen sich selbst keine mehr ziehen können, dann werden die dankend aufgenommen.

Dann warte ich jetzt mal ein paar Tage ab, ob ich dann im Ableger Nachzuchtzellen entdecke oder ob ich selbst aktiv werden muss.

Samstag, 25. April 2020

Bauwut

Nächste Kontrolle bei den Bienen, heute bei eher kühleren 16 Grad.

Es grünt und blüht in Buschdorf. Der Raps ist zwar durch, aber jetzt blühen überall die Äpfel und auch die Kastanien auf dem Dorfplatz sehen schon gut aus. Futter in Hülle und Fülle also für meine Bienen. Entsprechend umtriebig sind sie auch.

Volk 1 kommt langsam in Schwung. Der Honigraum war heute ganz gut besucht und in die ersten Waben wurde schon eingelagert.
Na also, geht doch. Auch unten im Brutraum war ordentlich Betrieb. Ich war gespannt, wie die alte Brutwabe hinterm Schied aussieht. Der Plan ist ja, die nach und nach leer laufen zu lassen und sie dann raus zu werfen.

Tja, das dauert noch etwas. Mittlerweile sieht die voller aus als beim letzten Mal. Unter dem Klumpen Bienen ist jede Menge Nachwuchs. Da waren wohl doch jede Menge Eier in den Zellen. Beidseits. Gut, das war zu erwarten. Also schau ich nächste Woche noch mal nach. Ansonsten ist das Volk auf dem aufsteigenden Ast. Der Drohenrahmen ist mittlerweile belegt, die Jungs sind in Arbeit. War auch Zeit. Auch beim Baurahmen haben die Bienen mittlerweile entdeckt, dass man darin auch brüten kann und den Honig nach oben gebracht. Prima.

Und dann war ich gespannt auf Volk 2. Corona-bedingt bin ich ja zur Zeit durchgehend im Homeoffice und kann beim Telefonieren auf die Kästen sehen. Ich sehe die Bienen jetzt also täglich. Ich hab mich anfangs gewundert, warum da morgens immer so viel Flugbetrieb am Eingang ist. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass das einfach jeden Tag eine neue Fuhre Sammlerinnen ist, die sich schlicht und einfach einfliegen müssen, weil sie das erste Mal raus kommen. Das kenn ich sonst nur von Völkern, die man an einen neuen Standort bringt und die sich dann wundern, dass die Landschaft plötzlich anders aussieht. Da hängt jetzt täglich eine Wolke Bienen vorm Eingang, wenn es warm wird.
Und der erste Blick in den Honigraum hat den Eindruck bestätigt: Das Volk ist riesig und steht voll im Saft! Die obere Etage war gut besucht, die untere hatte alle Wabengassen besetzt. Und darunter im Brutraum war es noch voller. Alles randvoll mit Bienen, was für ein Gewusel...
Auch hier war die aussortierte Wabe noch gut belegt, das dauert also auch hier noch ein paar Tage, bis die raus kann. Der Rest der Durchsicht hat einiges an erneutem Wildbau gezeigt, aber nur einige halbgare Versuche von Königinnenzellen.
Dafür gabs eine (fast) perfekt belegte Wabe.

Eben voll mit Brut (bis auf die Honigecke oben rechts). Sehr beindruckend...was mich ins Grübeln bringt: Wie viele Bienen kommen da eigentlich raus? Eine solche Dadantwabe ist ca. 42x26cm groß. Macht rund 1.000cm² auf jeder Seite. Bienen sind zuverlässig, was ihre Bautätigkeiten angeht, darum hat eine Arbeiterinnenzelle immer 5,6mm Durchmesser. Wir erinnern uns: Kreisfläche ist pi*r². Macht also knapp 0,25cm² pro Zelle. Also  2.000cm² Grundfläche durch 0,25cm² pro Zelle. Das ergibt dann 8.000 neue Bienen, alleine auf dieser Wabe. Kein Wunder, dass da so viel Flugverkehr ist...
Ansonsten habe ich jede Menge Wildbau entfernt. Der neue Baurahmen war auch schon komplett aufgebaut. Leider ist er mit Honig belagert, das war natürlich nicht der Sinn der Sache. Aber ich hatte gesehen, dass die Futterwabe am Rand wenig belegt war und dafür eine kleine Brutfläche hatte. Also habe ich die beiden einfach getauscht.
Beim weiteren Durchschauen habe ich dann noch diese Altwabe gefunden.

Hier kann man schön erkennen, dass die Zanderrähmchen zwar die richtige Breite haben, aber zu kurz für meine Kästen sind. Der Leerraum wurde entsprechend genutzt. Interessant finde ich hier, dass die Bienen offensichtlich an drei Stellen gleichzeitig angefangen haben. Unten in der Mitte hängt ein Stück quer, das dann irgendwann auf die Randbereiche getroffen ist. Der übliche Abstand zu den äußeren Bereichen ("Beespace") wurde eingehalten, es entsteht einen Wabengasse, in der genau zwei Bienen aneinander vorbei können.
Da das nur Drohen im Anbau sind und ich diese Altwaben eh nach und nach raus haben möchte, wollte ich das eigentlich entfernen. Aber dann...

Man kann es vor Bienen kaum sehen, aber genau in der Mitte ist eine Nachschaffungszelle. Die war auch schon gut gefüllt. Kommt eigentlich wie gerufen. Ich wollte ja eh noch einen Ableger machen. Also warte ich jetzt noch ein paar Tage, bis die zu ist und dann wird diese Wabe die Keimzelle für einen Ableger. Dazu noch eine zweite Brutwabe und einen Schwung Bienen aus den brechend vollen Honigräumen, dann sollte das doch eigentlich funktionieren. Ich muss nur irgendwie sicher stellen, dass ich nicht aus Versehen die Königin mit ausquartiere. Die ist nicht markiert, das macht es spannend. Wie ein 50.000 Teile-Puzzle, aber alle Teile sehen fast gleich aus und sie bewegen sich. Und wenn du zu lange brauchst, bekommen sie schlechte Laune...

Und als ich dann fertig war ist mir eingefallen, dass es vielleicht eine gute Idee gewesen wäre, einen neuen Baurahmen einzuhängen. Na ja, dann kratz ich wohl wieder Wildbau beim nächsten Mal.